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Die 10 berühmtesten Geldfälscher der letzten 100 Jahre

„Die Fälschung unterscheidet sich vom Original dadurch, dass sie echter aussieht.“ – Ernst Bloch

2013 stellte die Deutsche Bundesbank rund 39.000 gefälschte Euro-Banknoten sicher. Im selben Jahr machten in Europa insgesamt 670.000 falsche Scheine die Runde.

Im Kampf gegen die Fälscher werden von der EU regelmäßig Banknoten mit besseren Sicherheitsmerkmalen in Umlauf gebracht (Quelle). Doch Sicherheitsmerkmale und empfindliche Strafen haben Fälscher auf der ganzen Welt bisher nicht davon abgehalten, ihr Glück mit den Blüten zu versuchen.

Von Frank William Abagnale Jr. bis zu Hans-Jürgen Kuhl: Berühmte Geldfälscher haben Geschichte geschrieben.

Alves dos Reis

Alves dos Reis wollte eigentlich Ingenieurswissenschaften studieren, stattdessen sorgte der Portugiese in den 1920er Jahren für den bisher größten Falschgeldbetrug, den das europäische Bankwesen je gesehen hat.

Portugiesische 500 Escudo Note mit dem Abbild von König João II

Portugiesische 500 Escudo Note mit dem Abbild von König João II

Ein Vertrag im Namen der Banco de Portugal

Geboren 1898 in Lissabon, begann Alves schon früh mit der Betrügerei. Um 1916 an einen Job im Bauwesen zu gelangen, fälschte er ein Diplom der Polytechnic School of Engineering in Oxford und bereicherte sich 1922 an einem Unternehmen, das ihn anstellte, indem er 100.000 US-Dollar veruntreute.

Sein größter Coup sollte jedoch 1924 folgen. Statt in mühsamer Kleinarbeit Geld zu fälschen, stellte Alves einen Vertrag im Namen der Banco de Portugal aus. „Die Zentralbank“ (Alves) beauftragte ein privates Unternehmen mit dem Druck von 500-Escudo-Scheinen.

Der Vertrag war so gut gefälscht, dass er von allen wichtigen Konsulaten, unter anderem auch dem deutschen, notariell beglaubigt wurde.

Aussenansicht: Portugiesische Zentralbank

Aussenansicht: Portugiesische Zentralbank –  © E125bb, verwendet nach den Bestimmungen der Creative Commons Lizenzen

Falschgeld im Wert von 1,25 Millionen Euro

Das britische Unternehmen Waterlow&Sons wurde 1924 mit dem Druck der Escudo-Scheine, die laut Alves in Auftrag gegeben wurden, um den Geldverkehr in Portugals Kolonie Angola zu beleben, beauftragt.

Bis zum Jahr 1925 wurden so rund 200.000 Banknoten zu je 500-Escudos gedruckt, mit einem Gesamtwert von 1,25 Millionen Euro. Das „Falschgeld“ entsprach rund einem Prozent des damaligen portugiesischen Bruttoinlandsprodukts.

Alves behielt 25 Prozent des Gewinns für sich und investierte in ein Taxiunternehmen, das das gesamte Taxigeschäft in Lissabon übernahm, außerdem ein eigenes Bankhaus und Agrarunternehmen.

Nebenbei versuchte er so viele Anteile an der Banco de Portugal zu erwerben, um diese irgendwann übernehmen zu können.

Verhaftung 1925

1925 wurden Alves dos Reis Machenschaften jedoch enttarnt und er im Alter von nur 28 Jahren auf einem Schiff, das ihn nach Angola bringen sollte, festgenommen. Durch die Aufdeckung des Verbrechens verlor die portugiesische Währung an Wert.

Die Machenschaften Alves trugen dazu bei, dass sich eine Regierungskrise bildete und 1926 gelang es dem Militär eine Diktatur in Portugal zu etablieren (Quelle).

Zwei Exilgeorgier, ein Reichwehroffizier und ein Ölmagnat

Falschgeld wird nicht nur dazu genutzt, um sich selbst zu bereichern, sondern auch, um Nationen wirtschaftlich zu destabilisieren. Das Ziel, mit Falschgeld die UdSSR zu stürzen, verfolgte ab 1926 eine illustre Truppe um Schalwa Karumidse, einen Bankier aus Georgien, der sich im Exil befand.

Sovietische 1 Chervonetz Note

Sovietische 1 Chervonetz Note

Mit Falschgeld die UDSSR zerstören

In Zusammenarbeit mit Bassilus Sadathierschwili, seines Zeichens ebenfalls Exilgeorgier und Anti-Bolschewist, schmiedete er mit Henry Deterding, Chef von Royal Dutch Shell und dem deutschen General Max Hoffmann, der im ersten Weltkrieg eine wichtige Rolle spielte, Pläne wie sich die UdSSR zerstören lassen könnte.

Alle verfolgten unterschiedliche Interessen: Hoffmann wollte militärische Macht demonstrieren, Deterding war am georgischen Öl interessiert und Karumidse sowie Sadathierschwili wollten die UdSSR einfach nur zusammenbrechen sehen.

Generalmajor Max Hoffmann – © Bundesarchiv, Bild 146-2008-0278 / CC-BY-SA

Generalmajor Max Hoffmann – © Bundesarchiv, Bild 146-2008-0278 / CC-BY-SA

Gefälschte Tscherwonzennoten in Frankfurt

1927 schaffte es die Berliner Falschgeldzentrale, die Existenz von russischem Falschgeld nachzuweisen. In Frankfurt stieß man auf 120.000 gefälschte Tscherwonzennoten plus Papier, das für das Fälschen von weiteren 1,2 Millionen Banknoten gereicht hätte.

Sadathieraschwili wurde wenig später gefasst. Über ihn wurde die Zusammenarbeit des Falschgeld-Quartetts nachgewiesen.

Zwei Verhaftungen und zwei Freisprüche

Die Affäre sorgt für unterkühlte deutsch-sowjetische Beziehungen und da weder das preußische Innenministerium, noch das Landgericht Interesse daran hatten, das heiße Eisen anzufassen, zogen sich die Verhandlungen in die Länge.

1930 stand endlich das Urteil fest: Karumidse wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt und Sadathieraschwili zu zwei Jahren und zehn Monaten. Deterdinger und Hoffmann wurden freigesprochen, da ihnen nichts nachgewiesen werden konnte (Quelle).

Emerich Juettner

1 US Dollar Note mit dem Abbild von Gründungsvater und 1. Präsident der USA George Washington

1 US Dollar Note mit dem Abbild von Gründungsvater und 1. Präsident der USA George Washington

Emerich Juettner, auch bekannt unter seinem Pseudonym Edward Müller, trieb rund 10 Jahre sein Falschgeld-Unwesen in New York, ohne dass ihm die Behörden auf die Schliche kamen.

Juettner, in Österreich geboren, immigrierte 1890 im Alter von 13 Jahren in die USA. Nach dem Tod seiner Frau 1937 und dem Auszug seiner Kinder, setze Juettner sich in der Upper West Side zur Ruhe.

Geldnot macht erfinderisch

Geld war knapp und der 63-Jährige lebte am Existenzminimum. Eins führte zum anderen und Juettner nutze seine Kenntnisse in Fotogravur, die er noch vor der Migration in die USA in Österreich erlernt hatte, um Falschgeld herzustellen. Er fotografierte einen Ein-Dollar-Schein, transferierte das Bild auf Zink-Platten, die er in Säure legte. Mithilfe einer Handpresse war Juettner so in der Lage Ein-Dollar-Scheine selber herzustellen.

Bei den Banknoten handelte es sich jedoch nicht um Meisterwerke. Washingtons linkes Auge war ein schwarzer Fleck, sein rechtes Mandelförmig und Buchstaben sowie Nummern waren teilweise kaum zu lesen. Trotzdem wurde der Ein-Dollar-Schein 1938 von dem Inhaber eines Zigaretten-Ladens am Broadway angenommen.

Die Akte 880

Beim Versuch den Schein bei der Bank einzutauschen, fiel die Fälschung auf. Der Secret Service musste sich der Sache annehmen und öffnete eine Akte mit der Nummer 880, im Glauben, dass es sich um einen stupiden Einzelfall handeln würde. Denn wer fälscht schon Ein-Dollar-Scheine?

Autobahnschild des

Autobahnschild des „Highway 880“

Doch schon im Jahr 1939 verzeichnete die Akte 880 rund 600 nachgewiesene falsche Ein-Dollar-Scheine. 1947 verfügte der Secret Service über rund 5000 Dollar an Juettner-Geld.

Nicht mehr als zwei Dollar pro Tag

Dass der Rentner nicht geschnappt wurde, verdankte er seiner Vorsicht. Er zahlte nur während der Rush-Hour mit Falschgeld, brachte pro Tag nicht mehr als zwei Scheine in Umlauf und bezahlte niemals im selben Laden zweimal mit falschen Ein-Dollar-Noten.

Obwohl Juettners falsche Scheine immer schlechter produziert wurden, statt Washington stand nach 1939 „Wahsington“ auf seinen Dollar-Banknoten, wurde er erst 1948 geschnappt – durch einen Zufall.

Ein Feuer führt zur Verhaftung

Kurz vor Weihnachten 1947 brannte Juettners Wohnung ab, seine Habseligkeiten wurden aus dem Fenster geschmissen und teilweise vom Schnee überdeckt. Im Januar 1948 fanden Nachbarn komisch aussehende Ein-Dollar-Scheine auf der Straße.

Juettner wurde vom Secret Service verhaftet und zu einem Jahr und einem Tag Haft verurteilt. Seine Geldstrafe betrug einen (echten) Dollar.

Mister 880 wird zum Hollywood-Star

Doch Juettners Falschgeld-Skandal hatte noch ein Happy Ending: Der Hollywood-Film „Mister 880“ aus dem Jahr 1950 basiert auf der Geschichte Juettners und brachte dem Geldfälscher mehr Geld ein als seine Dollar-Blüten (Quelle).

Bernhard Krüger

Bernhard Krüger war NSDAP-Mitglied und leitete während des zweiten Weltkriegs das Referat des Sicherheitsdienstes des Reichsführers (SD). Unter seiner Aufsicht wurde 1939 die Operation Bernhard gestartet, bei der gefälschte Pfundnoten in Umlauf gebracht werden sollten.

Aufnahme von Bernhard Krüger in englischer Gefangenschaft

Aufnahme von Bernhard Krüger in englischer Gefangenschaft

Falschgeld als Waffe

Ziel der Operation war es, die britische Wirtschaft durch Falschgeld zu schwächen und eine Inflation hervor zu rufen.

Ab 1943 wurden rund 134 Millionen Pfund gedruckt. Zum Geldfälschen rekrutierte die NSDAP insgesamt 144 Häftlinge aus den Konzentrationslagern, die Grafiker waren oder andere vergleichbare handwerkliche Berufe erlernt hatten und nun in der Fälscherwerkstatt im Lager Sachsenhausen tätig sein mussten.

134 Millionen Pfund für Großbritannien

Aber wie das Geld unter das britische Volk bringen? Die erste Idee, einfach tausende Scheine per Flugzeug über dem Empire abzuwerfen, wurde 1943 verworfen. Stattdessen wollte man Rohstoffe und Co. mit Falschgeld bezahlen – und das im großen Stil.

Das Falschgeld wurde über den Schwarzmarkt verteilt und größtenteils dazu genutzt, um Devisen zu kaufen und zum Beispiel Agenten, die in Großbritannien für Deutschland spionierten, zu entlohnen. Als einer der Vertriebe und Umschlagplätze fungierte unter anderem ein Hotel in der Nähe von Meran.

33 Prozent des Wertes der Falschgeldmenge wurden vom Leiter Friedrich Schwend und seiner Gefolgschaft einbehalten. So bereicherten sich die Anhänger des NS-Regimes durch den Umtausch der Währung auch selber (Quelle, Quelle).

Ehemaliger Zwangsfälscher Adolf Burger

Ehemaliger Zwangsfälscher Adolf Burger – © Thierry Caro, verwendet nach den Bestimmungen der Creative Commons Lizenzen

Neue 50-Pfund-Scheine von der Bank of Englang

Bernhard Krüger wurde 1945 verhaftet. Die Bank of England nahm alle 50 Pfund Scheine nach dem Krieg aus dem Verkehr und ersetzte sie durch neu produzierte. Die echten waren dabei kaum von den Nazi-Fälschungen zu unterscheiden.

Die Geschichte der Zwangsfälscher wurde unter dem Titel „Die Fälscher“ 2009 verfilmt (Quelle).

Frank William Abagnale Jr.

Frank William Abagnale Jr. ist einer der berühmtesten amerikanischen Scheckbetrüger. Geboren 1948 in New York, startete er seine Check-Betrüger „Kariere“ im Alter von nur 16 Jahren.

Frank William Abagnale Jr

Frank William Abagnale Jr. – © Marcus JB, verwendet nach den Bestimmungen der Creative Commons Lizenzen

Pilot, Arzt oder doch lieber Professor?

Nach der Scheidung seiner Eltern verließ Abagnale sein Zuhause und fing an sich selbst ungedeckte Checks auszustellen, um zu überleben. Bis zu seiner Verhaftung mit 21 Jahren durch die französische Polizei hatte es Abargnale geschafft, sich erfolgreich als Pilot, Arzt, Rechtsanwaltsgehilfe, Professor für Soziologie und als Regisseur auszugeben.

Er schaffte es in den USA und 26 weiteren Ländern ungedeckte Checks im Wert von rund 2,5 Millionen Dollar einzulösen.

Vom Checkbetrüger zum Berater des FBI

Nach seiner Verhaftung 1969 in Frankreich, saß er in Perpignan ein und wurde dann nach Malmö in Schweden ausgeliefert. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es weiter in die USA, wo er zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Mit 26 Jahren wurde Abagnale auf Bewährung entlassen, im Austausch für seine Zusammenarbeit mit dem FBI. Die nächsten 35 Jahre arbeitete Frank mit dem FBI im Kampf gegen Checkbetrügerei zusammen und trug dazu bei, dass eine Vielzahl an Geldfälschern geschnappt wurde.

Abagnale als Promi und Geschäftsmann

Abagnale trat 1977 in der Show „To tell the Truth“ auf, in der erraten werden sollte, bei welchem der drei Kandidaten es sich um den echten Frank William Abargnale Jr. handelte.

Video: http://youtu.be/A-QSz4R7mR0

Er gründete seine eigene Firma, Abagnale & Associates und hat bisher als Sachverständiger mit hunderten von Unternehmen und sogar Regierungen zusammengearbeitet (Quelle).

Verfilmung des Lebens des Scheckbetrügers Frank William Abagnale Jr.

Verfilmung des Lebens des Scheckbetrügers Frank William Abagnale Jr. „Catch me if you can“

Abagnales Leben wurde 2002 von Steven Spielberg verfilmt. Leonardo DiCaprio verkörpert den Check-Betrüger in „Catch Me If You Can“. Abagnale selbst hatte ebenfalls einen Auftritt: Er spielt einen französischen Polizisten, der den fiktiven Frank William Abagnale Jr. in Frankreich verhaftete (Quelle).

Hans-Jürgen Kuhl

Bei Kuhls Festnahme 2007 fand die Polizei rund 16,5 Millionen Dollar in Falschgeld in seinem Besitz. Aber wie kam es, dass Hans-Jürgen Kuhl für den bis Dato weltweit drittgrößten Dollar-Falschgeld-Fund verantwortlich war?

100 US-Dollar Note mit dem Abbild von Grundüngsvater Benjamin Franklin

100 US-Dollar Note mit dem Abbild von Grundüngsvater Benjamin Franklin

Geboren 1941 in Dattenfeld, war Kuhl ab 1970 als Grafik-Designer tätig und wurde zum gefeierten Modedesigner und später Künstler für Pop-Art. Ende der 1990er Jahre, liefen die Geschäfte schlechter und Kuhl knüpfte 2005 Kontakte zur Kölner Unterwelt.

Blüten für den Irak

Der Plan: Gefälschte Dollarnoten für den Irak herstellen. Kuhl investierte 11.600 Euro in eine Druckmaschine und experimentierte mit der passenden Drucktechnik. Durch eine Kombination aus Siebdruck und Offsetdruck schaffte er es, 100-Dollar-Noten zu drucken, die sich kaum vom Original unterscheiden ließen.

Einzig der Silberstreifen fehlte den Blüten. Mit diesem Verfahren konnte Kuhl pro Tag rund 20 Millionen Dollar drucken. Das Geld wurde in einem Container in Köln-Ossendorf gelagert. Jedoch meldete sich der Abnehmer nie.

Ein Müllsack voller Falschgeld

Hätte sich nicht der Zufall eingeschaltet, wäre die Polizei Kuhl wohl nicht auf die Schliche gekommen. 2006 fand ein Müllmann auf einer Kölner Deponie einen Müllsack mit geschreddertem Falschgeld und einem Briefumschlag mit einer Adresse. Es handelte sich dabei um Kuhls Fehldrucke und Kuhls Adresse.

Erst nach acht Monaten Überwachung des BKA, gelang es den Fahndern, Kuhl eine Falle zu stellen, indem er einem Lockvogel Falschgeld im Wert von 250.000 Dollar verkaufte. Hans-Jürgen Kuhl wurde 2007 zu sechs Jahren Haft verurteilt (Quelle, Quelle).

Stephen Jory (Lavender Hill Mob)

Stephen Jory war Großbritanniens berühmtester Geldfälscher. Bis zu seiner Verhaftung 1998 überschwemmte er das Vereinigte Königreich mit Millionen an falschen Pfund.

Aufnahme der neuen (unten) und alten (oben) 20 Britische Pfund Noten

Aufnahme der neuen (unten) und alten (oben) 20 Britische Pfund Noten – © Christopher Elison / flickr.com

Erst Parfum, dann Falschgeld

Jory wurde 1949 in Hackney geboren und fing schnell an, sich kriminell zu betätigen. In den 1970er Jahren hatte er es zum Pionier bei der Herstellung von gefälschtem Parfum gebracht. Bei seiner ersten Verhaftung 1985 wurde er verantwortlich für einen internationalen Parfum-Betrug im Wert von 300 Millionen Pfund gemacht.

Nach seiner Entlassung kaufte er sich eine Druckmaschine und produzierte mit seinen Komplizen nach eigener Aussage bis zu seiner Festnahme 1998 20-Pfund-Scheine im Gesamtwert von 50 Millionen Pfund.

Hochwertige 20-Pfund-Blüten

Die Banknoten seiner Gang, die auch unter dem Namen „Lavender Hill Mob“ bekannt ist, waren eine so gute Fälschung, dass sie nicht von den UV-Detektoren erkannt wurden.

Die Bank of England sah sich gezwungen, das Design ihrer 20-Pfund-Noten zu verändern und bessere Sicherheitsstandards einzuführen. 2006 starb Jory im Gefängnis. Nachlesen lässt sich Jorys Geschichte in seiner Autobiografie „Funny Money“, die er 2002 verfasste (Quelle).

Arthur J. Williams Jr. und Sohn

Arthur Williams ist ein US-amerikanischer Geldfälscher, der in seiner 10 Jahre andauernden Karriere, Falschgeld im Wert von 10 Millionen US-Dollar produziert, was ihm den Namen „King of Counterfeit“ einbrachte.

Geboren 1972 in Chicago, lernte er im Alter von 16 Jahren die Kunst des Geldfälschens von einem Freund seiner Mutter mit dem Namen „DaVinci“. Schnell wurde die kriminelle Unterwelt auf ihn aufmerksam.

Mehrere 100 US Dollar Noten

Mehrere 100 US Dollar Noten – © Milad Mosapoor, verwendet nach den Bestimmungen der Creative Commons Lizenzen

Der Superdollar nach Williams Art

1996 gelang Williams sein größter Coup: Er fälschte die neu eingeführte 100-Dollar-Note in einer Qualität, die sich mit dem berühmten Superdollar messen lassen kann: Falsche 100-Dollar-Noten von höchster Qualität, die von den späten 1980er bis 2000 im Umlauf waren.

2002 wurde Williams von den Behörden gefasst und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. 2006 wanderte er wieder in den Knast, diesmal für sieben Jahre. Im Januar 2014 wurde er entlassen.

Seiner Lebensgeschichte ist ein Buch mit dem Titel „The Art of Money Making“ gewidmet (Quelle, Quelle).

Eine handvoll US Dollar, auch

Eine handvoll US Dollar, auch „stack“ genannt, mit unterschiedlich großen Noten (100, 50 und 20$ Scheine)

Geldfälschen liegt in der Familie

Arthur J. Williams Jr. ist jedoch nicht der Einzige in seiner Familie, der sich am Geldfälschen versuchte. Sein Sohn Art Williams III wurde 2009 im Alter von nur 19 Jahren verhaftet, da ihm der Verkauf von Falschgeld im Wert von 6.400 Dollar an einen Informanten der Regierung unterstellt wird.

Seine Machenschaften als Geldfälscher versuchte Arthur gar nicht erst zu verstecken. Auf seinem beschlagnahmten Computer befanden sich Bilder, in denen Art mit dem Falschgeld posierte und es existiert ein Song mit dem Titel „Mr. Counterfeit“, dessen Urheber der jüngste Williams sein soll.

Selbst zu der Zeit, in der er auf Kaution in Freiheit war, soll der Sprössling Falschgeld im Wert von rund 62.700 Dollar hergestellt haben. Das Drucken der Blüten habe ihm sein Vater beigebracht; damals war er 14 Jahre alt.

Anatasios Arnaouti

Anatasios Arnaouti gab sich nicht damit zufrieden, ein paar Dollar und Pfund zu fälschen. Der Brite mit griechischen Wurzeln und seine Geldfälscher-Truppe schafften es zeitweise pro Tag falsche Währung im Wert von 347.350 Euro zu produzieren.

Ein Bündel von 50 Britische Pfund Noten, Gesamtwert 2.500 Pfund

Ein Bündel von 50 Britische Pfund Noten, Gesamtwert 2.500 Pfund – © Images Money / flickr.com

2,5 Millionen Pfund und 3,5 Millionen Dollar

Im Jahr 2000 fingen Arnaouti und sechs Komplizen damit an, Dollar- und Pfund-Noten zu fälschen und diese an kriminelle Gangs weiter zu verkaufen.

Aufgedeckt wurden die Machenschaften 2002 vom britischen National Crime Squad und dem US Secret Service. Die Beamten beschlagnahmten gefälschte 10-Pfund-Noten im Wert von 2,5 Millionen Pfund und falsche 100-Dollar-Noten im Gesamtwert von rund 3,5 Millionen Dollar.

Die Fälscher-Gang wurde außerdem bei der Herstellung des Falschgeldes durch ihren drei Tonnen schweren Farbdrucker von Undercover Reportern der BBC gefilmt.

Arnaoutis Blüten auf Weltreise

Bis heute ist nicht klar, wie viele Blüten die Geldfälscher-Bande wirklich gedruckt hat und wieviel Falschgeld in Umlauf gebracht wurde. Experten gehen jedoch davon aus, dass der Umfang der Fälschungen in der Lage gewesen wäre, die britische und die US-amerikanische Wirtschaft zu destabilisieren.

Das produzierte Falschgeld hatte solch gute Qualität, dass es noch nach der Verhaftung von Arnaouti in anderen Nationen wie Kanada und Frankreich auftauchte. Der ehemalige Grafikdesigner Arnaouti wurde 2005 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt (Quelle, Quelle).

Albert Talton

Wer hätte gedacht, dass sich mit einem einfachen Tintenstrahldrucker Falschgeld im Wert von über 5 Millionen Euro drucken lässt?

Der US-Amerikaner Alber Talton schaffte es nur mit einem einfachen Drucker und kaum Erfahrung im Grafik-Design so echt aussehendes Falschgeld zu produzieren, das den Secret Service drei Jahre erfolglos nach ihm suchen ließ.

20 US Dollar Note mit dem Abbild von Präsident Andrew Jackson unter Schwarzlicht

20 US Dollar Note mit dem Abbild von Präsident Andrew Jackson unter Schwarzlicht

Hewlett-Packard als Gelddruckmaschine

Taltons erste Druckversuche starteten im Jahr 2004. Nach dem Verbüßen einer Strafe für Bank-Betrug, wagte er seine ersten Fälscherversuche mit einem Hewlett-Packard all-in-one Drucker, den er gebraucht für nur 150 Dollar erstand.

Das einzige Problem: Er hatte nicht das richtige Papier. Wurden die Falschgeld-Noten mit einem Geldprüfstift getestet, verfärbten sie sich braun und nicht hell-gelb, was auf echte Banknoten hinweisen würde.

Durch einige Zufälle fand Talton jedoch heraus, dass Toilettenpapier und die Seiten von Bibeln, Wörterbüchern und Zeitungen alle aus einem speziellen recycelten Papier bestanden, das das richtige hellgelbe Prüfergebnis liefert.

Erst Kalifornien, dann die ganzen USA

Erst 2005 wurden die ersten Talton‘schen Falschgeld-Noten, die auf Zeitungspapier gedruckt waren, entdeckt. Von Kalifornien aus, dem Heimatstaat Taltons, verbreiteten sich die Blüten über die ganzen USA.

Bis 2006 stießen die Beamten auf insgesamt 1,3 Millionen falsche Scheine, die alle die Nummer H2 und H38 trugen (Nummern, die dazu genutzt werden um anzuzeigen, wo echte Scheine im Bureau of Engraving and Printing produziert werden) und sich so als Falschgeld identifizieren ließen.

Verhaftung dank H&M

2008 wurden drei Verdächtige in einem H&M Laden in LA dabei erwischt, wie sie einen Einkauf im Wert von 1000 Dollar mit Falschgeld bezahlten, Taltons Falschgeld. Eins führte zum anderen und Albert Talton wurde im Mai desselben Jahres verhaftet.

In seinem Haus fand die Polizei Falschgeld im Wert von 162.000 Dollar und fast fertige Noten im Wert von 1.4 Millionen Dollar. Der Secret Service geht davon aus, dass Talton in den vier Jahren, in denen er aktiv war, Falschgeld im Wert von 6.798.900 Dollar (knapp über 5 Millionen Euro) in Umlauf gebracht hat, die echte Summe soll jedoch um einiges höher ausfallen.

Albert Talton wurde 2009 im Alter von 46 Jahren zu neun Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt (Quelle).

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