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Finger weg von Pseudo-Kryptowährungen die auf MLM-Vertriebssystemen basieren!

Onecoin Erfahrungen
Halten Sie Ausschau nach Pseudo-Kryptowährungen, die auf MLM-Vertriebssystemen basieren und meiden Sie diese. © Adobe Stock - Eisenhans

Zu Jahresbeginn saß ich auf Mallorca in meinem Lieblingscafe „Cappuccino“, als mich ein eigentlich solider und gestandener Geschäftsführer einer etablierten Bauträgerfirma auf Kryptowährungen ansprach, weil er meine Berichte sehr schätzt und einiges von mir zum Thema „Bitcoin“ gelesen hatte.

Er sagte mir, er hätte im letzten Jahr auf Empfehlung der hübschen Wirtin seiner Stamm-Kneipe (!) 12.500 US-Dollar (12.000 Euro) in eine neue Kryptowährung namens MyCryptoCoin (MCC) investiert.

Er ging davon aus, dass sich der Wert noch in diesem oder spätestens dem nächsten Jahr auf mehr als 5.000.000 Euro vervielfachen werde. Der MCC sei der neue Bitcoin. Grundlage für diese Einschätzung waren ebenfalls die Aussagen der Wirtin, die mir übrigens auch bekannt ist.

Angst und Gier sind die besten Verkäufer und schlechtesten Ratgeber

Selbst wenn ich überhaupt kein Wissen und keine Erfahrungen mit Kryptowährungen hätte, würden bei mir angesichts dieser irrationalen und unrealistischen Aussagen sämtliche Alarmglocken schrillen. Und tatsächlich: Auch MyCryptoCoin wird im pyramidenartigen Strukturvertrieb an den Mann gebracht.

In diesem Zusammenhang muss ich immer wieder feststellen, dass derartige Vertriebsstrukturen ähnliche psychologische Auswirkungen auf Menschen haben, wie es bei religiösen Sekten der Fall ist.

Der Erfolg solcher Pseudo-Kryptowährungen wird überhaupt erst durch die Teilnahme von aufgeputschten Menschen möglich, die sich in einer Art kollektivem Wahn befinden. Und die Initiatoren verfügen nicht selten über eine nicht unerhebliche kriminelle Energie.

Auch das zeigt die Empirie. Der obige Fall steht stellvertretend für hunderte weitere Zuschriften und Gespräche, die ich in den letzten Monaten und Jahren in ähnlicher Form erhalten und geführt habe.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verbietet die Pseudowährung OneCoin in Deutschland

Weitere, mittlerweile spektakuläre Entwicklungen gibt es bei einer angeblichen Digitalwährung mit dem Namen OneCoin. Die Unternehmen OneCoin Ltd, OneLife Network Ltd und One Network Services Ltd stehen in einem ebenso komplexen wie weitestgehend intransparenten Firmenverbund.

Unter der Marke OneCoin wird Anlegern und Geschäftspartnern dabei weltweit ein mehrstufiges, pyramidiales Vertriebssystem zur Verfügung gestellt, das angeblich – über den Verkauf von Schulungspaketen mit Schürfrechten (Tokens) – den Zugang zu einer angeblichen Kryptowährung ermöglicht.

Dabei wird immer wieder – überwiegend von Vertriebspartnern – damit geworben, dass der OneCoin vergleichbar mit dem BitCoin ist. Gigantische Kurschancen würden noch bevorstehen.

Inzwischen hat die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin mehrere, massive Maßnahmen gegen OneCoin bzw. nahestehende oder verbundene Unternehmen eingeleitet. Am 27.04.2017 hat die BaFin auf ihrer Internetseite folgendes veröffentlich:

Grafik: Risiko-Minimierung dank geschickter Plannung

Tobt ein Cyberkrieg zwischen den USA und Nordkorea?Sicherheitsexperten befürchten einen Cyberkrieg zwischen den USA und Nordkorea. Wird dieser Cyberkrieg die Märkte ins Chaos stürzen? › mehr lesen

„Die BaFin hat der Onecoin Ltd. (Dubai) und der OneLife Network Ltd. (Belize) heute untersagt, im Internet ein öffentlich zugängliches System anzubieten, um darüber Geschäfte mit ‚OneCoins’ durchzuführen. Darüber hinaus hat sie die Unternehmen angewiesen, jegliche Werbung für den Vertrieb und Verkauf von ‚OneCoins‘ in Deutschland sofort einzustellen.

Die Geschäfte mit ‚OneCoins’ in Deutschland sind nach Auffassung der BaFin als Eigenhandel nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 4 Kreditwesengesetz (KWG …) zu qualifizieren. Die Erlaubnis, die für diese Finanzdienstleistung nach § 32 Abs. 1 KWG für den Betrieb im Inland erforderlich ist, haben die Betreiber nicht.

Der One Network Services Ltd: (Sofia/Bulgarien) hat die BaFin unterstützende Tätigkeiten untersagt. Die Verfügungen beruhen auf § 37 Abs. 1 Satz 1 und 4 KWG. Die Maßnahmen sind von Gesetzes wegen sofort vollziehbar, jedoch noch nicht bestandskräftig“.

Ich habe bereits vor über einem Jahr vor Pseudo-Kryptowährungen wie OneCoin ausführlich gewarnt

OneCoin ist keine neue Kryptowährung, vergleichbar mit Bitcoin. Ein OneCoin ist im Gegensatz zum Bitcoin zentralisiert, hat keinen offenen Quellcode, keine effiziente Limitierung und es gibt keinen freien Handel.

Mir ist im vergangenen Jahr sehr stark negativ aufgefallen, dass zahlreiche freie Finanzdienstleister auf einmal OneCoin als alternative Kapitalanlage empfohlen haben.

In der Praxis wurden allerdings lediglich enorm teure Schulungspakete an Anleger verkauft. Die Provisionszahlungen und Prämien dafür waren enorm. Ich kann mich nur immer wiederholen: Finger weg von Pseudo-Kryptowährungen, die auf MLM-Vertriebssystemen basieren!

 

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Über den Autor
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Markus Miller

Markus Miller ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.

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