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Wenn vermeintliche Corona-Gewinner abstürzen und ein neuer Stern aufgeht

Inhaltsverzeichnis

Computerchips und Halbleiter spielen eine immer wichtigere Rolle. Ohne sie geht in vielen Bereichen gar nichts mehr. Egal, ob Auto, PC, Spielekonsole oder Smartphone: Für die Herstellung werden Chips benötigt.

Lieferengpässe während der Corona-Pandemie lösten eine regelrechte Chipkrise aus. Der Mangel hatte signifikante Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, die Unternehmensgewinne, die Beschäftigung, die Inflation und sogar auf die nationale Sicherheit.

Großartige Gewinnchancen mit neuer Chip-Generation

Chiphersteller wurden als die Corona-Gewinner schlechthin gehandelt, zumal führende Unternehmen eine neue Chipgeneration in der Pipeline hatten. Diese hätte noch 2022 in Massenproduktion gehen können. Dann hätten die Kurse regelrecht explodieren müssen. Die Gewinnchancen für Sie als Anleger waren großartig.

Aber es sollte, wie so oft im Moment, anders als erwartet kommen.

Als der führende Chiphersteller Intel (WKN: 855681) die jüngsten Quartalszahlen vorlegte, ging ein Raunen übers Börsenparkett – und zwar nicht, weil die Zahlen überraschend gut ausfielen. Nein! Das Gegenteil war der Fall.

Das Umsatzziel war um 2,6 Milliarden verfehlt worden, der Gewinn pro Aktie lag 60 % unter den Erwartungen. Ein Schock für alle Anlegerinnen und Anleger. Und damit nicht genug. Für die aktuelle Jahresprognose hat Intel den erwarteten Umsatz um 11 Milliarden US-Dollar nach unten korrigiert. Der erwartete Gewinn wurde halbiert. Nach diesen Horrormeldungen musste die Intel-Aktie verständlicherweise Federn lassen und rutschte um 10 % ab.

PC-Industrie schwächelt und reißt Chip-Hersteller mit

Intel generiert die Hälfte des Umsatzes mit Chips für Computer. Das ist ein Grund für die schlechte Performance des Unternehmens. Denn nach dem coronabedingten Homeoffice-Boom, schwächelt aktuell die PC-Industrie zunehmend, was sich natürlich auch auf die Chipnachfrage auswirkt.

Intel geht recht offen mit der jüngsten Unternehmenskrise um und ist dabei auch ehrlich gegenüber sich selbst. Die schlechten Zahlen werden deshalb nicht allein auf die problematische Wirtschaftslage geschoben. Stattdessen räumt Intel interne und strategische Fehler ein. Die neue Chipgeneration massenproduktionstauglich zu machen, verschiebt sich beispielsweise mindestens auf das nächste Jahr.

Als Anlegerin oder Anleger stellen Sie sich jetzt bestimmt die Frage, ob Halbleiter-Produzenten noch einen Platz in Ihrem Depot verdienen.

Bei Intel-Konkurrent AMD läuft es besser. In Sachen Börsenwert zog AMD am Erzrivalen Intel sogar vorbei.

Warum dieser Chip-Hersteller besser dasteht als alle anderen

Besondere Aufmerksamkeit verdient momentan jedoch Texas Instruments (WKN: 852654). Das Unternehmen aus dem US-Staat Texas ist vor allem bekannt für seine Taschenrechner, stellt aber auch Computerchips her.

Quelle: Aktien Screener Investor Verlag

Wie Intel veröffentlichte auch Texas Instruments kürzlich seine Quartalszahlen, aber hier gab es durchweg positive Überraschungen. Die Texaner übertrafen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis die Erwartungen.

Dass es bei Texas Instruments deutlich besser als bei Intel lief, liegt vor allem daran, dass Texas Instruments viel breiter aufgestellt ist. Das Unternehmen stellt rund 100.000 verschiedene Produkte her, die an zahlreiche Kunden aus ganz unterschiedlichen Branchen verkauft werden. Aufgrund dieser großen Diversifizierung spielt die Schwächephase in der PC-Industrie nur eine untergeordnete Rolle. Ein Nachfragerückgang in einem Bereich kann durch die Nachfrage aus anderen Bereichen einfacher ausgeglichen werden.

Daher hat Texas Instrument nur 3 % verloren, bei Intel waren es 28 %.

Halbleiter werden ein wichtiges Produkt bleiben. Deshalb sollten Sie die Hersteller nicht komplett aus Ihrem Depot verbannen. Es lohnt sich jedoch bezüglich der Gewinnchancen genauer hinzuschauen, zum Beispiel auf Texas Instruments.