Willkommen im Black-Friday-Modus!

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Heute erwarten uns an den Märkten gleich zwei Extreme: Während in den USA halb Amerika um die besten Rabatte ringt, könnten die Börsen in Europa einen vergleichsweise entspannten Tag erleben – zumindest zu Handelsbeginn. Aber wie so oft steckt die Dynamik nicht im Lauten, sondern im Detail. Schauen wir gemeinsam drauf, was der Tag bereithält.

Marktgeschehen an den Börsen – ein ruhiger Start mit starkem Wochenfinale

Der DAX könnte heute eine der kräftigsten Wochen seit Langem abrunden. Auch wenn der Auftakt am Morgen eher gemächlich ausfallen dürfte, steuert der Leitindex dank eines leichten Plus im vorbörslichen IG-Handel auf rund 3 % Wochengewinn zu.

Das reicht zwar nicht ganz, um den gesamten November ins Positive zu drehen – hier steht noch ein Minus von etwa 0,8 % – aber immerhin sendet der Markt wieder Zuversicht aus. Charttechnisch sieht’s ebenfalls freundlicher aus:

  • Über der 200-Tage-Linie
  • wieder über der 21-Tage-Linie

Das sind gleich zwei frische Kaufsignale für die Charttechniker unter Ihnen.

Ein wesentlicher Stimmungsfaktor: Die Hoffnung auf einen Waffenstillstand in der Ukraine, die, wie Barclays-Stratege Emmanuel Cau betont, die Risikobereitschaft in Europa spürbar anhebt. Kombiniert mit der wachsenden Erwartung einer möglichen Fed-Zinssenkung im Dezember, ergibt sich für viele Anleger plötzlich ein deutlich freundlicheres Gesamtbild.

Doch Vorsicht:

Aus den USA dürfte heute wenig kommen. Wegen Thanksgiving wird in New York nur verkürzt gehandelt – und viele Marktteilnehmer gönnen sich schlicht ein langes Wochenende. Am Black Friday dominieren ohnehin eher Einkaufswagen als Aktiencharts.

Ein kurzer Blick nach Asien – Schwung weg, Sorgen bleiben

Die asiatischen Märkte starteten schwächer in den Tag. Grund ist eine Mischung aus:

  • einer müden Technologiesektor-Erholung
  • und frischen Sorgen um Chinas Immobilienmarkt

Besonders China Vanke steht im Fokus, nachdem Berichte über geplante Umschuldungen die Angst vor dem „nächsten großen Fall“ schüren. Die Festlandindizes verloren moderat, der Hang Seng blieb nahezu unverändert.

Japan lieferte dagegen starke Wirtschaftsdaten – von stabiler Inflation über steigende Industrieproduktion bis zu robusten Einzelhandelsumsätzen. Das verstärkt die Erwartung einer Zinserhöhung der Bank of Japan im Dezember, was die Märkte jedoch eher bremste als beflügelte.

Südkorea, Australien und Teile Südostasiens mussten im November ebenfalls Verluste hinnehmen – vor allem wegen der globalen Tech-Schwäche.

Unternehmensnachrichten / Einzelaktien – wer heute im Fokus steht

Auch wenn aus den USA kaum frische Unternehmensmeldungen zu erwarten sind, gibt es ein paar spannende Themen für den europäischen Handel:

  • Techwerte: Nachdem die US-Technologieriesen zuletzt wieder etwas Schub gezeigt haben, könnte der Sektor heute auch hierzulande wieder Beachtung bekommen. Nvidia, Apple & Co. hatten im Vorfeld des Feiertags leichte Zugewinne und könnten die Stimmung stützen.
  • Einzelhändler: Der Black Friday könnte für Handelsaktien wie ZalandoCeconomyH&MAdidas oder NikeImpulse liefern – besonders, wenn erste Einschätzungen zum Einkaufsverhalten in den USA durchsickern.
  • Immobilienwerte: Angesichts der Turbulenzen um Vanke und den globalen Zinsüberlegungen sollten auch deutsche Immobilienwerte wie Vonovia oder LEG im Blick behalten werden.
  • Autowerte: China bleibt ein sensibler Markt für VW, BMW und Mercedes. Bei anhaltender Schwäche der chinesischen Wirtschaft wird der Sektor erfahrungsgemäß nervös.

Politischer Einfluss – Hoffnung, Druck und Diplomatie

Auf politischer Bühne spielen heute drei Themen eine Rolle:

1. Waffenstillstandsdebatte in der Ukraine

Allein die Aussicht darauf sorgt in Europa für bessere Stimmung – auch wenn noch nichts entschieden ist. Ein mögliches Signal der Deeskalation wäre markttechnisch ein echter Gamechanger.

2. Geldpolitische Spannung in Japan

Die mögliche Zinswende der Bank of Japan könnte globale Kapitalflüsse beeinflussen – ein Thema, das in den kommenden Tagen stark an Bedeutung gewinnt.

3. Diplomatische Spannungen zwischen China und Japan

Die anhaltenden Streitigkeiten belasten besonders die japanischen Techwerte – und damit den gesamten Nikkei, der im November 4,5 % verlor.

Ausblick – Wie starten wir in den Handelstag?

Sie können insgesamt von einem ruhigen Start in Deutschland, aber einem spannenden Tag ausgehen:

  • Die Stimmung ist positiv – aber ohne Rückenwind aus den USA.
  • Der DAX hat Chancen, die Woche kraftvoll zu beschließen.
  • Einzelwerte, vor allem im Handel und Techbereich, könnten heute stärker im Mittelpunkt stehen.
  • Politische Hoffnungsthemen mischen den Markt subtil auf.

Der November geht zwar mit einem kleinen Minus zu Ende – aber die Signale für Dezember wirken überraschend optimistisch.