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Gaming-Branche: Videospiele als Massenphänomen!

Vielleicht haben Sie auch noch diese Kuriosität in Erinnerung – eine der vielen, die im letzten Jahr durch Corona entstanden sind: Anfang April 2020 hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO den Menschen geraten, zu Hause zu bleiben und Videogames zu spielen.

Zocken gegen Corona-Koller

Damit, so hieß es damals, wolle man nicht nur erreichen, dass die Bevölkerung in den eigenen vier Wänden bleibe. Im Rahmen ihrer Gaming-Kampagne betonte die WHO auch die dringend nötige soziale Interaktion, die Online-Spiele in der Krise bieten können. Gemeinsames Zocken also, um Langeweile, Einsamkeit und Lagerkoller vorzubeugen.

Ganz offensichtlich haben sich viele Menschen an den in normalen Zeiten eher ungewöhnlichen Rat der UN-Organisation gehalten. Denn tatsächlich erlebte die Gaming-Branche in der Corona-Krise einen gigantischen Boom.

Deutscher Gaming-Markt wächst auch in 2021 massiv

Allein der deutsche Videospielemarkt wuchs 2020 um 30 Prozent. Nun hat der Branchenverband „Game“ im Vorfeld der Spielemesse „Gamescom“ neue Zahlen vorgelegt, diesmal zum ersten Halbjahr 2021. Kurzum: Das Wachstum ging nahezu ungebrochen weiter. In den ersten sechs Monaten kam demnach ein weiteres Plus von 20 Prozent oben drauf.

Laut dem Verband spielen inzwischen sechs von zehn Deutschen digital und geben für Spiele und alles, was dazu gehört, rund 4,6 Milliarden Euro aus. Der Umsatz der deutschen Games-Industrie ist damit größer als der der Film- und Musikbranche zusammen.

Zu den großen Wachstumstreibern gehören unter anderem In-Game- und In-App-Käufe, die besonders bei sogenannten Free-to-Play-Spielen als lukrative Monetarisierungsform gelten. Deren Umsätze sind allein im ersten Halbjahr um 34 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro gestiegen. Stark nachgefragt waren auch die Spielekonsolen Playstation 5 und Xbox Series X sowie bestimmte Online-Netzwerke wie etwa der digitale Nintendo-Club.

Weiteres Wachstum in Aussicht

Doch das soll nur der Anfang sein. Experten prognostizieren für den weltweiten Gaming-Markt bis 2026 eine jährliche Wachstumsrate von 9,6 Prozent (via „Mordorintelligence“). Die Corona-Krise wird demnach den Markt längerfristig beschleunigen,  da offenbar immer mehr Menschen nun das Zocken für sich entdeckt haben.

Wo sind die deutschen Entwickler?

Aber zurück zu Deutschland: Verbandschef Felix Falk sieht die neuen Zahlen auch mit einer gewissen Portion Sorge. Denn: Zwar sei Deutschland der wichtigste Gaming-Markt in Europa, die hiesigen Entwickler aber spielten hierzulande kaum eine Rolle. Nur rund 5 Prozent der Umsätze in der Bundesrepublik würden am Ende bei deutschen Spieleentwicklern landen.

Vor allem die US-Hersteller seien in Deutschland dominierend. Knapp 40 Prozent der Umsätze entfallen auf die Amerikaner. „Game“-Chef Falk führt das auch auf Versäumnisse vonseiten der Politik zurück. Viel zu spät habe Deutschland seine eigenen Spieleentwickler gefördert.

Große US-Gaming-Aktien bleiben lukrativ

Während die hiesigen Entwickler in die Röhre schauen, können Sie als Anleger aber die Füße entspannt hochlegen. Denn die Vormachtstellung der US-Amerikaner dürfte zumindest in Deutschland weitergehen bzw. sich gar noch verschärfen. Börsennotierten Konzernen wie Activision Blizzard, Electronic Arts oder Microsoft steht also mit Blick auf das extrem starke Marktumfeld wohl weiteres Wachstum bevor.

Kein Wunder also, dass sich die „Gamescom“ wieder einmal stark an den globalen Entwicklern orientiert hat. Die meisten Shows und Streaming-Angebote fanden jedenfalls auf Englisch statt – wegen Corona übrigens ohne physisches Publikum und ausschließlich digital.

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Über den Autor
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Marco Schnepf

Börse aus Leidenschaft: Marco Schnepf analysiert seit Jahren das tägliche Geschehen an den Kapitalmärkten.

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