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Märkte funktionieren immer noch

Pessimismus ist eine Sünde gegen Gott, pflegt der Vermögensverwalter Charles Gave zu sagen.

Es deutet auf Undankbarkeit hin. Und auf einen Mangel an Glauben. Immerhin ist dies immer noch Gottes Welt …

Mag sein, dass sie nicht gut genug ist…

Wie auch immer, das ist der eigentliche Grund, warum wir hier im Tagebuch immer optimistisch sind. Die Dinge laufen zwar nicht immer so, wie wir möchten, aber letztlich doch immer so, wie es sein sollte.

Ja, zweifelohne mag die Welt in einem Handwagen zur Hölle geleitet werden … aber letztlich ist es der verdammte Weg hin zum Besseren!

5 Billionen Dollar futsch

Es ist kalt und schneereich an diesem Morgen. Aber wir überqueren heut die Straße auf der Sonnenseite. Schauen Sie, wie einfach es ist …

Über fünf Billionen US-Dollar haben sich an den internationalen Aktienmärkte in diesem Jahr bislang schon in Luft ausgelöst. Nun, boo hoo! Es war nur „auf dem Papier“ sowieso.

Inzwischen ist der New York Fed Empire State Manufacturing Index – der den Puls von New Yorks verarbeitendem Gewerbe misst – auf den niedrigsten Stand seit der letzten Rezession gefallen.

Aber was machen dann die Fabriken? Was wird aus dem ganzen Kram … und brauchen wir wirklich immer mehr Zeug?

New York City ist gerade auch in den Medien mit Blick auf den Rückgang im Segment des Luxus-Immobilien. Die Preise in diesem Segment sind nun schon den achten Monat in Folge gefallen.

Dazu sagen wir folgendes: Es geschieht diesen reichen Wall Street-Typen recht. Sie kauften ihre Buden mit Geld, das sie von der US-Notenbank zu traumhaft guten Bedingungen erhielten. Es ist eine Freude zu sehen, dass sie nun einen Verlust hinnehmen müssen.

Verstehen Sie, was wir meinen? Egal, wie trostlos das Wetter auch immer sein mag. Sie können mir ihrem Depotauszug immer noch ein wärmendes Feuer entfachen.

Rezessionswarnung

Bei so viel schlechten Nachrichten, die aus der Wirtschaft kommen, ist es erstaunlich, dass wir noch nicht bereits in der Rezession sind. Vielleicht sind wir ja schon in der Rezession.

Die Atlanta Fed veranschlagte jüngst die Wachstumsrate im vierten Quartal des vergangenen Jahres auf nur 0,6%. Angesichts der Schwammigkeit der Zahlen ist es gut möglich, dass die Wirtschaft schon geschrumpft ist.

Und nun – mit noch mehr schlechten Nachrichten – ist es auch gut möglich, dass sich die Rezssion verschärft hat. Aber hey, was ist so schlecht an Rezessionen?

Sind sie nicht auch Teil von Gottes Plan? Haben sie nicht einen Zweck? Sind Sie nicht einfach dazu da, durchzumisten in der Wirtschaft?

Zu viel Schulden. Zu viele Glücksspiele, die keinen Sinn machen. Zu viele reiche Leute, die ihr Geld nicht verdienen. Es wird nett sein, diesen Müll aus dem System zu fegen. Dazu sind Rezessionen da.

Inzwischen rät CNBC den Zuschauern „auf der Hut sein“, weil wichtige Konjunkturdaten aus China in dieser Woche kommen würden. Mit einer Verschuldung von 28 Billionen US-Dollar braucht es nicht viel für eine finanzielle Katastrophe im „roten Ponzi“-System Chinas.

Nun, es kommt, wie es kommt.

Reiche „Bast ** ds“!

Ja, wir sind es gewohnt, uns in guten Nachrichten zu aalen – egal, wie schrecklich die Lage ist.

So sollten wir uns lieber zunächst abklatschen, liebe Leser, bevor wir uns mit der neuen Oxfam-Studie befassen. Diese enthüllte jüngst, dass das reichste eine Prozent der Erdbevölkerung nun mehr besitzt als alle anderen 99% zusammen.

Und die 62 reichsten Menschen auf dem Planeten besitzen so viel Reichtum wie die 3 Milliarden ärmsten Menschen zusammen.

Vielleicht denken Sie sich jetzt: „diese reichen bast ** ds! Wie soll das nur eine gute Nachricht sein? “

Aber warten Sie.. – liebe Leser – vielleicht oder wahrscheinlich gehören auch Sie zu „den Reichen.“

Laut dem Oxfam-Bericht braucht es nur 68.000 $ an Vermögenswerten, um es in die Top 10% der Reichen auf der Erde zu schaffen.

Und wenn Sie zum reichsten Prozent der Menschen auf der Erde zählen wollen, benötigen Sie „lediglich“ $ 760.000 – was etwa dem aktuellen Wert eines typischen Hauses in den Vororten Washington entspricht … oder ein billigeres Haus zusammen mit dem Barwert von Leistungen der Rentenversicherung.

Ja, die armen Menschen von Oxfam sehen wieder nur, dass das Glas halb leer ist. Pessimisten jammern, dass die „Reichen immer reicher werden würden.“

Die BBC berichtete:

„Oxfam fordert die Regierungen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Trend umzukehren. Oxfam will, dass Arbeiter einen existenzsichernden Lohn erhalten und die Kluft zu den Einkommen der Kader wieder kleiner wird.

Oxfam fordert ferner, geschlechtsspezifische Lohngefälle abzubauen, Entschädigung für unbezahlte Pflege zu bezahlen und ein gleiches Land- und Erbrecht für Frauen zu fördern.

Darüber hinaus sollen die Regierungen Maßnahmen gegen Lobbyarbeit unternehmen, die Reduzierung der Preise für Medikamente, die Besteuerung von Vermögen und nicht des Konsums vorantreiben. Mit steigenden öffentlichen Ausgaben sollen die Regierungen die Ungleichheit bekämpfen.“

Oxfam hat kein Vertrauen, keinen Glauben.

Die Experten können sich nicht vorstellen, dass die Dinge sich von selbst erledigen. Sie haben keine Ahnung, was die Ursache der Konzentration von Reichtum ist. Sie kümmern sich nicht einmal darum.

Hätten Sie genauer hingesehen, hätten sie gesehen, dass die Reichen reicher wurden, weil sie die Macht der Regierungen dazu benutzt haben, die meisten Chips auf ihre Seite des Tischs zu schieben.

Zweimal in den letzten 15 Jahren versuchte die Natur, die Reichen wieder auf die Plätze zu verweisen. Der Absturz des Jahres 2000 reduzierte ihren Nasdaq-Reichtum um fast 80%. Dann halbierte sich in der Krise 2008-2009 der Wert ihrer Aktienbestände.

Jedes Mal waren sie in der Klemme. Die traurigen Wichtigtuer schafften es aber, dass die Zentralbanker das System immer wieder für sie manipulierten. Das Schein-Fiat-Money floss wieder. Der Reichtum des einen Prozents wurde aufgebläht.

Aber keine Sorge. Märkte funktionieren immer noch. Das Schicksal darf seinen Lauf nehmen. Und auch Bärenmärkte und Rezessionen gibt es noch.

Habt Vertrauen. Seid glücklich. So einfach wie sich das Vermögen der Reichen seit 2009 mehrte, so einfach kann es wieder verschwinden.

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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