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Wie gefährlich wird die Inflation für die Börsen?

Die Inflationsrate in Deutschland ist in diesem Sommer auf den höchsten Stand seit 46 Jahren gestiegen. Die EZB peilt eine Inflationsrate um 2% an. In den letzten Jahren lag diese Rate aber größtenteils darunter, nach der Finanzkrise 2009, spätestens aber 2015 lag die Inflationsrate sogar um negativen Bereich, sprich: Deflation.

Inflationsrate in Deutschland auf dem höchsten Stand seit 46 Jahren

Um die Konjunktur nach den Lockdowns in der Pandemie haben die Regierungen und die EZB zu ungeahnten Maßnahmen gegriffen. Bis zum Corona-Jahr 2020 lag die Inflationsrate unter 2%, jetzt ist sie weit über die 3%-Marke gestiegen.

Äußerungen der neuen Finanzministerin wenig hilfreich

Auch in den USA steigt die Inflation. Die neue Finanzministerin Janet Yellen sagte dazu: „Es könnte sein, dass die Zinsen etwas ansteigen müssen, um sicherzustellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt.“ Mit diesen Äußerungen hat die ehemalige Chefin der amerikanischen Notenbank die Märkte verunsichert. Eigentlich hätte sie wissen müssen, dass die Märkte sehr sensibel auf jeden Halbsatz reagieren

Welche Auswirkungen haben die billionenschweren Hilfsprogramme?

Hinter den ungeschickten Äußerungen der ehemaligen Fed-Chefin Yellen steckt tatsächlich die Diskussion in den USA über die Auswirkungen der billionenschweren Hilfsprogramme der Biden-Regierung. Verschiedene Regierungsmitglieder, darunter auch Yellen, hatten immer wieder betont, dass es kein Inflationsrisiko gebe. Selbst unter Volkswirten ist umstritten, wie sich die Konjunkturhilfen auf die Preisentwicklung auswirken. In einer aktuellen Analyse schreiben die Volkswirte der Commerzbank: „Das Inflationsgespenst gruselt die Märkte.“ Andere lassen sich weniger gruseln und sehen nur einen temporären Effekt auf die Inflation.

Volkswirte sind sich uneinig

Genau diese Unsicherheit macht die Marktteilnehmer derzeit nervös. Die Befürchtung ist auch, dass die Fed mit ihrer Einschätzung falsch liegt und die Inflation nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft steigt. Dann müsste die Fed schneller als von ihr erwartet ihre Geld-politik wieder normalisieren, sprich: die Zinsen erhöhen. Ob es tatsächlich so kommt, wird sich erst langsam in der zweiten Jahreshälfte abzeichnen.

Tech-Giganten können sich aus eigener Kraft finanzieren

Bis dahin haben die Marktteilnehmer genug Zeit, etwas differenzierter hinzuschauen. Es gilt zwar der Grundsatz, wonach steigende Zinsen gerade für Aktien von Wachstumsunternehmen zum Problem werden können, weil sich die Finanzierungskosten erhöhen. Das trifft aber besonders auf die Unternehmen zu, die den Sprung in die Gewinnzone noch nicht geschafft haben. Davon kann jedoch bei Alphabet, Amazon, Apple, Facebook und Microsoft nicht die Rede. Diese Tech-Unternehmen haben eine so starke Cash-Position, dass sie sich aus eigener Kraft finanzieren können.

Mit dividendenstarken Aktien sichern Sie sich weiter gegen Inflation ab

Und was macht mit so viel Cash auf dem Konto? Man kauft eigene Aktien zurück oder investiert in dividendenstarke Unternehmen wie zum Beispiel die milliardenschwer Gates-Stiftung. Mit Dividendenrenditen zwischen 3% bis teilweise über 9,46% können selbst bei einer steigenden Inflation immer noch satt verdienen, und zwar mit solide aufgestellten Unter-nehmen, die teilweise sogar monatliche Dividenden ausschütten.

Denunziantentum und Steuer-Stasi voraus!Im Mittelalter gab es mit dem Pranger ein Instrument der Strafgerichtsbarkeit. Ein Pranger war damals eine Säule aus Stein, Holz oder Eisen. Für Städte war der Pranger am Marktplatz ein äußeres Zeichen der Gerichtsbarkeit, der allen voran dem Zweck der Abschreckung diente. Bei Vergehen gegen damals geltendes Recht und Gesetz wurden – häufig aufgrund von Denunziation - überführte Täter öffentlich vorgeführt. › mehr lesen

 

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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