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Deutschland droht Konjunktureinbruch: So handeln Sie jetzt richtig

Der Ifo-Geschäftsklimaindex zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren Deutschlands. Mit ihm wird die Stimmung in der deutschen Wirtschaft gemessen. Von ihm lässt sich außerdem ableiten, in welche Richtung die Konjunktur in den kommenden Monaten steuern könnte.

Fällt oder steigt der Index dreimal hintereinander, spricht man laut klassischer Definition von einem Richtungswechsel. Jetzt ist der Index erneut gefallen. Zum fünften Mal in Folge. Und stärker als erwartet. Die deutsche Konjunktur befindet sich bereits im Abschwung. Die Risiken nehmen zu. Der jahrelange Boom ist vorbei. Ein scharfer Konjunktureinbruch könnte bereits weiter vorangeschritten sein, als viele Experten wahrhaben wollen.

Stimmung so schlecht wie lange nicht mehr

Jeden Monat verschickt das Münchener Ifo-Institut Fragebögen an rund 7.000 Führungskräfte und Manager der deutschen Wirtschaft. Abgefragt werden die Einschätzung der aktuellen Lage und die Einschätzung zu den zukünftigen Geschäftsaussichten.

Während der erste Wert noch auf einem hohen Niveau notiert, werden die Aussichten von den meisten deutlich pessimistischer eingeschätzt. Viele Firmenlenker rechnen also damit, dass die Geschäfte zukünftig schlechter laufen werden. Oder mit anderen Worten: Die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen verschlechtert sich zunehmend.

Alles kein Problem?

Während der Ifo-Index damit auf den tiefsten Stand seit Juni letzten Jahres fällt, verteilen viele Analysten und Experten Beruhigungspillen. Kaum einer legt den Finger tatsächlich in die Wunde. Die Rede ist von einmaligen Faktoren. Streiks, Grippewelle und Osterferien sollen angeblich Wachstum gekostet haben. Außerdem stoße die Wirtschaft an ihre Kapazitätsgrenze und es fehle an Personal. Der Grundtenor ist fast immer der gleiche: Macht euch keine Sorgen, die Konjunktur verliere zwar leicht an Schwung, ansonsten gebe es aber keinen Grund zur Panik.

Zahlreiche Warnlampen gehen an

Allerdings liefert nicht nur der Ifo-Index alarmierende Signale. Die deutschen Exporte sind im Februar so stark eingebrochen wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Die Auftragseingänge der Unternehmen sind in vielen Branchen in den vergangenen Monaten gesunken. Zahlreiche Großkonzerne schrauben ihre Erwartungen nach unten und schocken mit Gewinnwarnungen. Wie zuletzt Continental, Metro oder Drägerwerk.

Auch im europäischen Ausland hat sich die Stimmung in der Wirtschaft verschlechtert. In Frankreich und Italien zeigen entsprechende Indikatoren ebenfalls nach unten. Dass es nicht mehr rund läuft, musste jüngst selbst die Bundesregierung einräumen. Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr wurde leicht nach unten geschraubt. Für das kommende Jahr rechnet Wirtschaftsminister Altmeier mit einer weiteren Verlangsamung.

Historische Altstadt mit gut erhaltener Bausubstanz – attraktiv für Mieter und Vermieter, © AlexanderStein, pixabay (CC0 Public Domain)

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Anleger sollten jetzt handeln

In den kommenden Monaten ist mit weiteren schlechten Nachrichten zu rechnen. Drohende Handelskriege, protektionistische Töne und eine generelle Abschwächung der Weltkonjunktur werden Bremsspuren in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen. Weitere Gewinnwarnungen sind die logische Konsequenz.

Gewinnschätzungen waren zu optimistisch und müssen angepasst werden. Langfristig könnte Deutschland zwischen den beiden Supermächten China und USA zerrieben werden. Beide Länder sind extrem fokussiert auf die eigene Wirtschaft. Wollen mit aller Macht den Welthandel bestimmen. Der große Verlierer könnte dabei Deutschland sein.

Anleger sollten sich nicht blenden lassen und jetzt reagieren. Wie in jeder finalen Haussephase wollen viele Investoren die Party nicht verlassen. Aus Angst, dass sie etwas verpassen könnten. Im aktuellen Umfeld sollte die Anlagestrategie entsprechend angepasst werden.

 


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Über den Autor
Thomas Schwarzer

Thomas Schwarzer ist ein Wirtschafts- und Börsenexperte mit ausgeprägter Erfahrung im Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

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