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Dämonen in den Bergen

Trader waren am vergangenen Wochenende auf Jackson Hole fixiert. Dort findet jährlich das traditionelle Treffen der Notenbanker statt.

Die von der US-Notenbank Fed organisierte hochkarätige Konferenz in Wyoming am Fuße der Rocky Mountains gilt neben der Notenbank-Veranstaltung der Europäischen Zentralbank (EZB) im portugiesischen Sintra als wichtigstes geldpolitisches Forum des Jahres.

Jetzt versuchten die Beobachter aus Jackson Hole wieder etwas über die Geldpolitik der Zukunft heraus zu lesen. Vergebens: Denn das zentrale Thema, die Geldpolitik, kam überhaupt nicht zu Sprache.

Dabei interessiert die sich abzeichnende Wende in der Geldpolitik (Abbau der US-Notenbank-Bilanz) am stärksten. Darüber wäre eine ernsthafte Diskussion angebracht gewesen.

Vor der Kulisse der Rocky Mountains: Die Notenbank-Präsidenten von Japan, den USA und Europa im Gespräch – offiziell kein Wort zur Geldpolitik  

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Quelle: www.blogs.marketwatch.com

Es war schon fast ironisch. Die Stille zur Geldpolitik, dem eigentlich zentralen Thema, war sprichwörtlich ohrenbetäubend. Dazu fiel kein Wort.

Die beiden Notenbank-Präsidenten gingen in ein Fern-Duell mit dem US-Präsidenten Donald Trump. Dieser setzt sich für eine geringere Regulierung der Finanzindustrie ein und sieht den freien Handel und die Globalisierung kritisch.

Dazu gab es dann die Gegenposition: Die US-Notenbank-Chefin stellte die finanzielle Stabilität durch die 2010 beschlossene Finanzmarkt-Regulierung heraus.

Und der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, betonte in seinen Ausführungen die weltweite Erholung der Volkswirtschaften. Schön, dass dieser führende Notenbanker offensichtlich an Wunder glaubt.

Auf dem Jackson Hole-Symposium warnte die Fed-Chefin Janet Yellen davor, die Regulierung der Finanzindustrie einzuschränken und der EZB-Chef vor der Gefahr von Protektionismus für die Entwicklung der Weltwirtschaft und beschwor den freien Handel und die Globalisierung.

Die EZB sieht Mario Draghi mit ihrer extrem lockeren Geldpolitik noch immer nicht am Ziel.

Die ultraexpansive Geldpolitik sei zwar bislang erfolgreich gewesen, lobte sich Mario Draghi, aber: „Wir haben bislang noch keine selbsttragende Annäherung der Inflation an das mittelfristige Ziel gesehen.“ … „Daher ist ein erhebliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung immer noch gerechtfertigt.“

Und auch Draghi sprach sich für eine Regulierung der Finanzindustrie aus.

Den Sagen nach gibt es in den Rocky Mountains Drachen und Dämonen. Diese könnten mit den Notenbankern vor Ort nicht mithalten.

Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf über „Jackson Hole“!

Das ist dieses „Nicht-Ereignis“ nicht wert! Bleiben Sie in Gold und Silber, dort ist bereits auch das so genannte kluge Geld.

 


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Über den Autor
Friedrich Lange

Friedrich Lange ist seit über 30 Jahren an der Börse aktiv und ein überzeugter Antizykliker. Er sucht gezielt nach wenig beachteten Branchen, Trends und Märkten.

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