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Varta-Aktie: Neue Zahlen enttäuschen – Achterbahnfahrt geht weiter!

Inhaltsverzeichnis

Mit innovativen Batteriezellen wolle man dazu beitragen, die Elektromobilität effizienter zu machen: Als Varta-Boss Herbert Schein im Frühjahr den umfangreichen Einstieg in den Stromer-Markt bekannt gab, war der Jubel an der Börse förmlich spürbar.

Varta will neuer E-Player werden

In den folgenden Wochen und Monaten beglückte der Batteriehersteller aus dem schwäbischen Ellwangen seine Anleger mit weiteren beachtlichen Meldungen. So kündigte der Konzern eine Hochleistungs-Batteriezelle an, die in nur drei Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden könne. Eine entsprechende Pilotanlage wurde ebenfalls in Aussicht gestellt.

Varta will damit zu einem führenden Batteriezulieferer der E-Branche aufsteigen und den bisherigen Platzhirschen aus Asien wie Panasonic, CATL und LG Paroli bieten. Gleichzeitig will Varta auch beim Recycling mitmischen und seinen potenziellen Kunden anbieten, ihre Akkus wiederzuverwerten. Das Potenzial ist mit Blick auf die stark steigenden Zulassungszahlen der Stromer jedenfalls gigantisch.

Wer bekommt die Batteriezellen von Varta?

Bislang ist nur wenig darüber bekannt, welche konkreten Autofirmen Varta beliefern wird. Einzig eine Kooperation mit dem Premium-Hersteller Porsche hat der Batteriekonzern bislang konkret veröffentlicht. Demnach will Varta Fabrikate der VW-Tochter mit Hochleistungsbatterien ausstatten.

Varta jedenfalls kann auf umfangreiches Know-how zurückgreifen. Seit Jahren schon entwickelt und produziert der Konzern Lithium-Ionen-Knopfzellen zum Beispiel für Hörgeräte und Kopfhörer. Dieses Wissen wolle man nun auf größere Zellen für E-Autos übertragen.

Aktie 2021 auf Achterbahnfahrt

Sie merken: Varta hat also Zukunftspotenzial. Viele Anleger aber sind nicht wirklich davon überzeugt. Zwar wurde die Aktie im Jahresverlauf mehrmals deutlich nach oben gejubelt – zeitweise gar über die 160-Euro-Marke. Der Aufschwung aber währte jedes Mal nicht lange und der Abschwung kam stets auf dem Fuße.

Die Gründe für die Achterbahnfahrt sind freilich vielfältig. Zum einen hatte das Papier bereits 2020 massiv aufgewertet. Entsprechend dürfte bereits Anfang 2021 ein gewisser Teil des Zukunftspotenzials eingepreist gewesen sein.

Zum anderen ist es für Außenstehende sehr schwierig abzuwägen, ob die von Varta präsentierte Zelltechnologie für E-Autos wirklich so disruptiv ist, wie vom Konzern behauptet. Denn auch die Konkurrenz aus Asien schläft nicht und dürfte alsbald ähnliche technologische Fortschritte auf den Markt bringen – möglicherweise dann zu einem geringeren Preis.

Neue Zahlen enttäuschen

Umso größer waren die Hoffnungen auf die neuen Zahlen, die Varta am Freitag seinen Aktionären präsentierte. Doch daraus wurde nichts. Die Aktie krachte zum Wochenende um 14,7 Prozent ein und bescherte dem Konzern bereits den vierten größeren Kurssturz in 2021.

Das Zahlenwerk jedenfalls enttäuschte. In den ersten neun Monaten erwirtschaftete Varta einen Umsatz von gerade einmal 622 Millionen Euro. Damit lag man 7,5 Prozent unter den Schätzungen der Analysten (Consensus). Und auch das bereinigte Betriebsergebnis EBITDA verfehlte die Erwartungen deutlich.

Doch damit nicht genug: Varta publizierte am Freitag sogleich auch eine Umsatzwarnung für das Geschäftsjahr. So rechnet der Konzern nun nur noch mit einem Umsatz von 900 Millionen Euro – statt wie zuvor mit 940 Millionen.

Produktionsprobleme bei Kunden

Der Batteriekonzern begründet das neuerliche Zahlendesaster mit Produktionsausfällen bei Kunden. Diese wiederum seien durch Lieferkettenprobleme bei Rohstoffen und Halbleitern bedingt.

Um welche Kunden es nicht genau handelt, wollte Varta indes nicht preisgeben. Zu den möglicherweise betroffenen Kunden könnte auch der US-Techkonzern Apple zählen, der die Knopfzellen der Schwaben in einigen Geräten einsetzt und zuletzt Produktionskürzungen bekannt geben musste.

Längerfristig auf Kurs?

Immerhin sieht sich Varta für die kommenden Jahre gerüstet. So bereite man sich für 2022 und 2023 wegen der neuen E-Auto-Batteriezellen auf eine „große Wachstumsoffensive“ vor. 2024 sollen dann erste Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus diesem neuem Geschäftsfeld vorliegen.

Als Anleger sollten Sie in Sachen Varta also einen langen Atem haben.