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Twitter-Übernahme: Showdown in Kalifornien

Inhaltsverzeichnis

Ja? Nein? Vielleicht? Im monatelangen Gezerre um eine von Elon Musk geplante und dann wieder abgesagte Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter gibt es neue Wendungen.

Eigentlich hätte noch in diesem Monat ein Gerichtsprozess um den Milliardendeal starten sollen. Der Auftakttermin war für den 17. Oktober angesetzt, wurde nun aber kurzfristig durch die zuständige Richterin abgesagt – zumindest vorläufig.

Etappensieg für Musk – Prozess vorerst ausgesetzt

Denn die Ansage der Juristin in die Richtung des Tesla-Chefs ist deutlich: Entweder das Geschäft kommt bis zum 28. Oktober zustande – oder der Prozess findet im November doch noch statt. Verklagt wurde Musk von Twitter selbst: Das Unternehmen will die Übernahme erzwingen, gegen die es sich ursprünglich im Frühjahr noch zur Wehr gesetzt hatte.

Es geht um satte 44 Milliarden US-Dollar. Zu diesem Preis hatte Musk im April seine Offerte publik gemacht, kurz darauf folgte ein Rückzieher. Es gebe zu viele Fake-Accounts, mehr als von Twitter angegeben, hieß es zur Begründung. Nicht wenige Beobachter hielten das damals für einen Versuch, den Preis zu drücken. Gerüchten zufolge hatte der reichste Mensch der Welt, dessen Vermögen maßgeblich auf seinen Anteilen an Tesla beruht, Schwierigkeiten mit der Finanzierung.

Überraschende Kehrtwende lässt Twitter Aktie steigen

Das Gezerre schickte den Kurs der Twitter Aktie auf Talfahrt, inzwischen setzte jedoch eine Erholung ein. Als Musk nun Anfang der Woche überraschend bekanntgab, den Kurnachrichtendienst doch zum ursprünglichen Angebotsvolumen übernehmen zu wollen, sprang der Wert des Papiers um mehr als 10 Prozent nach oben und notiert seither bei rund 50 Dollar.

Dass der exzentrische Unternehmer nun offenbar doch einlenkt, dürfte nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass Beobachter überwiegend davon ausgingen, Twitter würde seine Position vor Gericht vermutlich durchsetzen und den Kauf erzwingen können. Dem versucht Musk nun zuvorzukommen, erbat sich aber Zeit, die Finanzierung in trockene Tücher zu bringen. Twitter wittert hier ein weiteres Hintertürchen, das Musk sich offenhalten will, um den Deal doch noch platzen zu lassen. Es besteht großes Misstrauen auf beiden Seiten.

Kommt unter Musk auch Trump zu Twitter zurück?

Ohnehin ist unklar, was Musk mit Twitter eigentlich will. Er ist seit Jahren aktiver Nutzer der Plattform mit Millionen von Followern und entsprechend hoher Reichweite. Nur gefallen ihm offenbar die Hausregeln nicht, die das Unternehmen für seine Nutzerschaft aufgestellt hat. Diese führten unter anderem dazu, dass der Account von Ex-US-Präsident Donald Trump deaktiviert wurde.

Der Schritt wurde nach dem Sturm auf das Kapitol im Januar 2021 von Beobachtern begrüßt. Musk, Trump und ihre Anhänger jedoch kritisierten den Rauswurf als Zensur und Beschränkung der Meinungsfreiheit. Mit einer Übernahme will Musk nun offenbar selbst über die Spielregeln bestimmen, auch ein Twitter-Comeback von Trump gilt als nicht ausgeschlossen. Das wiederum könnte Einfluss haben auf die nächste Präsidentschaftswahl und somit von welthistorischer Bedeutung sein.

Während Anleger, die Twitter Aktien halten, nun also auf einen hohen Verkaufspreis im Falle einer Übernahme hoffen dürfen, ging zugleich die Aktie von Tesla auf Talfahrt. Mehr als ein Viertel ihres Wertes hat das Papier in den vergangenen sechs Monaten eingebüßt – und damit auch das persönliche Vermögen von Elon Musk empfindlich verringert.