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Währungssystem im Zeitalter der Entdollarisierung!

Die sogenannte Entdollarisierung (Dedollarisation) ist ein Prozess, bei dem der US-Dollar als Währung sukzessive ersetzt wird, beispielsweise für den Handel mit Öl, Gas und weiteren Rohstoffen, wie etwa Gold. In diesem Bereich unseres Geldsystems hat sich über die Jahrzehnte mit dem „Petrodollar“ ein eigener Währungsbegriff für den Export von Erdöl und dessen Abrechnung in US-Dollar entwickelt.

Das Volumen der US-Dollar-Reserven von Staaten, die Anzahl der Wertpapiere, die auf US-Dollar lauten, und die Bedeutung als Vertragswährung in bilateralen Abkommen werden in Zukunft weiter abnehmen. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sind ein Verstärker der Entdollarisierung hin zu einer multipolaren Währungswelt. Kein Weltwährungssystem hatte bislang auf Dauer Dominanz.

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Teil der Kriegsvorbereitung: Russland hat 2021 bereits seine USD-Devisenreserven liquidiert

Vor diesem Hintergrund sind derzeit ebenso hochinteressante wie weitreichende Entwicklungen an den internationalen Finanz- und Rohstoffmärkten zu beobachten. Russlands Präsident Wladimir Putin hat bereits im Jahr 2014 betont, Verkäufe von Erdöl und Gas in Rubel und anderen Währungen abwickeln zu wollen, um das Währungsmonopol der USA zu brechen. Seither hat Russland US-Staatsanleihen verkauft und Gold gekauft. Der Kreml begann bereits vor rund neun Monaten, seine Strategie der Entdollarisierung massiv zu forcieren, indem der USD-Devisenanteil im staatlichen Investitionsfonds Russlands von 35% auf 0% zurückgefahren wurde. Aus heutiger Sicht ist dieser Schritt als Kriegsvorbereitung zu bewerten, um das russische Wirtschaftssystem auf verschärfte Sanktionen vorzubereiten.

China verfolgt aus geopolitischer Sicht im Hinblick auf die Entdollarisierung die gleichen Interessen wie Russland. Das Reich der Mitte hat bereits umfassende Verträge mit erdölexportierenden Ländern abgeschlossen, die nicht mehr in US-Dollar, sondern in chinesischen Yuan denominiert sind. Gleiches gilt für zahlreiche Verträge, die China mit afrikanischen Ländern geschlossen hat, um sich den Zugang zu den dortigen Rohstoffvorkommen zu sichern. In Shanghai gibt es mittlerweile ein chinesisches Gold-Fixing. Selbst Saudi-Arabien erwägt, Zahlungen für Öl-Exporte nach China in Yuan statt in US-Dollar abzuwickeln. Der US-Dollar gerät als Weltreservewährung also zunehmend unter Druck.

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Über den Autor
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Markus Miller

Markus Miller ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.

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