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Norwegen: So treibt die Wasserkraft die Elektromobilität an!

In welchem Land gibt es die meisten E-Autos? Die Antwort ist relativ einfach: in China. Angesichts dessen Einwohnerzahl ist das wahrlich auch kein Wunder.

Aber wissen Sie auch, in welchem Staat es die meisten Stromer pro Kopf gibt? Hier jedenfalls kann China nicht mithalten. In der Volksrepublik gibt es pro 1.000 Einwohner gerade einmal 3,0 Elektroautos und damit noch weniger als in den USA (5,2) und in Frankreich (6,4). Deutschland steht übrigens mit 8,5 Stromern pro 1.000 Bürgern deutlich besser dar (via Statista).

Norwegen fährt anderen Ländern bei E-Mobilität davon

Der Spitzenplatz allerdings geht mit großem Abstand an Norwegen. In dem skandinavischen Land gibt es pro 1.000 Einwohner 81,0 Elektroautos. Zum Vergleich: Island liegt mit 36,8 abgeschlagen auf Platz 2, gefolgt von Schweden (20,6).

Norwegen ist damit das Musterland der Elektromobilität. Schon vor vielen Jahren hat die dortige Regierung das Thema für sich entdeckt und entsprechende Investitionen getätigt. Vor allem bei der Energieinfrastruktur gelten die Skandinavier als Vorbild.

Wasserkraft: günstig und klimaschonend

Der größte Teil des norwegischen Stroms stammt aus der Wasserkraft. Die jährliche Produktionskapazität liegt bei mehr als 122.000 GWh. Experten schätzen, dass das Land damit nur 60 Prozent seines Wasserkraftpotenzials ausschöpft. In den nächsten Jahren dürfte der Ausbau der Wasserkraft also weiterhin eine hohe Priorität genießen.

Doch bereits heute verfügt das Land über so viele Wasserkraftwerke, dass man damit Strom wesentlich günstiger herstellen kann als mit fossilen Brennstoffen. Davon profitieren auch die Verbraucher und nicht zuletzt die Fahrer von E-Autos. Die Ladekosten der Stromer sind in Norwegen schlicht wesentlich attraktiver als zum Beispiel in Deutschland.

Gleichzeitig sorgt die Nutzung der Wasserkraft dafür, dass die E-Autos deutlich klimaschonender sind. Geld und Klima: Beide Kaufargumente verleiten immer mehr Norweger dazu, sich für einen Stromer zu entscheiden. Inzwischen machen diese deutlich mehr als die Hälfte der dortigen Neuzulassungen aus, im September waren es gar 77 Prozent.

Norwegen als Testfeld

Kein Wunder also, dass Norwegen für die Autofirmen längst zu einem Testfeld avanciert ist. Chinesische Unternehmen etwa wollen in dem skandinavischen Land ihre Expansion nach Europa starten. Sollten die Autos dort zu einem Erfolg werden, will man weitere Märkte wie etwa Deutschland erschließen. Zu jenen Firmen gehören beispielsweise Xpeng und Nio.

Tesla dominiert den Markt

Aber auch die etablierten Konzerne sind längst sehr engagiert in Norwegen. Der dortige E-Branchenprimus ist der US-Autobauer Tesla. Allein im September war etwa jedes dritte in Norwegen neu zugelassene Auto ein Tesla. Kassenschlager waren die Modelle Y und 3. Dahinter folgten mit weitem Abstand Fabrikate von Skoda, Toyota, Audi, VW, Hyundai und Ford.

Tesla-Chef Elon Musk hatte das Land mehrfach wegen dessen ausgezeichneter Energieinfrastruktur gelobt. Dass man ausgerechnet im E-Musterland Norwegen so erfolgreich ist, ist für den Konzern und dessen Anleger sicherlich ein weiterer Beweis für den eigenen Pioniercharakter.

Wenn Sie als Anleger mit der Elektromobilität Rendite machen wollen, sollte ein Blick nach Norwegen jedenfalls nicht fehlen.

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Über den Autor
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Marco Schnepf

Börse aus Leidenschaft: Marco Schnepf analysiert seit Jahren das tägliche Geschehen an den Kapitalmärkten.

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