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Zitterpartie bei Big Tech: Was Sie jetzt wissen sollten!

Inhaltsverzeichnis

Es ist eine Zahl, die an der Börse derzeit für Furore sorgt: Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg haben die großen US-Techkonzerne in der letzten Woche kumuliert knapp 700 Milliarden US-Dollar an Börsenwert verloren.

Q3 2022: Profitschwund bei Big Tech

Betroffen waren vor allem Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft, die zuvor ihre Q3-Zahlen veröffentlicht hatten. Aber schauen Sie selbst: Die Google-Mutter Alphabet erzielte im dritten Quartal einen Nettogewinn von 13,9 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Bei der Facebook-Holding Meta krachte der Überschuss gar um 52 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar ein. Microsoft kam da mit einem Minus von 14 Prozent auf 17,6 Milliarden Dollar noch vergleichsweise glimpflich davon. Bei Amazon ging es indes „nur“ um 9,3 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar abwärts.

Klar: Die Gewinne von Big Tech sind trotz der Rückgänge nach wie vor gigantisch. Doch die Börse wertet die Zahlen als deutliches Warnsignal – vor allem mit Blick auf die kommenden Monate. So musste Amazon wegen der hohen Inflation und der Rezessionsangst vor einem relativ schwachen Weihnachtsgeschäft warnen. Und auch die Prognosen von Alphabet, Microsoft und Meta enttäuschten die Börse.

Erheblicher Gegenwind:  Inflation, Konsumflaute, Zinsen, starker US-Dollar

Es ist ein unguter Mix an Krisen, der derzeit Big Tech in Mitleidenschaft zieht. Wegen der enormen Teuerungsrate kürzen viele Unternehmen ihre Marketingausgaben. Das belastet Online-Portale wie Google, Facebook oder Amazon. Hinzu kommt die wachsende Zurückhaltung der Verbraucher. Unter einer sinkenden Konsumlaune leidet vor allem der E-Commerce-Gigant Amazon. Aber auch Microsoft muss zum Beispiel wegen des schwachen PC-Markts Abstriche machen.

Als wäre das noch nicht genug, erweisen sich die hohen Zinsen als Belastungsfaktor für Big Tech – etwa bei den nun teureren Investitionen. Und nicht zuletzt sorgt der starke US-Dollar dafür, dass die Auslandseinnahmen nach der Umrechnung in die US-Währung bilanziell schmaler ausfallen. Das bekommen insbesondere Microsoft und Amazon zu spüren.

Die Börse strafte diese Unsicherheitsfaktoren gnadenlos ab. Im Folgenden sehen Sie die Aktienentwicklung auf 7-Tages-Sicht (Stand: NASDAQ-Schlusskurs vom 31.10.22):

  • Alphabet: -8,15 %
  • Amazon: -14.38 %
  • Meta: -28,82 %
  • Microsoft: -6,12 %

Wie geht es weiter?

Viele Anleger dürften sich nun die entscheidende Frage stellen: Werden die Kurse von Big Tech weiter fallen oder ist nun der Boden erreicht? Die Analysten jedenfalls zeigen sich hier auffällig uneins. So erwartet die US-Investmentbank UBS weitere Kurseinbrüche, auch wenn sich die Tech-Titel in den letzten Tagen deutlich schlechter geschlagen hätten als der Gesamtmarkt. Andere Experten hingegen sehen die schlechteren Gewinne und die trüben Prognosen inzwischen als eingepreist an.

Was für die Unternehmen spricht: Die Tech-Konzerne und deren Dienste sind längst ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft. Und auch in den nächsten Jahrzehnten dürfte sich daran nicht viel ändern. Die langfristige Perspektive ist also intakt – vor allem bei Alphabet, Amazon und Microsoft. Jene Konzerne sind allein durch das wachstumsstarke und lukrative Cloud-Geschäft Wegbereiter der Zukunft und sollten niemals unterschätzt werden.

Zuckerbergs riskante Metaverse-Wette

Bei Meta sieht das Ganze etwas anders aus. Konzernchef Mark Zuckerberg investiert derzeit hohe Summen in die Entwicklung des sogenannten Metaverse – eines virtuellen Raums, in dem künftig Millionen von Menschen aktiv sein sollen. Allein im dritten Quartal musste die Meta-Sparte „Reality Labs“, die Hard- und Softwarelösungen für das geplante Metaverse entwickelt, einen operativen Verlust von 3,67 Milliarden Dollar hinnehmen.

Zuckerberg geht hier ein enorm hohes Risiko ein. Denn noch ist völlig unklar, ob das Metaverse überhaupt einen relevanten Anklang finden wird. Im schlimmsten Falle könnte sich diese Wette als Rohrkrepierer erweisen, was die Facebook-Mutter an den Rand des Abgrunds führen könnte.

Und was ist mit Apple?

Die Aktie des iPhone-Konzerns zeigte sich in den letzten Tagen im Vergleich zu den anderen Big-Tech-Werten robust. Apple konnte im dritten Kalenderquartal entgegen des Trends sowohl Umsatz als auch Gewinn steigern. Stark lief vor allem das Handy-Geschäft. So schoss der Umsatz der iPhone-Sparte von 38,9 auf 42,6 Milliarden Dollar nach oben.

Apple hatte auch in diesem September ein neues Smartphone-Modell auf den Markt gebracht, das bei den Kunden offenbar auf hohes Interesse stieß – trotz der grassierenden Inflation. Im Unterschied zu anderen Smartphone-Konzernen konnte man den Absatz zuletzt gar steigern. Apple kann sich also abermals auf seine treue Fanbase verlassen, die offenbar eher dazu bereit ist, einen Aufpreis für die Handys zu bezahlen.

Nichtsdestotrotz musste auch der Apfelkonzern seine Anleger warnen. Demnach rechnet das Unternehmen für das laufende Weihnachtsquartal mit Rückgängen beim Umsatz. Zudem habe es im zuletzt florierenden Mac-Geschäft Nachholeffekte gegeben, die im Schlussquartal nun auslaufen dürften.

Und nicht zuletzt sind die Corona-Lockdowns in China nach wie vor eine bittere Pille für Apple und dessen Auftragsfertiger. Erst kürzlich hatte es Medienberichten gegeben, wonach chinesische Foxconn-Mitarbeiter wegen einer drohenden Corona-Isolation aus einer Apple-Fabrik geflohen seien.