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Biontech Aktie im Höhenrausch: Omikron verleiht Flügel

Die Welt zittert vor Omikron, doch für einzelne Unternehmen und ihre Anleger ist die neu entdeckte Virusvariante mit einer Vielzahl von Mutationen eine ziemlich lukrative Angelegenheit.

Aktien von Biontech und Moderna machen Sprung nach oben

So haben das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer sowie auch Konkurrent Moderna umgehend angekündigt, ihre Vakzine hinsichtlich der Schutzwirkung gegenüber der neuen Virusvariante zu überprüfen und nötigenfalls anzupassen. Das ist dank mRNA-Technologie zwar technisch leichter möglich als bei klassischen Impfstoffen, wird aber bis zur Auslieferung der ersten Chargen dennoch wohl mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Trotzdem: Anleger wittern hier das nächste Geschäft und griffen bei den Aktien der Biotech-Firmen nach Bekanntwerden der neu aufgetauchten Omikron-Variante beherzt zu. So bringt es die Biontech Aktie binnen Wochenfrist auf ein Kursplus von fast 20 Prozent, Anteilsscheine von Moderna liegen sogar 30 Prozent über dem Wert der Vorwoche.

Politik diskutiert wieder über Patentfreigaben und Zwangslizenzen

Dabei scheint die Kauflaune der Anleger nicht einmal dadurch getrübt zu werden, dass die Diskussionen um eine Freigabe der Patente für die Impfstoffe oder auch die Vergabe von Zwangslizenzen dieser Tage wieder an Fahrt aufnehmen und in den Vordergrund rücken.

Tatsächlich ist die Impfquote in den ärmeren Ländern der Welt verschwindend gering im Vergleich zu den Industriestaaten. Kritiker mahnen jedoch, dass auch eine Patentfreigabe nicht sofort zu mehr Impfstoffverfügbarkeit führe, zumal es das eine Patent gar nicht gibt.

Stattdessen ist eine Vielzahl von Patenten mit der Entwicklung der Vakzine verbunden, und es braucht hochspezialisiertes Know-how für die Produktion der Chargen. Zudem könnte durch eine Freigabe der Patente für Pharmaunternehmen der wirtschaftliche Anreiz verloren gehen, künftig in entsprechende Forschung zu investieren.

Impfstoffverfügbarkeit auch in ärmeren Ländern erhöhen

Klar ist dennoch: Es braucht eine höhere Impfquote, nicht nur in Deutschland, sondern vor allem global. Solange die Vakzine in ärmeren Regionen der Welt nur wenigen Privilegierten zugänglich sind, wird es immer wieder zu neuen Ausbrüchen kommen, die sich dank weltumspannendem Flugverkehr rasend schnell global verbreiten.

Auch erhält das zirkulierende Virus dadurch die Möglichkeit, sich viel leichter anzupassen und die Schutzwirkungen der Impfstoffe zu unterlaufen. Inwieweit die Impfungen vor Omikron schützen, steht zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls noch nicht fest.

Die Welt glaubt an die mRNA-Pioniere

Dennoch glaubt die Welt – und mit ihr die Anleger – an die Leistungsfähigkeit der Impfstoffpioniere Biontech und Moderna, zeitnah Lösungen auch für dieses Problem präsentieren zu können. Bei den Top-Werten des Handelsjahres 2021 sind die beiden Biotech-Start-ups, deren Namen vor zwei Jahren noch kaum jemand kannte, jedenfalls nicht mehr wegzudenken.

Seit Beginn des Jahres haben sich Anteilsscheine von Moderna um mehr als 240 Prozent verteuert, während die Biontech Aktie um satte 340 Prozent in die Höhe geschnellt ist. Der wirtschaftliche Erfolg des Mainzer Unternehmens hilft nebenbei auch der hochverschuldeten Landeshauptstadt, voraussichtlich innerhalb von zwei Jahren den öffentlichen Haushalt zu sanieren.

In Mainz fühlt man sich seinem neuen Exportschlager entsprechend verbunden – und plant nun, die Region zu einem weltweit führenden Standort für Biotechnologie auszubauen. Gut möglich also, dass Anleger in Zukunft öfter mal nach Mainz schauen, wenn es um potenzielle Erfolgskandidaten aus diesem zukunftsträchtigen Segment geht.

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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