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Aktien : Wie stressresistent sind die deutschen Banken?

Wieder und wieder haben wir im vergangenen Jahr gelesen, dass die Corona-Krise die Banken arg in die Bredouille bringen könnte, weil hohe Kreditausfälle drohen. Ein Stresstest gibt jedoch erst einmal Entwarnung.

Die europäische Bankenaufsicht (EBA) fordert Europas Banken alle zwei Jahre zu einem sogenannten Stressstress auf. Dabei wird ein Negativszenario angenommen und die Banken müssen ausrechnen, wie viel Eigenkapital als Sicherheit nach der simulierten Krise übrigbliebe.

Laut dem Zeitplan der EBA hätte der Stresstest eigentlich schon im letzten Jahr stattfinden müssen, wurde jedoch wegen der besonderen Umstände durch die Corona-Pandemie verschoben. Für den Stresstest gab laut tagesschau.de die EBA in diesem Jahr zwei Szenarien vor. Eines orientierte sich an den Wirtschaftsprognosen der Notenbanken wie der Bundesbank. Ein anderes simulierte ein Krisenszenario: Die Wirtschaftsleistung würde bis 2023 um 3,6 Prozent zurückgehen, die Arbeitslosigkeit um 4,7 Prozent nach oben schnellen und sowohl die Preise für Gewerbeimmobilien als auch die für Aktien einbrechen.

Die Aufgabe für die Banken lautete: in diesem Worst Case überleben. Würde das Kapital ausreichen? Die Banken mussten rechnen und kamen zu einem durchaus erfreulichen Ergebnis:

Im simulierten Krisenszenario würden die Geldinstitute zwar fast ein Drittel ihrer Kapitalpuffer einbüßen, aber das verbleibende Kapital würde für ein weiteres Bestehen ausreichen.

Deutsche Banken schlechter als der Durchschnitt

50 Banken aus 15 europäischen Ländern hatten am Stresstest teilgenommen, darunter auch sieben Geldhäuser aus Deutschland. Neben der Deutschen Bank und der Commerzbank sollten auch die Landesbanken Hessen-Thüringen, Baden-Württemberg und die BayernLB sowie die Volkswagen-Bank und die DZ-Bank zeigen, wie stressresistent sie sind.

Leider schnitten die deutschen Banken schlechter als der Durchschnitt ab. Bei der Deutschen Bank würde die harte Kernkapitalquote von 13,6 Prozent Ende des vergangenen Jahres auf 7,6 Prozent 2023 sinken. Bei der Commerzbank läge die Quote bei 8,5 Prozent im Krisenfall. Die DZ-Bank als Dachinstitut der Genossenschaftsbanken landete mit einer Quote von 10,21 Prozent genau im europäischen Durchschnitt. Die Volkswagen Bank kam mit 15,48 Prozent Kernkapitalquote im schärfsten Stressszenario auf das beste deutsche Ergebnis.

Begründet werden die schlechten deutschen Ergebnisse mit Deutschlands hoher Exportquote und der starken Abhängigkeit deutscher Banken vom Zinsgeschäft. „Deshalb sei der Kapitalverzehr bei den deutschen Banken leicht höher als im EU-Durchschnitt“, erklärte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling auf tagesschau.de. „Das ist kein Grund zur Beunruhigung und auch keine Schwäche, sondern spiegelt nur die höhere Verwundbarkeit der deutschen Volkswirtschaft in einer weltweiten Rezession wider“, heißt es weiter.

Maßnahmen zu Ihrem Vermögensschutz empfehlenswert

Trotz beruhigender Worte von Seiten der Bundesbank sollten Sie sich jedoch nicht in Sicherheit wiegen. Volker Bühl vom Center for Financial Studies an der Universität Frankfurt am Main monierte beispielsweise, dass beim diesjährigen Stresstest keine extremen Krisenszenarien zu Grunde gelegt worden waren. Die aber könnten eventuell etliche Banken in wirklich ernste Schwierigkeiten bringen. Zumal aufgrund der Corona-Pandemie zuverlässige Prognosen weiterhin schwer fallen und deshalb für ein hohes Maß an Unsicherheit sorgen.

Wenn alles gut geht mit den Banken, umso besser. Wir raten Ihnen jedoch dennoch Maßnahmen zu Ihrem Vermögensschutz einzuleiten, denn Vorsehen ist besser als Nachsehen.

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Über den Autor
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Iris Schuler

Nach einer kaufmännischen Ausbildung absolvierte Iris Schuler eine Weiterbildung zur Redakteurin und Werbetexterin. Nach ihrem Abschluss machte sie sich im […]

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