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Twitter-Aktie: Warum Musk alles andere als ein passiver Investor ist!

Inhaltsverzeichnis

An Elon Musk scheiden sich die Geister. Die einen sehen in dem Tesla-Chef den größten Visionär unserer Zeit, den Wegbereiter der Zukunft. Andere bezeichnen den Milliardär gerne als Blender, der seine Popularität schamlos ausnutze, um sich selbst zu bereichern.

Wie auch immer man nun zu Elon Musk steht: Der Unternehmer hat erheblichen Einfluss auf die Börse – und das nicht nur auf die Tesla-Aktie. Als Anleger sollten Sie deshalb stets ein genaues Auge auf die Aktivitäten des wohl reichsten Menschen der Welt werfen.

Größter Einzelaktionär: Musk kauft sich bei Twitter ein

Neustes Beispiel: Twitter. Wahrscheinlich haben Sie es auch schon in den Medien gelesen: Anfang der Woche wurde laut einer Mitteilung der US-Börsenaufsicht SEC bekannt, dass sich Musk bereits Mitte März 9,2 Prozent der Twitter-Anteile einverleibt hatte. Der Unternehmer legte dafür knapp drei Milliarden Dollar auf den Tisch und ist seither der größte Einzelaktionär des Kurznachrichtendienstes – noch vor Twitter-Mitgründer Jack Dorsey.

Für Musk dürfte sich das Ganze bereits ausgezahlt haben. Am Montag schoss die Twitter-Aktie nach der SEC-Meldung um bis zu 25 Prozent nach oben. Und auch am Dienstag gab es weitere Kursimpulse. Wie so oft hat die Börse das Engagement eines wohlhabenden Investors als Zeichen interpretiert, dass das jeweilige Unternehmen zukunftsfähig ist.

Was hat er mit seiner Twitter-Investition vor?

Dass es dem Milliardär bloß um Rendite geht, dürfte angesichts seines ohnehin kaum fassbaren Vermögens eher unwahrscheinlich sein (laut Forbes 219 Mrd. Dollar). Vielmehr erwarten Beobachter, dass Musk in die Geschäftstätigkeit des Kurznachrichtendienstes eingreifen könnte. Das wiederum könnte erhebliche Folgen für den Konzern und dessen Millionen Nutzer haben.

Zwar ist Musks Beteiligung laut SEC-Meldung als „passiv“ gekennzeichnet. Trotzdem kündigte Twitter nun an, den Milliardär in den Verwaltungsrat zu holen. Twitter-Boss Parag Agrawal erklärte, dass sich Musk dort wertvoll einbringen könne. Und auch Musk sagte inzwischen, dass er sich darauf freue, Twitter zusammen mit Agrawal und anderen Verwaltungsräten „erheblich zu verbessern“.

„Use Signal“: Musks folgenreiche Tweets

Tatsächlich besteht zwischen Musk und Twitter eine Art Hassliebe. Der Tesla-Chef nutzt die Plattform seit vielen Jahren, um seine Meinung sehr regelmäßig der Öffentlichkeit preiszugeben. Diese Nahbarkeit ist ein Grund, warum er bei seinen Anhänger so beliebt ist.

Dabei geht es oft um Banalitäten – hin und wieder aber haben seine Tweets massive Auswirkungen auf Börsenkurse. Man erinnere sich nur an den folgenschweren Tweet von Anfang 2021, als Musk kurz und bündig „Use Signal“ in die Welt hinausposaunte. Der Unternehmer wollte damit dazu aufrufen, den Messenger-Dienst „WhatsApp“ wegen datenschutzrechtlicher Gründe zu meiden und lieber das Konkurrenzprodukt „Signal“ zu nutzen.

Das brachte etliche Anleger auf eine pfiffige Idee: Wenn Musk ein Produkt so offensiv bewirbt, dürfte das dem dahinterstehenden Unternehmen doch einen ordentlichen Schub geben. Viele Investoren kauften daraufhin die „Signal“-Aktie. Das Problem: Der Messenger-Dienst ist gar nicht an der Börse notiert. Stattdessen investierten die Anleger aus Unwissenheit in den schwer strauchelnden US-Medizintechnikkonzern „Signal Advance“ – für viele Privatinvestoren war das ein Desaster.

Freie Meinungsäußerung: Tesla-Chef kritisiert Twitter

Doch trotz seines Einflusses auf die Twitter-Sphäre ist Musk alles andere als ein Fan der Plattform. In den letzten Jahren hat der Milliardär immer wieder die Firmenpolitik Twitters kritisiert.

So suggerierte er, dass die Plattform keine freie Meinungsäußerung zulasse. Musk spielte damit auch den Twitter-Ban des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump an. Die Kritik ging gar so weit, dass er öffentlich mit dem Gedanken spielte, eine Konkurrenzplattform zu gründen. Das dürfte jetzt allerdings wieder vom Tisch sein.

Es geht schon los

Derweil fängt Musk bereits an, Veränderungen ins Spiel zu bringen – wenn auch in kleinen Schritten. Am Dienstag stellte er eine Umfrage auf Twitter hoch und fragte, ob die Nutzer eine „Edit“-Funktion wollen. Bislang konnten die Tweets im Nachhinein nicht bearbeitet werden, weshalb in solchen Fällen nur eine Löschung infrage kam. Die Nutzer jedenfalls scheinen von Musks „Edit“-Funktion begeistert zu sein. Mehr als 70 Prozent der mehr als vier Millionen Teilnehmer antworteten mit „Ja“.

Nun bleibt es abzuwarten, welche weiteren Maßnahmen Musk noch in petto hat. Eric Ross, Analyst bei Cascend Securities, sagte kürzlich zum „Wall Street Journal“, dass es so etwas wie eine passive Beteiligung für Elon Musk nicht gebe. Er werde eindeutig die Ärmel hochkrempeln. Und auch andere Experten sprechen Musk eine aggressivere Eigentümer-Rolle zu.

Mein Fazit für Sie

Für Twitter ist Musks Engagement meiner Meinung nach ein zweischneidiges Schwert. Das Unternehmen hatte zuletzt mit seinen Quartalsergebnissen und den geringer als erwarteten Nutzerzuwächsen enttäuscht. Musk dürfte nun neuen Schwung in das Management bringen und wichtige Umstrukturierungen anregen, so zumindest die Hoffnung der Börse.

Der Kursaufschwung bedeutet allerdings auch, dass in der Aktie jetzt sehr viel Fantasie enthalten ist, die zumindest momentan nicht auf fundamentalen Daten basiert. Es ist schlicht reines Wunschdenken, das die Twitter-Aktie derzeit bewegt.

Kein Wunder also, dass es am Mittwoch bereits wieder etwas nach unten ging. Wichtig für Sie: Sollten Musk und das Management die möglichen Veränderungen nach der anfänglichen Euphorie nicht oder nicht schnell genug in bilanzielle Vorteile ummünzen können, dürfte das den Aktienkurs noch wesentlich massiver drücken (Stand 06.04.2022).

Als Anleger sollten Sie das unbedingt auf dem Schirm haben, wenn Sie jetzt in Twitter investieren wollen. Das Risiko rund um die Aktie ist in den letzten Tagen jedenfalls nicht unbedingt geringer geworden.