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Gerry Weber ist tot – Es lebe INDITEX!

„Wer nicht mit der Zeit geht, der geht – mit der Zeit“, sagt eine alte deutsche Weisheit, die heutzutage so manch ein Unternehmen einholt.

Das Gerry Weber, seinerzeit ein Vorzeige-Modeunternehmen des deutschen Mittelstandes, im Januar Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung stellen musste, das war in der Modebranche schon so manch einem länger klar.

Versäumnisse auf allen Ebenen, angefangen von unattraktiven Designs, zu teuren Outfits in noch teureren Geschäftsfilialen auf Prachtstraßen und kein durchdachtes Onlinemarketing, mussten zwangsläufig früher oder später den Niedergang des einstig kleinen, feinen Imperiums aus Halle in Westfalen einläuten.

Dass also jetzt in Deutschland rund 120 Geschäfte (Europa 180 Filialen) und Verkaufsflächen geschlossen werden müssen und die Aktie nur noch als Pennystock (0,39 Euro) gehandelt wird, ist eine bittere Konsequenz aus Managementfehlern, die Gerhard Weber und Udo Hardieck, den beiden Gründerväter des Labels, wohl mehr als nur Entsetzen ins Gesicht getrieben hätten.

Aber meine Damen und Herren, deswegen sind Aktien von Modeunternehmen ja nicht per se´ schlecht oder ungeeignet für ihr Portfolio.

Nehmen wir als positives Beispiel doch mal das spanische Unternehmen INDITEX

Gegründet 1985 von Amanico Ortega und seiner Ehefrau, kam das Modehaus letztes Jahr auf einen Börsenwert von 99,5 Milliarden Dollar und bescheinigt dem Gründer jetzt reichster Mann Europas und 6- reichster Mann der Welt zu sein.

Sein Imperium umfasst die allseits bekannten Marken ZARA, Massimo Dutti, Pull & Bear sowie Bershka und kann auf mehr als 7.400 Filialen weltweit verweisen. Der Umsatz lag im 1. Quartal 2019 bei 26,1 Mrd. Euro bei einem Gewinn von 3,4 Mrd. Euro.

Auch wenn die Analysten hier vielleicht etwas mehr erwartet hatten, können die Aktionäre durchaus zufrieden sein, denn es soll eine Sonderdividende von 1 Euro für die Jahre 2018 bis 2020 geben und für 2018 werden 0,88 Euro Dividende bezahlt, immerhin ein Plus von 17%.

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Natürlich unterliegen auch die Spanier einem harten Wettbewerb, hier in erster Linie mit Hennes & Mauritz (H&M) im Shop-Bereich und online natürlich mit Amazon und Zalando. Bis dato allerdings konnte INDITEX hier gut dagegen halten und so bekam man auch vom Analysehaus RBC die Einstufung „Outperform“, auch wenn die Analysten das Kursziel von 34 auf 32 Euro gesenkt haben.

Alles in Allem sind es offenbar die schnell wechselnden Kollektionen, besonders die Sommerkleider, die bei den Kundinnen von ZARA sehr gut ankommen und auch online schläft man nicht und geht bevorzugt in asiatischen Ländern wie Indien, Singapur und Thailand seit 2018 neu an den Start. Zudem haben die Spanier den Vorteil, durch die Fertigung eines Großteils der Waren in Europa schneller auf neue Trends reagieren zu können.

Somit meine lieben Leser und Leserinnen, können Sie mit der Inditex-Aktie vielleicht mal etwas Mode in Ihr Portfolio bringen, denn schon der kürzlich erst verstorbene Karl Lagerfeld wusste: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode.“

In diesem Sinne, gehen Sie doch mal shoppen bei ZARA & Co. – und denken Sie darüber nach, wie es wäre ein Teil dieses Unternehmens zu sein – als Käufer und als Aktionär!

 

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Über den Autor
170407 Invest Mick Knauff 72 04
Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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