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Mit dem Diesel auf Eiersuche

Manchmal hat man das Gefühl, dass jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Aktuell stehen Eier und Diesel-Autos im Mittelpunkt des Medieninteresses. Die einen sind verseucht, die anderen verseuchen, um es auf den Punkt zu bringen.

Und irgendwie weiß niemand eine Lösung, wie man dieser Probleme wirklich Herr wird. Kriegen die Eier ein Software-Update oder die Dieselfahrzeuge? Ich weiß das nicht mehr so genau, doch irgendwie wird auch hier wieder getrickst, um die vorherigen Tricks quasi auszutricksen.

Vor allem der Auto-Gipfel hat mir da optisch sehr gefallen – wie die feinen Herren der Autogiganten mit den vermeintlichen Volksvertretern um einen riesigen ovalen Tisch saßen, um darüber zu diskutieren, welche Tricks man nun der Bevölkerung am besten verkaufen kann.

Denn klar ist, dass Hans Müller und Lotte Meier die Zeche am Ende wieder zahlen. Aber das tun sie eigentlich ja immer, ob es nun um Sünden der Industrie geht oder um die Integration von Kriegs-, Knast- und Wirtschaftsflüchtlingen. Auch hier habe ich übrigens inzwischen den Überblick verloren.

In puncto Dieselaffäre sollte die Politik aus meiner Sicht übrigens weniger klüngeln, sondern einfach kluge Weichenstellungen vornehmen.

Andere Länder (sogar Großbritannien) sind da schon weiter und haben einfach einen Zeitpunkt festgelegt, ab dem man keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zulassen wird. Andere Unternehmen sind auch schon weiter.

So treibt Tesla die Autoindustrie vor sich her, in dem man in wenigen Jahren aufgezeigt hat, dass man Autos durchaus elektrisch bewegen kann.

Als FCKW als Klima-Killer identifiziert wurde, hat die Industrie gejammert, dass ein Ausstieg bzw. Umstieg auf andere Treibgase viele Jahre benötige. Ein Jahr später hatten alle Anbieter Alternativen gefunden.

Der internationale Wettbewerb wird die Autoindustrie daher schneller revolutionieren, als dies die Konzernchefs gern verhindern würden. Und das wiederum bedeutet eigentlich am Ende auch die Rettung unserer Flaggschiffe wie Mercedes, Porsche oder BMW.

Denn den Kunden wird es in zehn Jahren egal sein, wie sich diese Statussymbole fortbewegen. Hauptsache komfortabel und umweltfreundlich.

Ich kaufe daher wieder Aktien von BMW und Daimler, da die Stimmungslage um diese Hersteller inzwischen so mies ist, dass das weitere Risiko überschaubar erscheint. Klar, es werden Köpfe rollen und neue Manager das Ruder übernehmen. Doch das ist von Zeit zu Zeit auch gut so.

Meine Autoleidenschaft konzentriert sich derweil auf meinen persönlichen Heim-Grand-Prix – ebenfalls elektrisch. Der Große Preis von Rönshausen (meinem Heimatort) wird mit einer Carrera Digital ausgetragen – Boxenstopp zum Tanken (Strom) inbegriffen.

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Über den Autor
Jürgen Schmitt

Jürgen Schmitt hat Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda studiert und ist Mitbegründer der Beratungs- und Investmentgesellschaft Meconomics.

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