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Zoom –Aktie im Sturzflug

Inhaltsverzeichnis

Als Anleger des kalifornischen Videokonferenz-Anbieters Zoom Video Communications muss man derzeit starke Nerven haben. Zum zweiten Mal nacheinander verliert die Aktie nach Vorlage der Quartalszahlen rund 10 Prozent an Wert.

Schwächstes Umsatzwachstum der Unternehmenshistorie

Im am 31. Oktober 2022 abgeschlossenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2023 konnte Zoom den Umsatz im Vorjahresvergleich um 5 Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar steigern. Das ist das schwächste Umsatzplus seit der Unternehmensgründung im Jahr 2011, wobei es währungsbereinigt immerhin um 7 Prozent nach oben ging. Die durchschnittlichen Erwartungen der Branchenanalysten wurden genau getroffen.

Zu Beginn der Corona-Pandemie zählte Zoom zu den größten Profiteuren, der Aktienkurs explodierte angesichts von Lockdowns und verordnetem Home Office zahlreicher Unternehmen regelrecht von etwa 60 Euro Ende 2019 bis auf 475 Euro im Oktober 2020.

Doch je lockerer die staatlichen Maßnahmen mit zunehmender Dauer der Pandemie wurden, desto schwieriger wurde es für den NASDAQ-100-Konzern, weiteres Wachstum zu generieren. Immer mehr Arbeitnehmer wurden und werden zurück in die Büros beordert, zudem gibt es deutlich mehr Konkurrenz im Bereich der Videokonferenzen als zu Beginn der Pandemie.

Ging der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr noch um 12 Prozent nach oben, waren es im zweiten Quartal bereits nur noch 8 Prozent und im dritten Quartal verbleiben nun nur noch 5 Prozent. Kein Wunder, dass die Aktie im März 2022 erstmals wieder unter die 100 Euro-Marke fiel und inzwischen nur noch bei etwa 70 Euro steht.

Gemischte Gewinnzahlen

Der Nettogewinn von Zoom brach im dritten Quartal nach der US-amerikanischen GAAP-Bilanzierung u.a. wegen hoher Kosten durch Aktienoptionen für Mitarbeiter von 340,3 auf 48,4 Millionen Dollar ein. Nach der bereinigten non-GAAP-Berechnung ergibt sich für den Nettogewinn jedoch nur ein leichtes Minus von 4,5 Prozent auf 323,2 Millionen Dollar.

Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie fiel gegenüber dem Vorjahresquartal um 4 Cent auf 1,07 Dollar und übertraf damit den von Analysten berechneten durchschnittlichen Wert um mehr als 20 Cents.

Gesenkte Umsatzprognose, aber erhöhte Gewinnprognose

Nachdem das Zoom-Management bereits mit Vorlage der Bilanzzahlen zum zweiten Quartal im August den Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr 2023 gesenkt hatte, folgt nun eine weitere Anpassung. So soll der Umsatz nur noch 4,37 bis 4,38 Milliarden Dollar erreichen, anstelle von 4,4 Milliarden Dollar, was in erster Linie mit dem starken Dollar begründet wird. Damit würde der Umsatz im vierten Quartal erneut um etwa 5 Prozent steigen.

Gleichzeitig wurde die Prognose für den verwässerten Gewinn je Aktie überraschend erhöht von 3,70 Dollar auf 3,91 bis 3,94 Dollar. Auch die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen.

Obwohl die Quartalszahlen und der Gewinnausblick insgesamt gar nicht so schlecht ausfielen, schicken die Anleger die Zoom-Aktie im deutschen Vormittagshandel erneut auf einen Sturzflug, es geht um knapp 10 Prozent bergab auf 71,50 Euro. Das deutlich nachlassende Umsatzwachstum gefällt den Anlegern gar nicht.