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Das Auto als Online-Shop: So ködern die Konzerne ihre Kunden mit neuen Features!

Nahezu sämtliche großen Autobauer wollen in den nächsten Jahren Milliardensummen investieren. Dabei geht es nicht nur um die Elektromobilität, sondern auch um ein ähnlich wichtiges Zukunftsthema: nämlich die Software.

Sollten Sie ein modernes Auto besitzen, dürfte Ihnen bekannt sein, dass diese Fahrzeuge bereits heute nicht mehr nur einfache Transportmittel sind – sie sind Smartphones auf vier Rädern. Das Innovationspotenzial ist jedenfalls gigantisch.

Experten vermuten, dass Software-Lösungen in wenigen Jahren für die Kunden zum wichtigsten Kaufargument werden. Schließlich wollen viele Verbraucher auch im Auto die Funktionalitäten und die Konnektivität nicht missen, die sie ansonsten per Smartphone überall haben.

General Motors: Das Fahrzeug als Online-Shop

Das betrifft längst nicht mehr nur Fahrassistenzsysteme, Navigationshilfen oder Infotainment. Auch der Online-Handel hält inzwischen Einzug ins Auto.

Beispiel: General Motors. Der US-Autobauer bietet seit einigen Jahren eine sogenannte In-Commerce-Lösung an. Dabei handelt es sich um eine digitale Plattform, die direkt in die Systeme des Autos integriert ist.

Nutzer können damit sehen, wo es in der Nähe zum Beispiel Niederlassungen von Fast-Food-Ketten gibt. Anschließend können die Fahrer ohne Smartphone eine Bestellung über den Boardcomputer abgeben und ihr Essen wenig später abholen.

Daimler und Visa machen Auto zum Zahlungsgerät

Eine ähnliche Strategie verfolgt übrigens auch Daimler. Der deutsche Konzern will bereits ab dem kommenden Jahr in Kooperation mit dem Kreditkartengiganten Visa eine neue Zahlungsvariante einführen.

Damit lassen sich etwa die Park- oder Tankrechnungen per Fingerabdruck direkt aus dem Auto heraus begleichen. Das Fahrzeug wird also selbst zum Zahlungsgerät.

Tesla setzt auf Mikrotransaktionen

Natürlich hat auch Tesla dieses neue Geschäftsmodell längst für sich entdeckt. Der Innovationstreiber aus Kalifornien bietet seit Kurzem in seinen Fahrzeugen gar Mikrotransaktionen an.

Sollten Sie schon einmal ein Free-to-Play-Videospiel gezockt haben, dürfte Ihnen das Prinzip bekannt sein. Gegen kleines Geld können Nutzer dort zusätzliche Gadgets kaufen – wie zum Beispiel Skins oder einen schnelleren Spielfortschritt.

Die Kunden direkt an Ort und Stelle mit Features ködern

Die Kalifornier übertragen das Ganze nun auf die Autos. So können Tesla-Fahrer direkt über das Boardsystem zusätzliche Konnektivitätslösungen hinzukaufen. Will man beispielsweise Zugriff auf Echtzeitverkehrsdaten haben oder Musik per Spotify streamen, wird ein Aufpreis fällig. Diesen mussten Nutzer bislang über ihr Smartphone oder den PC begleichen. Nun soll die Zahlung direkt über das Auto möglich sein.

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass Tesla jene Mikrotransaktionen in den kommenden Jahren massiv ausbauen wird. Das Kalkül: Während der Fahrt dürften die Kunden eher dazu bereit sein, entsprechende Zusatzdienste zu buchen, da der Nutzeffekt hier wesentlich unmittelbarer ist als bei einer Buchung etwa zu Hause auf der Couch. Ein psychologischer Trick, der auch bei den oben genannten Free-to-Play-Videospielen hervorragend funktioniert.

Mein Fazit für Sie

Der Erfolg oder Misserfolg von neuen Automodellen wird in den nächsten Jahren nicht nur durch die elektrische Reichweite, die Beschleunigung, die Höchstgeschwindigkeit und das Design bestimmt, sondern auch durch die im Fahrzeuge integrierten Software-Lösungen.

Als Anleger sollten Sie deshalb unbedingt auf diese Innovationen achten. Nur jene Unternehmen, die hier starke Akzente setzen können, werden längerfristig erfolgreich sein. Ganz klar: Auch bei der Software ist Tesla der Konkurrenz teils Jahre voraus. Dennoch holen die etablierten Big Player der Branche allmählich auf. Der Tech-Wettbewerb der Autobauer geht also in die heiße Phase.

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Über den Autor
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Marco Schnepf

Börse aus Leidenschaft: Marco Schnepf analysiert seit Jahren das tägliche Geschehen an den Kapitalmärkten.

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