Was bedeutet die Bundestagswahl für die Börsen?

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Das Ergebnis ist knapp, aber dann doch eindeutig: Mit 25,7% wird die SPD vor der Union die Nummer 1. Die Union kommt auf 24,1. Sowohl bei den Stimmen als auch bei Mandaten hat die SPD die Union überholt. Die Grünen erzielen ihr bestes Ergebnis, bleiben aber unter ihren Erwartungen.

Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich erheblich

Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich erheblich. Statt bisher 246 Abgeordnete kommt die Union auf 196, die SPD kann ihre Mannschaft deutlich von 153 auf 206 aufstocken. Die Grünen können die Zahl ihrer Abgeordneten von 67 auf 118 fast verdoppeln. Im Gegensatz dazu hält sich der Zuwachs der FDP von 80 auf 92 Abgeordnete in Grenzen. Was bedeutet das nun für die Börsen?

Eine erneute große Koalition würde Deutschland nicht voranbringen

Trotz der deutlich veränderten Mehrheitsverhältnisse steht uns in den nächsten Wochen eine schwierige Regierungsbildung bevor. Das einzig mögliche Zweierbündnis wäre eine große Koalition. Das ist aber politisch nicht gewollt und würde Deutschland auch kaum voranbringen. Wenn Sie die gestrige Berliner Runde verfolgt haben, die gibt erste Signale, die eher auf eine Ampel hinweisen als auf eine Jamaika-Koalition.

Trotz schwieriger Koalitionsbildung Aufatmen beim DAX

Während sich die Union mit ihrer Verliererrolle noch nicht abgefunden hat, haben die Märke zunächst erleichtert reagiert. Das liegt in erster Linie daran, dass ein von einigen Anlegern befürchteter Linksrutsch ausgeblieben ist. „Aus Marktsicht dürfte es eine gute Nachricht sein, dass eine Linkskoalition rechnerisch unmöglich ist und folglich als Drohkulisse der Verhandlungen zwischen SPD, CDU, Grünen und FDP abgeräumt wurde“, sagt Jens-Oliver Niklasch von der LBBW. Auch Michael Hüther, der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft betont: „Das Wahlergebnis ist ein Stabilitätssignal für die deutschen Unternehmen“.

Deutschland wird grüner werden

Ob wir nun in einigen Wochen oder Monaten eine Ampel- oder eine Jamaika-Koaltion haben werden, klar ist: sie wird nur mit Beteiligung der Grünen und der FDP. Wenn sich diese beiden Parteien vorab verständigen können, haben sie die Chance, sich ihren Kanzler praktisch „aussuchen“ zu können. Da die Grünen die FDP weiter auf Abstand gehalten haben, wird es entscheidend darauf ankommen, welcher Koalitionspartner den Grünen die meisten Zugeständnisse macht. Und damit steht: Es wird in Deutschland grüner werden. Ein Signal, das auch an die Börse verstanden hat.