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Wie BYD mit dem Sixt-Deal in Europa das Eis brechen will!

Inhaltsverzeichnis

Wussten Sie, dass die chinesische Autoindustrie bereits vor weit mehr als zehn Jahren den Sprung nach Europa versucht hatte? Wirklich angekommen sind die Chinesen jedenfalls nicht. Das lag vor allem daran, dass die Fahrzeuge schlicht nicht den technischen Standards in Europa entsprochen haben.

Vielversprechend: Chinesen starten mit E-Autos neuen Anlauf

Doch nun wollen die Chinesen einen neuen Anlauf starten. Und diesmal sind die Erfolgsaussichten deutlich besser. Chinas Branchenvertreter haben in den letzten Jahren in Sachen Technologie deutlich aufgeholt – vor allem bei der Elektromobilität.

Experten sehen chinesische Stromer technologisch inzwischen auf Augenhöhe mit westlichen Fabrikaten. Das hat mit der innovativen chinesischen Elektronik- und Batteriebranche zu tun, aber auch mit der Tatsache, dass sich die Chinesen über die etlichen Joint-Ventures mit westlichen Konkurrenten viel zusätzliches Know-how verschafft haben.

Sixt will bei BYD 100.000 Stromer kaufen

Nun hat ein chinesischer Branchenvertreter einen maßgeblichen Meilenstein für seine Expansion nach Europa unter Dach und Fach gebracht. Vielleicht haben Sie es auch schon in den Medien gelesen: Der deutsche Autovermieter Sixt will 100.000 Stromer bei Chinas Elektro-Primus BYD kaufen.

Demnach sollen in den nächsten sechs Jahren mehrere Chargen an BYD-Modellen für Sixt bereitgestellt werden. Noch im vierten Quartal sollen mit dem vollelektrischen SUV „Atto 3“ die ersten Lieferungen erfolgen.

Dieser soll auf eine Reichweite von 420 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h kommen. Zudem werden im „Atto 3“ sogenannte Lithium-Eisenphosphat-Blade-Akkus verbaut, die eine besonders hohe Energiedichte aufweisen und auch bei westlichen Branchenführern wie Tesla längst auf Interesse gestoßen sind.

Mega-Marketing-Chance

Das alles sind freilich keine Rekordwerte, aber dennoch technische Daten, welche einen Massenmarkt ansprechen können, vor allem weil der ab 38.000 Euro startende Kaufpreis für den „Atto 3“ relativ übersichtlich ist.

Für BYD ergibt sich nun eine einmalige Chance. Schon bald werden in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien Kunden von Sixt Fahrzeuge von BYD anmieten können. Dadurch verschaffen sich die Chinesen eine umfangreiche Präsenz auf dem Kontinent. Die Partnerschaft mit dem Autovermieter ist also vor allem eines: Marketing.

Autovermieter ist von Chinesen überzeugt

Und natürlich ist es ein großer Vertrauensbeweis von Sixt. Der bei München sitzende Konzern will in den nächsten Jahren seine Flotte elektrifizieren und ist deshalb aktuell in Kauflaune, vor allem in China. Der Grund: Bei europäischen und vor allem deutschen Herstellern sind die Wartezeiten für Elektroautos immer noch sehr lang und die Preise sehr hoch. Deshalb haben die Firmenbosse Konstantin und Alexander Sixt in letzter Zeit vor allem Hersteller aus dem Reich der Mitte intensiv geprüft.

Nun ist also die Entscheidung gefallen – zugunsten von BYD. Mit über einer Million produzierten Fahrzeuge im Zeitraum von Januar bis August 2022 sei BYD der weltweit größte Hersteller im Bereich Elektromobilität, betonte Sixt-Einkaufschef Vinzenz Pflanz. Die Vereinbarung mit BYD sei ein wichtiger Meilenstein, um das Versprechen einzulösen, deutlich mehr E-Autos auf die Straße zu bringen.

Europas E-Auto-Markt: Es wird immer voller

In China dürften diese Worte runtergehen wie Öl. Dabei ist BYD längst nicht der einzige chinesische E-Auto-Hersteller, der alsbald in Europa durchstarten will. Auch SAIC, Xpeng, Nio und Aiways stehen in den Startlöchern für eine weitreichende Expansion.

Ein Selbstläufer wird das Ganze aber wohl nicht. Denn auf dem europäischen E-Auto-Markt bahnt sich perspektivisch ein Überangebot an verschiedenen Marken an. So wollen nicht nur die Chinesen  angreifen, sondern auch große US-Konzerne wie General Motors. Hinzu kommen natürlich die heimischen Branchenvertreter, die ebenfalls eine E-Offensive forcieren. Für die einzelnen Marken wird es deshalb immer schwieriger, einen Teil des Elektro-Kuchens in Europa für sich zu ergattern

Das gilt vor allem für neue Marken. Beobachter rechnen damit, dass zum Beispiel die deutschen Kunden bei der Flut an Elektro-Marken vor allem auf bewährte und ihnen bekannte Hersteller zurückgreifen werden – also unter anderem auf etablierte Big Player wie Volkswagen.

Mein Fazit für Sie

Eben deshalb ist die Kooperation mit Sixt so wichtig für BYD. Die Verbraucher können dadurch nicht nur erste eigene Erfahrungen mit chinesischen Autos sammeln, sondern diese auch auf den Straßen immer häufiger beobachten. Das könnte für BYD das Eis brechen, Vertrauen schaffen und den Weg für höhere Absatzzahlen in Europa freimachen.

Für die BYD-Aktie ist der Deal mit einem der einflussreichsten deutschen Unternehmen meiner Meinung nach ein sehr positives Signal. Auch weil die Partner ihre Kooperation in den nächsten Jahren möglicherweise über Europa hinaus erweitern wollen.