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Vom Nischen- zum Massenmarkt: EU zündet Wasserstoff-Boost!

Inhaltsverzeichnis

Lange Zeit waren Rohstoffe und deren Wichtigkeit in der Öffentlichkeit kaum präsent. Doch die geopolitische Lage und der Klimawandel haben sich in den letzten Jahren so weit verschärft, dass diese Ressourcen auf einmal ganz oben auf der politischen Agenda stehen.

Freilich auch in Brüssel. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat vor wenigen Tagen eine viel beachtete Grundsatzrede gehalten und ist dabei auch auf die Rohstoff-Problematik Europas eingegangen. Die Politikerin sprach von einem „Krieg gegen unsere Zukunft“ und meinte damit den Wirtschaftskonflikt mit Russland. Die EU müsse alles dafür tun, um die Abhängigkeit von russischen Rohstoffen zu verringern.

EU: Von der Leyen will Wasserstoff-Turbo zünden

Das soll auch über eine Offensive im Bereich Wasserstoff gelingen. Von der Leyen kündigte nämlich an, dass Wasserstoff die Energiegrundlage der Zukunft sein solle. Bis 2030 sollen in der EU demnach pro Jahr 10 Millionen Tonnen an „grünem“ Wasserstoff erzeugt werden. Das erfordert freilich jede Menge Investitionen. Das dafür nötige Geld will die Kommissionschefin über eine Europäische Wasserstoffbank mobilisieren.

Diese soll helfen, den Kauf von Wasserstoff zu sichern und gleichzeitig die noch unterentwickelte europäische Infrastruktur für Wasserstoff auszubauen. Insgesamt soll die geplante Bank 3 Milliarden Euro in den Aufbau des europäischen Wasserstoffmarktes investieren.

Die EU müsse sich hier vom Nischenmarkt zum Massenmarkt bewegen, betonte von der Leyen. Das Bekenntnis zu dem klimaschonenden Energieträger kommt jedenfalls nicht von ungefähr. Auch in den USA hatte Präsident Joe Biden kürzlich eine Wasserstoff-Offensive auf den Weg gebracht.

Welche Aktien langfristig profitieren dürften

Für Sie als Rohstoff-Anleger ist das natürlich ein erfreuliches Signal. Denn: Der Wasserstoff-Markt in Europa dürfte nun mit Rückendeckung der Politik ordentlich beflügelt werden. Ein Profiteur ist beispielsweise der Gase-Konzern Linde. Das Unternehmen plant in Europa den Bau einiger Elektrolyseure – in denen Wasserstoff mittels Öko-Strom erzeugt wird. Gut möglich also, dass Linde nach der Rede der EU-Kommissionspräsidentin nun zusätzliche Investitionen in Erwägung zieht.

Aber auch der Energiekonzern RWE will künftig verstärkt in das Wasserstoff-Geschäft einsteigen und dabei helfen, den Energieträger klimaschonend zu produzieren.

Andere große Player wie Air Liquide und Siemens Energy sind ebenfalls mit von der Partie. Die beiden Partner haben kürzlich ein Joint-Venture gegründet, um die industrielle Fertigung von Wasserstoff-Elektrolyseuren in Europa voranzubringen. Die Projekte sollen in direkter Kooperation mit den Kunden umgesetzt werden, was im Endeffekt die Finanzierung erleichtert und die Prozesse beschleunigt.

Mein Fazit für Sie

Die EU zündet den Wasserstoff-Turbo. Das schafft starke Perspektiven für die oben genannten Aktien. Wichtig für Sie als Anleger: Diese Perspektiven sind sehr langfristig orientiert. Der Wasserstoff-Markt steckt immer noch in den Kinderschuhen. Bis der Energieträger wirtschaftlich rentabel ist, werden noch viele Jahre vergehen.

Investitionen in Wasserstoff-Aktien sind also immer eine Wette auf die Zukunft. Das ist ein Grund, warum gerade auf Wasserstoff spezialisierte Börsenfirmen am Markt sehr volatil sind. Die oben genannten Aktien hingegen repräsentieren etablierte Großkonzerne, die nicht nur diesen Energieträger im Portfolio haben. Dadurch können Sie als Anleger vom künftigen Wasserstoff-Boom profitieren und gleichzeitig Ihr Risiko reduzieren.

Aber auch hier gilt: Die Stärke wächst mit der Geduld.