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Schlafwandeln in Iowa

BALTIMORE – „Fakten sind besser als Träume“, sagte Churchill.

Vielleicht. Aber Träume sind viel attraktiver. Und bei weitem gefährlicher.

Jüngst gab es viele Träume in Iowa zu sehen.

Die Trump-Unterstützer träumten davon, Amerika wieder „groß“ zu machen – und sich in seinem Glanz zu sonnen.

Die Sanders-Fans träumten davon, Amerika wieder fair zu machen – und das Geld anderer Leute auszugeben.

Clinton-Anhänger träumten davon, ihre Frau im Weißen Haus zu haben …

Cruz-Unterstützer träumten, NICHT Trump, Clinton oder Sanders im Weißen Haus zu haben…

Und natürlich träumen die Landeier „cronies“ des Korn-Staats Iowa davon, dass die Menschen gezwungen werden, einen größeren Teil ihres Ethanols zu kaufen.

Cruz gewann den Wettbewerb auf Seiten der Republikaner. Clinton siegte bei den Demokraten hauchdünn vor Sanders.

Der lange Arm der Schulden

Derweilen sorgen sich die Investoren ob der Nachricht, dass das verarbeitende Gewerbe in den USA nun schon den vierten Monat in Folge in der Rezession ist..

Wenn Sie nichts produzieren, brauchen Sie nichts versenden. Der Schienengüterverkehr in den USA liegt folglich am Boden und etwa 25% unter dem Niveau aus dem Jahr 2010.

Und man braucht auch keine Lastwagen, die die Waren transportieren. Volvo gab bekannt, dass die Bestellungen für schwere LKW um 30 Prozent unter dem Niveau von 2014 liegen würden.

Die Quelle des Abschwungs liegt darin, dass die Nachfrage auf der ganzen Welt fällt. Die Aufträge kommen nicht herein. Und nirgends ist der Schmerz deutlicher zu spüren als in der Wirtschaft, die am meisten darauf angewiesen ist, diese Aufträge erfüllen:

China.

China produziert; die Welt nimmt es ab.

Wenn die Welt es nicht abnimmt, sieht sich China mit Überkapazitäten konfrontiert. Dann wird es ruhig im Land des Exportweltmeisters. Die Hochöfen kühlen ab. Die Fabriken fahren die Produktion herunter.

„Chinas große Stahlproduzenten erleiden Verluste in Höhe von 9,8 Milliarden US-Dollar“, heisst es in einer Schlagzeile der Financial Times.

Die chinesische Schwerindustrie produziert die Hälfte des Weltstahls. Im vergangenen Jahr ging sie zum ersten Mal seit 35 Jahren in die Rezession.

Natürlich geht auch die Containerfracht aus den chinesischen Häfen zurück; der Versand-Index ist jetzt 40% unter dem 2012er Niveau.

Schade, dass sie so viel Geld investiert haben, um die Bedürfnisse der Welt zu befriedigen. Plötzlich scheint die Welt nicht mehr so viel zu brauchen.

Hier im Tagebuch, sind wir immer argwönisch gegenüber sog. „Fakten“. Den einzigen, denen wir vertrauen, sind diejenigen, die wir uns selbst zusammenschustern. Der Rest – vor allem, wenn er von Ökonomen kommt – erweist sich gar nicht als Tatsache. Stattdessen sind es nur Vermutungen, Wünsche oder Lügen.

Dennoch können wir sagen, dass die Fakten die Idee untersützen, dass China sich zusammen mit der Welt verlangsamt.

Und warum sollte es nicht so sein?

Nach so einem atemberaubenden Wachstumssprin ist China sicher müde. Sicherlich hat es eine Verschnaufpause verdient.

Ach, wenn man mit beiden beiden Beinen auf dem Boden steht, kann man getrost und ruhig einen Halt und Pause machen. Aber wenn man mit den Flügeln der Schulden durch die Luft fliegt, können Sie nicht einmal leisten zu verlangsamen. Oder man stürzt ab.

Stagnation oder Kollaps

Dies führt dazu, dass der Ex-Banker und Finanzautor Satyajit Das für China „die Mutter aller Abstürze“ prognostiziert.

Es gibt nur zwei mögliche Ergebnisse für China, sagte er: Stagnation oder Zusammenbruch.

Und Kollege Tom Dyson sagt eine massive Welle von chinesischen Konkursen vorher.

Ein Albtraum, mit anderen Worten.

Aber verträumte Menschen können hoffen. Vielleicht ist dieses Mal wirklich anders. Vielleicht wird der Dow bis 18.000 steigen … und einfach weitersteigen.

Vielleicht wird der kombinierte Angriff von Draghi in Europa, Kuroda in Japan, und Yellen in den USA ausreichen, um gegen die Korrektur zurückzuschlagen … und sogar zu triumphieren, endlich und endgültig über den Kreditzyklus.

Was für ein Traum!

Dow 25.000? Sicher warum nicht?

Der Weg zur Größe

Und warum sollte nicht das amerikanische Volk einen Kandidaten wählen, der die USA zurück auf die Straße hin zur Größe bringt?

Aber warten Sie. Es gibt Tatsachen, und es gibt Träume.

Die Wähler träumen, dass jemand irgendwo tatsächlich auf das Rücksicht nimmt, was sie denken. PhD-Ökonomen stellen sich vor, es besser als Gott oder die Märke zu wissen. ,

Sollten wir sie aufwecken?

Die einfachen Menschen in Iowa denken, dass sie die Staatselite steuern können.

Und die Staatselite denkt, dass sie die Märkte kontrollieren kann.

Unsere Prognose:

Beides wird sich als grob falsch erweisen.

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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