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3,9% Inflation: Negativer Realzins treibt Anleger in Aktienmärkte

Gespannt schaute letzte Woche die gesamte Finanzwelt nach Jackson Hole, wo sich die Zentralbanker alljährlich ihr großes Stelldichein geben. Wie von mir vermutet, entwickelte sich das Treffen der obersten Währungshüter, das auch dieses Jahr wegen Corona wieder online stattfand, zu einem regelrechten Non-Event – gerade für die Anleger, die auf erste Signale einer deutlich anziehenden Geldpolitik gehofft und damit auf fallende Notierungen gesetzt hatten.

FED-Chef Jerome Powell befindet sich zurzeit in einem echten Dilemma

Zieht er die Zinsen an, werden viele Unternehmen und Länder ihre immensen Schuldenberge kaum noch abtragen können. Belässt er alles so wie gehabt, wird die Inflationsrate weiter steigen.

Da hilft nur Abwarten und Tee trinken!

Diesen Schachzug nutzte Jerome Powell. Mit seinem Nichthandeln beruhigte er einerseits die Märkte, signalisierte aber gleichzeitig, dass es noch in diesem Jahr zu einer Reduzierung der Anleihekäufe kommen könnte. Dies käme aber keiner Zinswende gleich, denn Corona und seine unkalkulierbaren Folgen seien noch nicht vom Tisch.

So fand die von vielen Anlegern befürchtete Korrektur (Fear and Greed-Index im ängstlichen Bereich) auch im August nicht statt. Ganz im Gegenteil, das anhaltend niedrige Zinsumfeld plus die steigende Inflationsrate treibt immer mehr Anleger in die Aktienmärkte.

Keine Zinswende in Sicht, dafür steigende Inflationsraten!

Kein Wunder, bei der kürzlich für Deutschland veröffentlichten Inflationsrate in Höhe von 3,9% verlieren Sparer auf ihren Bank- und Girokonten jedes Jahr bares Geld. Dabei ist das Ende der Fahnenstange hier noch nicht erreicht.

Viele Experten wie der Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gehen bis Ende des Jahres sogar von einer Inflationsrate in Höhe von 5% aus. Das bedeutet, Ihr Vermögen ist in 10 Jahren nur noch die Hälfte wert!

5% Inflationsrate – In 10 Jahren ist Ihr Vermögen nur noch die Hälfte wert!

Wer das begriffen hat, schiebt sein Geld lieber in Sachwerte wie Immobilien und Aktien. Immobilien sind in vielen Regionen Deutschlands jedoch schon stark überteuert, bei Aktien ist dies noch lange nicht der Fall.

Dickschiffe wie Alphabet und Apple wachsen und gedeihen großartig

Eins hat die zurückliegende Quartalsberichtssaison gezeigt, Unternehmen sind im aktuellen Umfeld überaus profitabel und wachsen nachhaltig. Es gibt natürlich Unternehmen, die unter Corona und seinen Folgen leiden, aber alle anderen konnten ihre positiven Erwartungen sogar noch übertreffen.

Dabei fallen die Bewertungen für die einzelnen Unternehmen wirklich moderat aus. Werfen Sie nur mal einen Blick auf Alphabet und Apple. So wird die chinesische Amazon moderat mit dem 27-fachen des erwarteten Jahresgewinn bewertet, Apple kommt in Bezug auf die diesjährigen Gewinnschätzungen sogar auf ein KGV von nur 21. Das ist alles andere als hoch, zumal beide Unternehmen nach wie von mit zweistelligen Wachstumsraten glänzen, die wir so auch für die nächsten drei bis fünf Jahre annehmen können.

Übertreibungen sehen anders aus

Übertreibungen sehen ganz klar anders aus. Im Jahr 2000 am Höhepunkt der letzten echten Börsenblase wies der deutsche Standardwerte-Index DAX ein Durchschnitts-KGV über 30 aus. Aktuell liegt dieses bei 15.

Tech-Aktien kamen im Jahr 2000 im Schnitt auf KGVs jenseits von 100. Dabei gab es damals im Gegensatz zu heute durchaus attraktive Anlage-Alternativen. So konnten Sie mühelos Geld für 6% Zinsen anlegen. Und die damaligen Bundes-Anleihen galten als „supersicher“. Heute bekommen Sie nicht einmal für italienische oder spanische Euro-Anleihen auch nur ansatzweise dem Risiko angemessene Renditen.

Im Endeffekt akzeptieren Sie mit Sparbuch, Anleihe und Co. einen negativen Realzins, der unter dem Strich zu einem enormen Vermögensverlust führt. Warum also nicht in Apple investieren, wo Sie auf Ihr eingesetztes Kapital eine Gewinn-Rendite von rund 5% erzielen – bei exzellenten weiteren Wachstumsperspektiven?

Also ich fühle mich jedenfalls in der aktuellen Börsen-Hausse weiterhin pudelwohl und in keinerlei Hinsicht unsicher.

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Über den Autor
170407 Invest Cliff Michel 72 04
Cliff Michel

Cliff Michel, 44 Jahre alt, ist studierter Betriebswirt und seit Jahren an der Börse aktiv. Seit nunmehr 12 Jahren betreut und berät er renditeorientierte Anleger.

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