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Waste Management – goldene Müllberge

Inhaltsverzeichnis

Waste Management macht das, was wir selbst normalerweise ungern tun – den Müll anderer Leute beseitigen. Die defensive Aktie legte eine Wertentwicklung hin, die wir ansonsten nur von flattrigen Tech-Papieren kennen.

Müll im Überfluss

Bei uns daheim im Rheinland ist alles bestens geregelt, wird sogar farblich unterschieden. Plastik gehört zu gelb, Bio zu braun, Hausmüll zu schwarz und Papier zu grün. Wir trennen Müll, was das Zeug hält und was – seien wir ehrlich – an modernem Ablasshandel erinnert. Unternehmen wie Waste Management, wenn wir unser Augenmerk nunmehr auf das Globale richten, schaffen den ganzen Unrat weg – vornehm formuliert: das Zeugs wird entsorgt.

Wäre es da nicht besser, auch für unser Gewissen und unsere Seelenruhe, wenn wir weniger Müll produzieren würden? Zweifellos! Dann aber würden Investoren mit der Aktie von Waste Management und anderen Müllentsorgern bzw. Müllverwertern nicht so viel Geld verdienen können.

Im Klartext: Die Performance der Waste Management Aktie in den war und ist alles andere als Müll. Und das schon seit dem Gründungsjahr 1968. Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen in Houston, US-Bundesstaat Texas.

Deutlicher Umsatz- und Gewinnanstieg im Q2

Für das zweite Quartal (30. 6.2022) des laufenden Geschäftsjahres meldeten die Müll-Menschen von Waste Management einmal mehr ein spürbares Wachstum. So stiegen die Umsatzerlöse auf 5,03 Milliarden US-Dollar nach 4,48 Milliarden US-Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 587 Millionen US-Dollar nach 351 Millionen US‑Dollar in den zweiten drei Monaten des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Erneut höhere Quartalsdividende

Die Amerikaner erhöhten zum 19. Mal in Folge die Quartalsdividende. Wurden den Aktionären für die ersten drei Monate noch 0,575 US-Dollar je Aktie Gewinnbeteiligung überwiesen, so beträgt die Ausschüttung für das zweite Quartal (Zahltag: 23. September 2022) 0,65 US-Dollar. Ein Anstieg um rund 13 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres.

Aufs Jahr gerechnet dürfte die Dividende je Anteilsschein um die 2,60 US-Dollar betragen. Auf Basis des aktuellen Aktienkurses ergibt sich eine Dividendenrendite von 1,5 Prozent. Was nicht gerade üppig ist. Mehr als ausgeglichen wird jedoch die vergleichsweise magere Ausschüttungsrendite durch die Performance der Aktie (WKN: 893579) in den vergangenen Jahren.

Aktie kaufen? Oder doch nicht?

Bevor ich die Frage beantworte, ein kurzer Blick zurück. In den vergangenen zehn Jahren konnten treue Investoren mit der Aktie alles in allem gut 520 Prozent Gewinn einstreichen. Wie gesagt: alles andere als Müll. Besonders beeindruckend ist die Performance seit Februar 2021. Notierten die Papiere damals noch bei umgerechnet knapp über 120 Euro, so marschierten sie bis Mitte August 2022 auf das historische Hoch von nahezu 180 Euro. Momentan liegt die Notierung mit rund 171 Euro knapp darunter.

Durchaus bemerkenswert ist, dass die Papiere im laufenden Jahr, was für Börsianer alles andere als einfach war und ist, um die 16 Prozent zugelegt haben. Dies also die wohl mehr als guten Nachrichten in der Rückschau.

Aber… nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Auch wenn dieser Satz abgedroschen klingt, weil schon gefühlt millionenfach geschrieben oder gesprochen – er stimmt. Wende ich den Blick in die andere Richtung, nach vorn also, bin ich durchaus skeptisch, eine Kaufempfehlung für Waste Management Aktie auszusprechen. Denn für das laufende Geschäftsjahr 2022 schätzt der Analysten-Konsens ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 31, für 2023 von nahezu 28. Für einen defensiven Wert, der wohl praktisch nichts mit Tech- und anderen Wachstumsbranchen zu tun hat, ganz schön üppig. Zweifellos haben wir ein sehr gut gemanagtes Unternehmen, das in der Vergangenheit stetig und spürbar gewachsen ist und dies aller Voraussicht nach auch künftig tun wird. Auf dem aktuellen Kursniveau würde ich noch nicht angreifen. Ins Grübeln käme ich bei einer Korrektur, die den Kurs 20 bis 30 Prozent nach unten schiebt.