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Lithium wird knapp: Jetzt schlägt die Stunde der Recycler

Bekanntlich ist gegenwärtig Lithium der begehrteste Rohstoff der Welt. Allein in den vergangenen 11 Monaten hat sich der Preis pro Tonne von 7.000 auf knapp 14.000 US-Dollar verdoppelt. Das sagt Ihnen bei Tesla oder beim chinesischen Marktführer für E-Fahrzeuge, BYD, niemand: Stand heute wird die dramatische Knappheit bei Lithium das Wachstum der Elektromobilität massiv bremsen. Der Traum vom erschwinglichen E-Auto rückt in immer weitere Ferne. Dazu einige Produktionszahlen von Tesla!

Das US-Unternehmen will ab 2020 jährlich 500.000 E-Fahrzeuge vom Band rollen lassen. Dafür benötigt alleine Tesla 24.000 Tonnen hochreines Lithiumcarbonat. Im vergangenen Jahr haben die Förderer weltweit rund 40.000 Tonnen dieses Materials, das sich für eine Hochleistungsbatterie eignet, produziert.

Mit anderen Worten: Tesla wird in absehbarer Zeit rund 50 % der Weltproduktion für sich beanspruchen. Und genau jetzt entdecken auch die deutschen Autohersteller das Thema Elektromobilität. Experten erwarten, dass sich die Nachfrage nach hochreinem Lithium bis 2025 auf  500.000 Tonnen mehr als verzehnfachen wird. Diese Rechnung wird nicht aufgehen.

Weltweite Reserven sind bescheiden

Besonders schwer wiegt dabei, dass die Förderkapazitäten kurzfristig kaum ausgebaut werden können. Denn die Erschließung entsprechender Lagerstätten braucht teils mehrere Jahre. Oftmals liegen die Minen in unzugänglichen Landstrichen, sodass erst einmal eine leistungsfähige Transport-Infrastruktur gebaut werden muss. Ferner sind die Umweltauflagen für die Betreiber hoch, da die Förderung ökologisch betrachtet nicht ganz problemlos ist. Fazit: Vor 2019 werden keine neuen Förderkapazitäten in nennenswertem Umfang erschlossen werden.

Aber ganz generell ist die Versorgung gefährdet. Gegenwärtig verfügt Chile mit rund 7,5 Millionen Tonnen über die weltweit größten bekannten Reserven im Atacama-Salzsee. Wie gesagt: Das wird ab 2025 lediglich der 15fachen globalen Jahresnachfrage entsprechen.

Pessimisten erwarten, dass die heute bekannten und zu vertretbaren Preisen förderbaren Reserven 2050 weitgehend erschöpft sind. Dann müssten wir die Weltmeere anzapfen. Allerdings finden Sie im Meerwasser lediglich 0,18 Milligramm Lithium pro Liter. Stand heute ist die Verwertung dieser Reserven wirtschaftlich nicht realistisch und würde zudem massive Umweltfragen aufwerfen.

Wichtiger Hinweis für Parseval-Leser: Im Oktober des vergangenen Jahres hatte ich Ihnen im Rahmen des Sonderreports Lateinamerika die Aktie des Lithium- und Kaliproduzenten SQM (Sociedad Química y Minera de Chile) als Sonderempfehlung zum Kauf empfohlen. Der Titel legte gestern in New York nochmals über 5 % zu und hat Ihnen nun einen Buchgewinn von 129 % beschert. Ich rate Ihnen nun, die Aktie zu veräußern, da das chilenische Bergwerksunternehmen bereits am Fördermaximum produziert und den Umsatz bzw. Gewinn zunächst nicht mehr ausweiten kann.

Aber ich komme zum Thema zurück: Sie verstehen längst, worauf ich hinauswill. In diesem Marktumfeld, das von einer zunehmenden Unterversorgung gekennzeichnet ist, schlägt die Stunde der Recycler. Nur diese Unternehmen können die Knappheit mindern und damit den allseits gewünschten Erfolg der Elektromobilität sicherstellen. Ab diesem Jahr werden nun die E-Autos der ersten Generation mit neuen Lithium-Batterien ausgestattet. Folglich laufen erstmals E-Auto-Batterien in hoher Stückzahl in die Werke zur Wiederaufbereitung (Recycling) zurück.

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Zur Information: Eine durchschnittliche Tesla-Batterie enthält rund 40 Kilogramm reines Lithium. Die Batterie eines leichten Nutzfahrzeuges, wie z.B. der Streetscooter der Deutschen Post, kommt bereits auf knapp 200 Kilogramm. Hier entsteht jetzt nach dem massiven Preisauftrieb bei Rohlithium ein ganz neuer Markt mit ungeahnt tiefen Produktionsvolumen.

Jetzt Hand aufs Herz! Kennen Sie einen einzigen Lithium-Recycler? Nein, weil die einschlägigen Börsenbriefe immer noch bei den Produzenten „hängen“. Dabei rollt in den kommenden Monaten die zweite Lithiumwelle an, die diesmal eben von Recycling-Unternehmen der Spezialchemie getragen wird.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass ein belgisches Unternehmen hier ganz dick im Geschäft sein wird. Bekannt wurden die Belgier mit der Beschichtung von Autokatalysatoren und verfügen daher über beste Kontakte zu allen relevanten Autoherstellern. Gleichzeitig expandierte man schon beizeiten ins Gold-Recycling und zählt mit zu den großen Goldproduzenten weltweit. Generell bereitet das Unternehmen jedes Sonder- und Edelmetall auf und gibt die Materialien anschließend wieder in den Markt zurück. Ab jetzt wird man dies auch mit Lithium tun!

Ich wiederhole mich: Die erste Lithiumwelle haben die Förderer wie etwa SQM oder Orocobre getragen. Diese Unternehmen stoßen jetzt allerdings an ihre Kapazitätsgrenzen und müssen erst einmal neue Minenprojekte erschließen. Jetzt treten die Recycler in den Markt ein und tragen die zweite Lithiumwelle.

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Über den Autor
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Alexander von Parseval

Der Augsburger Vermögensverwalter entstammt einer alten französischen Bankiersfamilie, deren Wurzeln bis in die Spätrenaissance zurückreichen.

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