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Bargeld kostet Geld!

Zuletzt schaffte es ein Thema mehrfach bis auf die Titelseiten der Bild-Zeitung unter der Headline „Gebühren-Hammer bei den Sparkassen“.

Dabei geht es um die Einführung von Gebühren für Bargeldabhebungen – auch an eigenen Automaten – bei zahlreichen Sparkassen in Deutschland.

Allein 20 Sparkassen haben mittlerweile sogar jegliche Gebührenfreiheit beim Abheben an eigenen Automaten und im deutschen Sparkassen-Verbund abgeschafft. Das ist eine Zäsur.

Ein derartiger Schritt wäre vor wenigen Jahren aus meiner Sicht noch undenkbar gewesen.

Die Negativzinspolitik der EZB setzt Banken zunehmend stark unter Druck

Die Negativzinspolitik der EZB zwingt die Banken immer stärker dazu, neue Einnahmenfelder zu erschließen.

Auf den BILD-Bericht zu den Sparkassen folgte ein weiterer Artikel, dass mittlerweile bereits 150 Volks- und Raiffeisenbanken von ihren Kunden ebenfalls Gebühren für Bargeldabhebungen verlangen.

Dass die Bargeldversorgung beziehungsweise der Unterhalt eines Geldautomaten wiederum Geld kostet ist natürlich kein neues Phänomen. Bislang wurden Geldautomaten quersubventioniert, allen voran durch Zinseinnahmen.

Diese sind im Kreditgeschäft allerdings massiv geschrumpft und haben im Einlagengeschäft der Banken sogar ins Negative gedreht.

Daher wird den Banken bewusst, dass die Unterhaltung eines Geldautomaten zwischen 5.000 bis 10.000 Euro pro Jahr kostet. Das ist somit ein reines Defizitgeschäft.

Gebühren für Abhebungen sind ein weiterer Sargnagel des Bargelds

Ich bin selbst ein gelernter Bankkaufmann und verfolge die Entwicklungen mit großem Interesse. Zunächst bewerte ich die Strategien der Banken als falsch.

Ich würde als Bankdirektor die Negativzinsen der EZB (-0,4%) an die Kunden direkt weitergeben, ab dem ersten Euro.

Das wäre fair und transparent. Jeder Kunde hätte die Möglichkeit, sein Kontoguthaben umzuschichten, beispielsweise auf Geldmarktfonds oder andere sinnvolle Finanzanlagen, die nicht von der Negativzinspolitik betroffen sind.

Dadurch wären die Kunden zufrieden und die Kostenbelastungen der Bank durch die Strafzinsen würden wegfallen. Gleichzeitig würden die Einnahmen im Wertpapiergeschäft steigen.

Wegfallende Zinseinnahmen würden durch ansteigende Provisionseinnahmen zumindest kompensiert. Die Einführung von Bargeld-Gebühren wird dagegen weiter zur – offensichtlich gewünschten – Abschaffung des Bargelds beitragen.

 


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