Visa Aktie: Profiteur des globalen Zahlungsbooms

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Vielleicht haben Sie es gestern wieder selbst getan: Sie haben kurz die Karte ans Terminal gehalten, es ertönt ein Piepton – und die Zahlung ist abgeschlossen. Was fĂŒr uns Alltag ist, ist fĂŒr Visa ein globales MilliardengeschĂ€ft.

Visa vergibt im Gegensatz zu einer Bank keine Kredite. Das Unternehmen betreibt ein weltweites Zahlungsnetzwerk. Jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt mit einer Visa-Karte gezahlt wird, fließt eine kleine GebĂŒhr an das Unternehmen. Je mehr Transaktionen und je höher das Zahlungsvolumen, desto stĂ€rker wĂ€chst das GeschĂ€ft. Genau dieses Modell macht Visa so profitabel: hohe Margen, kaum KreditausfĂ€lle, starke Skaleneffekte.

Im jĂŒngsten Quartal legte der Umsatz zweistellig zu. Die Zahl der abgewickelten Zahlungen steigt weiter. Besonders stark wachsen grenzĂŒberschreitende Transaktionen, also Zahlungen im Ausland, etwa durch Reisen oder OnlinekĂ€ufe. Gleichzeitig kauft Visa eigene Aktien zurĂŒck und steigert den Gewinn je Aktie zusĂ€tzlich. Das bedeutet: Selbst wenn das operative Wachstum einmal langsamer wird, kann der Gewinn pro Anteilsschein weiter steigen.

Wachstum durch Digitalisierung – nicht durch Filialen

Visa wĂ€chst nicht durch den Bau neuer Filialen. Das Unternehmen wĂ€chst, weil Bargeld weltweit weiter zurĂŒckgedrĂ€ngt wird. Immer mehr LĂ€nder setzen auf digitale Bezahlmethoden. Onlinehandel, Streaming-Abos, In-App-KĂ€ufe oder kontaktloses Zahlen im Supermarkt treiben diesen Trend voran.

Hinzu kommt die Ausweitung auf neue Bereiche: Dazu zĂ€hlen Kooperationen mit Fintechs, neue Debit-Modelle und digitale Wallets. Selbst große Technologiekonzerne greifen auf das Visa-Netzwerk zurĂŒck. Dadurch wird ihre Stellung im Hintergrund gestĂ€rkt – dort, wo die eigentliche Wertschöpfung stattfindet.

Die Bilanz gilt als ausgesprochen solide. Das VerhĂ€ltnis von Nettoschulden zum operativen Gewinn (EBITDA, also Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ist sehr niedrig. Das verschafft dem Management Spielraum fĂŒr Übernahmen, Innovationen und weitere AktienrĂŒckkĂ€ufe.

Regulierung bleibt das grĂ¶ĂŸte Risiko

Wo viel Geld verdient wird, schaut die Politik genau hin. In Europa prĂŒfen Behörden die GebĂŒhrenstruktur. In den USA wird ein Gesetz diskutiert, das mehr Wettbewerb bei Kreditkarten-Netzwerken erzwingen soll. Solche Eingriffe könnten das GebĂŒhrenmodell unter Druck setzen.

Hinzu kommt das Konjunkturrisiko. In einer Rezession sinkt der Konsum. Weniger KĂ€ufe bedeuten weniger Transaktionen. Allerdings hat Visa in frĂŒheren Krisen gezeigt, dass sein GeschĂ€ftsmodell robust ist. Der langfristige Trend zur digitalen Zahlung wird dadurch nicht gestoppt.

Die Aktie ist derzeit moderater bewertet als in frĂŒheren Jahren. So liegt das Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis – also der Aktienkurs im VerhĂ€ltnis zum erwarteten Jahresgewinn – unter dem langfristigen Durchschnitt. FĂŒr ein Unternehmen mit zweistelligem Gewinnwachstum und sehr hoher Kapitalrendite ist das zumindest diskussionswĂŒrdig.

Fazit

Visa ist kein spektakulĂ€rer HoffnungstrĂ€ger, sondern ein stiller DauerlĂ€ufer. Das Unternehmen profitiert vom weltweiten Wandel weg vom Bargeld und verdient an nahezu jeder digitalen Zahlung mit. Regulierung und Konjunktur bleiben jedoch Themen. Doch strukturell spricht vieles fĂŒr anhaltendes Wachstum.

Wenn Sie in Unternehmen investieren möchten, die im Hintergrund der Weltwirtschaft tÀtig sind und dennoch hohe Gewinne erzielen, sollten Sie Visa genau beobachten.