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Aktien: Wir sitzen permanent in der Emotions-Falle

Wir Analysten tappen eigentlich permanent in die Emotions-Falle. Ja, auch wir Börsenexperten können uns nicht gänzlich frei davon machen, Gefühle für die jeweilige Lage an den Märkten zu entwickeln.

„Mein Bauchgefühl sagt mir…“ liest und hört man dann ebenso gelegentlich wie „Ich habe da so eine Ahnung, dass…“.

Im Grunde genommen sind aber auch Ausführungen wie „Meiner Meinung nach wird…“ oder „Ich bin überzeugt, dass…“ eine Einleitung für eine emotional geprägte Einschätzung einer Situation.

Das ist im Grunde genommen auch logisch, denn niemand von uns besitzt eine Glaskugel, welche uns die Zukunft an den Märkten voraussagt.

Und nur, weil in der Vergangenheit gewisse Muster zu erkennen waren, sind diese kein Beleg dafür, dass man anno 2017 einfach treffsicher auf statistische Wahrscheinlichkeiten setzen kann.

Der erfolgreichste Investor der Gegenwart, Warren Buffett, hat daher auch längst damit aufgehört, Börsen-Prognosen abzugeben, die nicht wenigstens einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren umfassen.

Er wisse einfach nicht, wie sich die Börsen innerhalb von Wochen oder Monaten entwickeln, er könne nur beurteilen, ob ein Unternehmen günstig oder teuer bewertet ist. Damit hat er im Grunde genommen vollkommen Recht.

Und ich möchte in diesem Zusammenhang an den letzten großen Börsenhype und dem folgenden Crash in den Jahren 1995 bis 2002 erinnern. Damals eroberten zunächst der Mobilfunk und dann das Internet die Welt und führte sie in neue Dimensionen.

Recht haben, heißt nicht Recht bekommen

Die Kurse von Internet- und Mobilfunkaktien und im Sog eigentlich sämtliche Technologie-Aktien stiegen und stiegen von Allzeithoch zu Allzeithoch. Erst konnte man die Bewertungen noch einigermaßen fundamental herleiten, irgendwann war Fantasie gefragt.

Im Herbst 1998 lauschte ich Hans A. Bernecker bei einem Vortrag in meiner Heimatstadt.

Er machte sich Sorgen um den Internet-Hype und riet den Zuhörern: „Gehen Sie am besten schon morgen früh zu Ihrer Bank und verkaufen Sie alle Aktien, die etwas mit Internet zu tun haben. Diese werden bald crashen.“

Fundamental hatte der heutige Börsen-Altmeister Recht, doch die Aktien von Yahoo, Amazon & Co. kletterten noch viele Monate munter weiter und erlebten ihren wahren Boom sogar erst noch. Wer also damals dem Rat von Bernecker unmittelbar folgte, verpasste die beste Phase der damaligen Hausse.

Erst ab März 2000 brach das Kartenhaus allmählich zusammen. Kurz zuvor übrigens wurde eine Studie von Wirtschaftsnobelpreisträgern veröffentlicht, die dem Dow Jones einen fairen Wert von 70.000 Zählern zusprach. Damals notierte der Weltleitindex im Bereich von 10.000 Punkten.

Sie können nach wie vor investieren

Um Ihnen ein Gefühl für eine echte Übertreibungsphase zu geben, möchte ich auf die damaligen Bewertungen eingehen. Im März 2000, als die Märkte damals ihren Höhepunkt erreichten, lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis für den DAX bei über 30.

Das heißt, Anleger akzeptierten eine Gewinn-Rendite ihrer Investments von 3,…%. Für Zinsanlagen, beispielsweise deutsche Staatsanleihen, die damals übrigens tatsächlich noch sicher waren, gab es rund 7%. Sichere 7% standen also gegen unsichere 3%.

Das konnte nicht gut gehen. Heute haben wir trotz Rekordständen ein DAX-KGV von rund 14. Das entspricht also einer Gewinn-Rendite von ca. 7%. Und was bekommen Sie für sichere Zinsanlagen? Wenn es hochkommt, 1 bis 1,5%.

Von daher können wir heute keinesfalls von überbewerteten Aktienmärkten sprechen.

Dennoch bietet uns auch diese Betrachtungsweise keine Gewähr dafür, dass die Aktienmärkte jetzt schnurstracks weiter nach oben laufen. Doch sie zeigt uns zumindest, dass wir diese Möglichkeit nicht ausschließen können.

Für Anleger, die investiert sind, ist dies ein eher kleines Problem.

Sie fahren die Rally weiter mit, ziehen ihre Stoppkurse gelegentlich nach und bauen an besonders festen Tagen auch mal etwas mehr Liquidität auf, denn selbst für den Fall, dass diese Hausse noch weitere drei Jahre andauern sollte, wird es auch mal Rücksetzer geben, die diesen Namen verdient haben.

Für nicht oder unterinvestierte Anleger ist die Situation ungleich schwieriger. Sie sind quasi gezwungen, zumindest mal einen Fuß in die Börsentür zu setzen, um den möglichen weiteren Höhenflug nicht gänzlich zu verpassen.

Übrigens findet selbst Warren Buffett aktuell noch Aktien, die er für günstig bewertet hält. Also ganz so dramatisch ist die Lage noch nicht, zumal wir ja auch noch viele Titel auf dem Kurszettel haben, die mit Dividendenrenditen von 3 bis 5% locken.

Ich halte es daher weiterhin wie einst Trainer Otto Rehagel beim Fußball und setze auf „kontrollierte Offensive“.

 


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Über den Autor
Jürgen Schmitt

Jürgen Schmitt hat Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda studiert und ist Mitbegründer der Beratungs- und Investmentgesellschaft Meconomics.

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