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Kataloniens Unabhängigkeitsbewegung und die Zukunft Europas

In Spanien gärt seit Jahrzehnten eine Unabhängigkeitsbewegung für Katalonien. Am 1. Oktober wird jetzt ein Referendum zur Unabhängigkeit der Region abgehalten. Bedeuten solche Unabhängigkeitsbewegungen ein Ende der Eurozone?

Großteil der Katalanen steht hinter dem Referendum

Katalonien ist eine wohlhabende Region im Nordosten Spaniens, die ein Fünftel des spanischen BIPs erwirtschaftet. Bereits jetzt hat die Region sein eigenes Bildungssystem und eigene Polizeikräfte. Anders als das Baskenland, darf Katalonien nicht seine eigenen Steuern erheben.

Über 70% der Katalanen befürworten das Referendum zur Sezession. Wenn es zu einem „Ja“ im Referendum kommen sollte, würde Katalonien innerhalb von 48 Stunden die Unabhängigkeit von Spanien erklären.

Innerhalb von 6 Monaten würden neue Parlamentswahlen abgehalten und über eine neue Verfassung abgestimmt. Darüber hinaus würde Katalonien sein eigenes Militär, einen obersten Gerichtshof und eine eigene Zentralbank ins Leben rufen.

Mehr und mehr Regionen proben den Aufstand

Immer mehr Regionen in Europa verlangen nach mehr Unabhängigkeit, Autonomie und Souveränität. Es gibt eine wachsende Bewegung hin zum Regionalismus.

Die Baskenregion hat zum Beispiel nie ihren Traum nach Unabhängigkeit aufgegeben. Im Freistaat Bayern wäre nach Umfragen jeder Dritte für einen Austritt aus der Bundesrepublik. Die Republika Srbska (RS) in Bosnien Herzegovina denkt über eine Sezession nach.

Der Brexit könnte ein zweites Referendum zur schottischen Unabhängigkeit auslösen. Zwei der reichsten Regionen Italiens, die Lombardei und Venetien haben bereits Pläne für ein Referendum angekündigt. Und auch Südtirol hat eine Sezessionsbewegung.

Das europäische Experiment ist gescheitert

Je mehr Macht die EU an sich reißt, desto lauter werden die Rufe nach Unabhängigkeit. Die oft beschworene europäische Einheit ist längst ein Mythos. In Wirklichkeit wird der Riss zwischen verschiedenen politischen Allianzen in Europa immer größer.

Südeuropäische Länder fordern zum Beispiel mehr EU-Integration. Die V4 Staaten Polen, Ungarn, Tschechische Republik und Slowakei formen dagegen einen politischen Block, der sich gegen Initiativen der EU stellt.

Der Brexit hat eine Kettenreaktion in ganz Europa ausgelöst. Immer mehr Menschen verlangen danach, ihre nationalen und regionalen Identitäten zu bewahren, anstatt sich dem EU-Projekt unterzuordnen.

Für die EU und den Euro ist das eine Belastungsprobe. Bricht die Eurozone auseinander, droht wirtschaftliches Chaos in ganz Europa. Der Sozialstaat würde über Nacht zusammenbrechen, es drohen Lieferengpässe und eine massive Enteignungswelle.

Auf jeden Fall sollten Sie einen Bestand an Gold und krisensicheren Investments halten, um Ihr Vermögen vor den zukünftigen Unruhen zu schützen.

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