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Assetklassen-Überblick aktuell

 

Die Märkte sind in ständiger Bewegung, darum möchte ich heute mit Ihnen wieder einmal einen Blick auf die aktuelle Version unseres „Assetklassenradars“ werfen, einer hier bei Value Daily wiederkehrenden Übersicht über die Situation in den einzelnen Anlageklassen. Vielleicht gibt dies ja ein wenig zusätzliche Orientierung für Sie an der ein oder anderen Stelle.

Zur Erinnerung: Für diesen Newsletter unterteile ich das Marktgeschehen in die folgenden, grob gefassten Anlageklassen:

  • Immobilien
  • physisches Gold/Silber
  • sonstige Rohstoffe und Metalle
  • Aktien
  • Anleihen
  • Devisen/Cash

In den folgenden Abschnitten lesen Sie verschiedene Gedanken jeweils in Kurzform.

 

Immobilien:

  • aktuell sehr nachgefragt aufgrund anhaltenden Vertrauensverlusts vieler Menschen in den Euro, Politik und Zentralbanken, sowie in das weltweite Finanzsystem. Nachfrage wird zusätzlich befeuert durch negative Realzinsen. Immer akuter werdende Gefahr der Überhitzung in vielen Gebieten, erste Blasenbildungen in verschiedenen großstädtischen Ballungsräumen.
  • Der Preis einer Immobilie gehorcht dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Diese ist wiederum zu einem großen Teil davon abhängig, wie leicht es für potentielle Käufer ist, Kredite zu erhalten, denn kaum jemand kauft Häuser bzw. Wohnungen ohne Fremdkapital.
  • Aktuell vergleichbar günstiges Kreditumfeld (nach wie vor vergleichbar niedrige Zinsen und es ist noch recht einfach, Kredite zu erhalten)
  • Preise können stark sinken, wenn Kreditvergabe für die Massen deutlich eingeschränkt wird (im Falle von Bankencrashs oder wirtschaftlicher Depressionen, daher Immobilie nur bedingt vernünftige Absicherung gegen Krisen, abgesehen von Eigennutzung natürlich).
  • Nicht vor staatlichem Zugriff im Falle von Krisen geschützt.
  • Aktuell damit viel mehr ein günstiges Umfeld zum Verkauf von Immobilien, da hohe Nachfrage


Physisches Gold/Silber:

  • Ein Muss als Absicherung für jedes Investmentportfolio (dennoch von der Gewichtung bitte nicht übertreiben, da sonst massives Klumpenrisiko)
  • Historisch bewährter Schutz gegen verantwortungslose Notenbankpolitik und den Staatshaushalt gegen die Wand fahrende Politiker, auch wenn jeder starke Aufwärtstrend einmal korrigieren muss.
  • sollten in den nächsten Jahren wieder im Wert steigen
  • Investments sollten in Investmentmünzen erfolgen mit möglichst hohem Gold- bzw. Silberanteil, keine Sammlermünzen. Diese erhalten ihren Wert primär durch das, was andere Sammler zu zahlen bereit sind. In Krisenzeiten dürfte dies einen hohen Wertverlust bedeuten, da die Bedürfnisse der Massen sich weg von Sammlungen hin zu den Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken, Arbeit, etc. orientieren werden.
  • in Zugriffsnähe und in physischer Form, kein „Papiersilber“ oder „Papiergold“ mit dubiosen und komplizierten Auslieferungsgarantien und -modi, da im Krisenfall wahrscheinlich nutzlos. Derartige Instrumente nur für spekulativen, kurzfristigeren Handel.

 

sonstige Rohstoffe und Metalle:

  • abhängig von der Entwicklung der Weltwirtschaft
  • abhängig von der weltweiten Weitung der Geldmenge
  • großes und diverses Investmentfeld mit vielen Spezialgebieten
  • höheres Risiko in der aktuellen Situation als physischer Gold- oder Silberbesitz, da Nachfrage in Krisenzeiten in vielen Bereichen weit rückläufig sein kann
  • generell im Vergleich recht volatile Anlageklasse
  • aktuell fundamental am langfristig interessantesten: Agrarrohstoffe, Wasser, neuartige Energietechnologien, Infrastruktur

 

Aktien:

  • nur selektiver Einsatz, nur fundamental deutlich unterbewertete Titel, da aktueller Bullenmarkt viele Aktien hat sehr hoch laufen lassen
  • langfristig folgen Aktien immer dem Unternehmensgewinn bzw. den Gewinnerwartungen
  • Masse des Aktienmarkts steht nominal seit Jahren weitgehend still im Vergleich zu Vorkrisenlevels (gemessen an tatsächlicher Inflation, nicht den offiziellen Zahlen). Nominell leichte Gewinne der Anleger, doch muss auch stets gegen die Inflationierung über die Jahre angekämpft werden
  • Risikoreich, jedoch auch chancenreich für die, welche wissen, was sie dort tun.
  • Sollten in jedem Portfolio sein, auch wenn die Märkte aktuell es mancherorts zur Zeit vielleicht etwas übertreiben
  • Besonders interessante Sektoren: Edelmetalle (antizyklisch), Verteidungsindustrie, Waffenfabriken, Alkoholproduzenten, alternative Energie, Elektronik (besonders Verteidigungs- und Rüstungselektronik), Gesundheitsbranche (demografischer Wandel, Obama-Wiederwahl)

 

Anleihen:

  • Drohender Preisrückgang im Falle steigender Leitzinsen
  • In einer Schuldenkrise nur bedingt bis überhaupt nicht ratsam (genaue Bonitätsprüfung des Schuldners!)
  • Aktuell sehr hoch bewertet, kaum ein spannendes Zinsniveau bei „normalen“ Risikobereichen.
  • Ich selbst halte aktuell keine einzige Anleihe und meide die Assetklasse zur Zeit komplet, denn ich gehe von einer Zinswende und kommendem Bärenmarkt in diesem Anlagesegment aus.

 

Devisen/Cash:

  • Zahlreiche Weltwährungen aktuell im langfristigen Abwärtswettrennen gegeneinander gemessen an realen Werten, auch wenn aktuell dieser Abwärtstrend etwas korrigiert.
  • Sinnvoll als Sicherheitsmaßnahme: Cashbestände außerhalb EUR zu diversifizieren.
  • Allgemeines Umfeld: Versteckte Inflationierung der weltweiten Geldmengen führt zu spürbarer Geldentwertung, die jedoch durch künstlich kleingerechnete, offizielle Zahlen versucht wird zu verbergen. Cash in größeren Mengen langfristig zu horten ist daher im aktuellen Umfeld nicht sinnvoll (vgl. den englischen Ausspruch „Cash is trash.“ = Papiergeld ist Abfall)
Sie haben Fragen zu den einzelnen Punkten oder möchten etwas ergänzen? Nutzen Sie in diesem Fall doch einfach die Kommentarfunktion und schreiben Sie uns!
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Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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Alte Kommentare
  • Igino Schraffl schrieb am 06.06.2014, 10:38 Uhr

    Die unter Anlageklasse Gold-Silber empfohlene Anlage in Goldmünzen ist bedenklich: der Preisunterschied zwischen Ankauf und Verkauf liegt bei 15%. Um rentabel zu sein, muss der Wert sich zunächst lediglich zur Vermeidung von Wertverlust um mindestens 15% erhöhen und dann auch um etwas mehr zur Rentabilitätsgarantie.