Steigen mit Macron jetzt die Zinsen?

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Die Erleichterung über den Sieg des Newcomers Macron bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich hält an. Mittlerweile sind zahlreiche Glückwunsche von Staats- und Regierungschefs beim Chef der politischen Bewegung En Marche! eingegangen, darunter auch Trump und Putin.

49,99% der Stimmen fallen unter den Tisch

Neben der Erleichterung und dem Jubel rücken jetzt die eigentlichen Aufgaben für Frankreich und seinen neuen Präsidenten in den Mittelpunkt.

Bis zu den Parlamentswahlen Mitte Juni ist nicht mehr viel Zeit. Wie auch bei der Präsidentenwahl geht es auch in zwei Wahlgängen nach dem Mehrheitswahlrecht. Deshalb gibt es am 11. und 18. Juni zwei Wahlgänge.

Wahlrecht für Erstarken von Le Pen mitverantwortlich

Das Mehrheitswahlrecht hat zur Folge, dass 100% der Stimmen an eine Partei gehen, wenn diese 50,01% eines Wahlbezirks bekommen hat. Der Rest der Stimmen fällt einfach unter den Tisch. Breite Teile der Bevölkerung sind schlicht nicht vertreten.

Dieses in meinen Augen veraltete und undemokratische Verfahren ist ein Grund, weshalb die rechtspopulistische Front National unter Le Pen so erfolgreich werden konnte.

Ende der lockeren Geldpolitik schon im Juni?

Ich habe bisher nur zaghafte Äußerung von Macron gehört, das ungerechte Mehrheitswahlrecht in Frankreich abzuschaffen. Schon im Juni deutet sich aber eine andere Entwicklung an: Ein Ende der lockeren Geldpolitik der EZB.

Mit dem Wahlsieg von Macron und dem Mißerfolg von Le Pen hat Europa einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor weniger.

Frankreich: Wann kommen die längst überfälligen Reformen?

Kein Zweifel: Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone hat sich in der letzten Zeit wieder etwas beschleunigt. Das gilt aber nicht unbedingt für Frankreich.

Hinzu kommt, dass der französische Staat wesentlich mehr verschuldet ist als zum Beispiel Deutschland. Auch hier nimmt der Druck auf Macron und seine neue Regierung zu, schon bald zu liefern und die längst überfälligen Reformen einzuleiten.