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Alles China oder was? Handeln Sie klug!

Das neue Börsenjahr lässt sich ja wenig verheißungsvoll an.

Dabei war der DAX zwischen den Jahren sogar fast auf 11.000 Punkte gestiegen, bevor er dann aktuell wieder auf unter 9.800 Punkte gesunken ist.

Die Schockwellen griffen von China aus auf die europäischen Aktienmärkte über. Dabei waren es vor allem Asiens Börsen welche zuletzt in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Chinesische Währung beendet jahrelangen Aufwertungstrend

Zuvor hatte nämlich der chinesische Yuan gegen den US-Dollar und andere internationale Währungen spürbar abgewertet.

Insgesamt hat der Yuan sich gegen den US-Dollar seit August 2015 um rund 5 % verbilligt.

USD/CNY-Entwicklung in den vergangenen 10 Jahren

USD_CNY_10Jahre

Quelle: Der Parseval

Das ist für die Marktteilnehmer eine gänzlich neue Erfahrung: In der Vergangenheit wertete der Yuan am internationalen Devisenmarkt jahrelang in kleinen Schritten auf. Nun kehrt sich diese Kursbewegung offenbar um.

Leidtragende dieser Neubewertung sind vor allem international agierende Exportunternehmen aus dem Westen, aber auch aus Japan oder Südkorea, die bedeutende Umsätze im Reich der Mitte erwirtschaften.

Chinas Ölnachfrage zieht an

Dennoch zeigt sich Chinas Ölnachfrage dagegen ungebrochen stark. Wie die chinesische Zollbehörde mitteilte, sind die Einfuhren im Dezember auf ein Rekordniveau von 7,8 Millionen Barrel pro Tag gestiegen.

Das entspricht einem Anstieg von 20% gegenüber dem Vormonat. Offensichtlich hat China die niedrigen Preise im Dezember für massive Käufe genutzt. Im Gesamtjahr 2015 stiegen Chinas Ölimporte um 9% auf 6,7 Millionen Barrel pro Tag, was ebenfalls ein Rekordniveau darstellt.

Allen Unkenrufen zum Trotz verbraucht China nicht nur mehr Öl als gedacht, sondern hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auch den seit sechs Monaten anhaltenden Exportrückgang im Dezember deutlich abgebremst.

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Die Exporte sanken im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 1,4%. Im Vorfeld hatten viele Beobachter sogar mit einem Minus von 8% gerechnet.

Ungeachtet der Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt erwartet die staatliche Planungseinrichtung NDRC für 2015 ein Wachstum von mindestens 7%. Das entspricht zwar dem geringsten Wachstum seit 25 Jahren, was aber von der Regierung in Peking bewusst in Kauf genommen wird.

China setzt auf Binnenkonsum

Denn diese will die Exportabhängigkeit reduzieren und setzt explizit auf den Binnenkonsum.

Außerdem ist die chinesische Wirtschaft inzwischen um 2.800% größer als noch vor 25 Jahren. Eine Wachstumsrate von 7% heute bringt unter dem Strich also absolut immer noch einen größeren Zuwachs, als das Gesamt-BIP des Jahres 1990.

Ein breit angelegter Einstieg in chinesische Aktien ist derzeit nicht empfehlenswert, aber ausgesuchte Einzeltitel, welche von der Transformation der chinesischen Wirtschaft und dem wachsenden Binnenkonsum profitieren, gehören jetzt in ein gut ausgesuchtes Depot.

Schließlich sollte man nicht vergessen, dass trotz des Einbruchs im chinesischen Aktienmarkt Mitte letzten Jahres das Jahr 2015 in China-Aktien per saldo ein Plus einbrachte, während US-Aktien insgesamt fast 6% verloren haben.

 


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© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Alexander von Parseval

Der Augsburger Vermögensverwalter entstammt einer alten französischen Bankiersfamilie, deren Wurzeln bis in die Spätrenaissance zurückreichen.

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