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Weltspartag 2014 – Sparquote in Deutschland rückläufig

So, in diesen tristen Herbsttagen des Krisenjahres 2014 ist ja wieder mal Weltspartag.

Interessant ist in dem Kontext, dass aktuell massenmedial ja massiv wieder Werbung für Aktien gemacht wird. Aktien seien ja alternativlos angesichts des Null-Zinsumfelds. Gemach, gemach möchte man insofern fast sagen.

Wir leben wohl in Zeiten, in denen derjenige König ist, der möglichst unbeschadet, sprich mit möglichst geringen Verlusten durch die bevorstehenden harten Krisenjahre kommt.

Machen wir uns nichts vor, die Überschuldungskrise ist alles andere als ausgestanden. Und die realwirtschaftliche Anpassungskrise steht immer noch bevor.

Die demographische Krise, die geopolitischen Verwerfungen, die Verschiebungen der Macht in der Weltwirtschaft, die Beseitigung der Überkapazitäten – alles schwebt wie ein Damokles-Schwert über den Volkswirtschaften.

Und angesichts der Vielzahl der Risiken ist es nicht verwunderlich, dass die immer noch nicht ausgestandene Bankenkrise oftmals schlicht vergessen wird.

 

Bürger sparen weniger

Und in dem Umfeld verwundert es wenig, dass die privaten Haushalte in Deutschland schlicht weniger sparen. Die Sparquote fiel auf9,2 Prozent.

Zum Vergleich, im Jahr 2008 lag diese noch bei 10,5 Prozent. Das teilte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seiner aktuellen Studie zum Weltspartag mit.

„Wenn wir bis ins Jahr 2025 schauen, wird die Sparquote der Bundesbürger weiter sinken, etwa in Richtung sieben Prozent“, prognostiziert BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin.

Als treibende Kraft dahinter sieht er die demografische Entwicklung. Banken seien trotz der Niedrigzinsphase die zentrale Adresse der Bundesbürger bei der Bildung von Finanzvermögen.

68,3 Milliarden Euro legten sie allein im Jahre 2013 bei den Banken an – und damit einen Großteil ihres Ersparten.

 

Bürger verzichten auf Zinsen

Die Postbank teilt insofern weiter mit, dass die Bürger mittlerweile bereit seien, ganz auf Verzinsung zu verzichten. Jeder zweite Sparer parke seine Rücklagen auf dem meist unverzinsten Girokonto.

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Gleichzeitig seien wegen des Nullzinsumfelds mehr Menschen bereit, Risiken mit Wertpapieren einzugehen.

Neben dem unverzinsten Girokonto werde der Postbank zufolge das Bausparen immer beliebter. Waren es 2011 noch 32 Prozent der Bürger, die einen Bausparvertrag nutzten, so stieg diese Zahl bis ins Jahr 2013 auf 38 Prozent.

Dies sei der Postbank zufolge wenig verwunderlich, zumal die Immobilie eine höchst attraktive Wertanlage sei. Bausparer würden sich die aktuell ultra-tiefen Zinsen sowie die staatlichen Zulagen sichern.

 

Sparbuch weniger beliebt

Indes verlor das klassische Sparkonto mit dreimonatiger Kündigungsfrist von 2011 auf 2013 deutlich an Beliebtheit (2011: 38 Prozent, 2013: 31 Prozent), 2014 hält es das Niveau (31 Prozent). Weitere häufig genutzte Anlageformen sind die Lebensversicherung (28 Prozent) und das Tagesgeldkonto (26 Prozent).

Besonders auffällig ist die steigende Investition in Aktien und Fonds: Jeder Vierte (25 Prozent) legt heute seine Ersparnisse in Wertpapiere an. 2011 und 2013 waren es nur 17 Prozent.

Und last but not least sei erwähnt, dass immerhin 18 Prozent der Sparer ihr Geld zu Hause verwahren. Etwa im Sparschwein oder unter der Matratze. Naja, diese Investoren haben schlichtweg Vertrauen in Banken, Börsen und Staaten verloren bzw. nie gehabt….

 

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