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Vale leidet unter dem Preisverfall bei Metallen

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Der Weltmarktführer bei Eisenerz und Nickel, die brasilianische Vale, bekommt den Preisrutsch bei zahlreichen Metallen zu spüren. Im ersten Jahresviertel 2023 sind die Umsätze und die Gewinne stark zurückgegangen. Die Aktie verliert weiter an Boden.

Umsatzrückgang um 22 Prozent

Trotz einer höheren Produktion von Eisenerz, dem mit Abstand umsatzstärksten Bereich von Vale, musste der in Rio de Janeiro beheimatete Bergbaukonzern im ersten Quartal 2023 einen Umsatzrückgang um 22% auf gut 8,4 Milliarden US-Dollar verkraften. Denn die Eisenerzpreise sackten gegenüber den ersten drei Monaten 2022 um rund 23% ab.

Bei Kupfer und Kobalt war der Preisrutsch ebenfalls deutlich. Lediglich bei Nickel konnte Vale um rund 14% höhere Durchschnittspreise verbuchen, bei Gold und Silber, die als Nebenprodukte beim Abbau der anderen Erze anfallen, blieben die Notierungen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Erschwerend kam hinzu, dass schlechtes Wetter zeitweise die Verschiffung von Eisenerz und anderen Metallen behindert hat.

Da die Kosten von Vale in einem inflationären Umfeld ungeachtet der niedrigeren Verkaufserlöse weiter munter kletterten – um knapp 6% – war der Rückgang beim Gewinn noch viel kräftiger als beim Umsatz. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich nahezu halbiert, von 5,5 Milliarden Dollar auf 2,9 Milliarden Dollar.  Unter dem Strich, also beim bereinigten Nettoeinkommen, fiel das Ergebnis noch drastisch schlechter aus: Es rutschte von 4,46 Milliarden Dollar auf 1,84 Milliarden Dollar ab. Das ist ein Absturz um nahezu 60%.

Analystenerwartungen deutlich verfehlt

Kein Wunder, dass das Management einen verstärkten Fokus auf mehr Effizienz und Kostenabbau legt. Analysten waren vor der Bekanntgabe der Zahlen deutlich optimistischer gewesen. Sie hatten im Durchschnitt mit einem Nettoeinkommen von 2,4 Milliarden Dollar gerechnet – also rund 30% mehr als letztlich erreicht worden sind. Trotz der schwachen Zahlen bleibt das Vale-Management optimistisch, die Jahresziele beim Gewinn doch noch erreichen zu können.

Im ersten Quartal hat Vale für das Geschäftsjahr 2022 den Rekordbetrag von 1,8 Milliarden Dollar an die Aktionäre als Dividende verteilt. Außerdem hat das Unternehmen für über eine dreiviertel Milliarde Dollar eigene Aktien zurückgekauft – und will weitere Milliarden dafür locker machen. Das Geld dafür ist angesichts eines Free Cash Flow von 2,3 Milliarden Dollar in den ersten drei Monaten 2023 ausreichend vorhanden.

Aktienkurs nähert sich dem Zwölfmonats-Tief

Die Vale-Aktie verlor nach den Zahlen  im deutschen Vormittagshandel gut ein Prozent auf Kurse von knapp 13 Euro. Seit dem Zwölfmonatshoch von 17,75 Euro hat sie damit gut ein Viertel eingebüßt und liegt nicht mehr weit über dem Jahrestief von 12,30 Euro. Die Analysten sind angesichts niedriger Bewertung und hoher Dividendenrendite mehrheitlich positiv gestimmt: 14 Experten rieten vor den Zahlen zum Kauf, 10 zum Halten und nur einer zum Verkauf.