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Aktien : V-Zug: Hardware für Raclette und Rösti

Auf dem Schweizer Aktienmarkt haben Investoren meist nur Multis wie Nestlé, Novartis & Co. im Visier. Besondere Beachtung verdienen aber auch einige Werte aus der zweiten oder dritten Börsenreihe. Seit ihrem Börsengang im Jahr 2020 fliegt die Aktie der V-Zug (ISIN: CH0542483745) unter dem Radar der Investoren. Doch das könnte sich in nächster Zeit ändern. Der Einstieg könnte jetzt zumindest erwägenswert sein.

Breites Sortiment für die Hausfrau (m/w/d)

Zuerst ein Blick in die Vergangenheit. Die V-Zug Holding AG, so der offizielle Firmenname, ist ein Spinoff der Metall Zug AG. Dieses Unternehmen ist mehr als 100 Jahre alt und bei den Eidgenossen beinahe so bekannt wie Heidi und Clara bei uns. Beim IPO vor zwei Jahren erhielten Namensaktionäre (Typ A) der Metall Zug im Verhältnis 1:1 Namensaktien der V-Zug Holding. Namensaktionäre vom Typ B bekamen ihre Zuteilung im Verhältnis 1:10.

V-Zug gilt im Heimatland Schweiz als Marktführer für Küchenmaschinen und Küchengeräte aller Art. Doch würde sich der Vorstand unter der Führung von CEO Peter Spirig ausschließlich auf die Schweiz mit ihren 26 Kantonen konzentrieren, die Wachstumschancen wären arg begrenzt, der eidgenössische Markt wahrscheinlich eher früher als später gesättigt.

Deshalb steht die weltweite Expansion auf der Agenda. Im Geschäftsjahr stieg der Umsatz außerhalb der Schweiz bereits um rund 40 Prozent auf nahezu 95 Millionen Schweizer Franken. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz der V-Zug Holding AG legte um – ebenfalls beachtliche – 10 Prozent auf ca. 623 Millionen Schweizer Franken zu.

Da scheint also noch einige Luft nach oben. Zumal weltweit weitere Showrooms eröffnet werden sollen, bereits im laufenden Geschäftsjahr 2022 neue Standorte in Paris, Sydney und Wien.

V-Zug Aktie kaufenswert?

Der Vorstand plant ein organisches Wachstum von 3 Prozent bis zum Jahr 2026. Mehr als dreimal so viel, um die 10 Prozent also, sollen die internationalen Aktivitäten jährlich zulegen. Was plausibel erscheint, eben weil der schweizerische Markt begrenzt ist und das Unternehmen vor allem viel Geld in die internationale Expansion investiert. Diese angepeilten Wachstumsraten „well done“ und signalisieren solide Hausmannskost mit einigen Finessen, die Investoren aufhorchen lassen.

Der Aktienkurs der V-Zug Holding AG zeigt sich in jüngster Zeit recht robust und tendiert eher nach oben. Gleichwohl müssen die Anteilsscheine noch ein wenig weiter köcheln, um den historischen Höchststand bei 155 Schweizer Franken wieder zu erreichen. Bis dahin sind es – auf aktuelle Kursbasis – immerhin noch knapp 30 Prozent.

Bei der V-Zug Holding AG handelt es sich um ein vergleichsweise marktenges Papier. Täglich werden nur 300 bis 400 Stücke gehandelt. Was insbesondere für private Anleger zweierlei bedeutet:

  1. Sie sollten nicht in großem Stil einsteigen, marktenge Titel haben nun einmal die Eigenschaft, dass eine spätere Veräußerung nur mit Mühe oder nicht zum gewünschten Preis oder gar beides gleichzeitig möglich ist. Kleinere Orders dürfte der Markt jedoch verkraften können.
  2. Die noch recht geringen Umsätze deuten darauf hin, dass – wie bereits erwähnt – Investoren den Wert, insbesondere dessen Chancen, noch nicht in großem Stil zur Kenntnis genommen haben. Sollte das passieren und deshalb die Nachfrage einem geringen Angebot an Aktien gegenüberstehen, dürfte der Aktienkurs schnell zulegen. Fundamentaldaten wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) jedenfalls scheinen überzeugend. So kamen die Anteilsscheine vorangegangenen Geschäftsjahre auf ein KGV von wenig mehr als 14. Die Konsensschätzungen der Analysten für das laufende Geschäftsjahr 2022 sehen ein KGV von rund 12 und für 2023 von nur noch 11. Dividenden dürften den Investitionen in das internationale Wachstum zuliebe bis auf weiteres nicht gezahlt werden.

Aus heutiger Sicht scheint die Aktie der V-Zug Holding AG ein solides Investment. Ein paar Stücke im Depot zum jetzigen Kurs könnten auf mittlere und längere Sicht durchaus eine gute Idee sein.

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Über den Autor
Hajo Simons
Hajo Simons

Hajo (Heinz-Josef) Simons, Jahrgang 1956, arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist.

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