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Musk bekommt kalte Füße: Twitter-Übernahme geplatzt

Inhaltsverzeichnis

Elon Musk hat sich verzockt. Selbst dem reichsten Menschen der Welt gelingt offenbar nicht alles, was er sich vornimmt – sowohl unternehmerisch wie auch privat.

Musk hat zwei weitere Kinder

Privat war dieser Tage zu vernehmen, dass er offenbar noch zwei Kinder mehr in die Welt gesetzt hat als bislang bekannt. Im November vergangenen Jahres sollen Zwillinge zur Welt gekommen sein, die Mutter ist nach einem Bericht des „Business Insider“ eine hochrangige Managerin in einem von Musks Unternehmen.

Shivon Zilis, so der Name der Zwillingsmutter, ist bei Neuralink beschäftigt. Das Unternehmen forscht im Bereich Neurotechnologie an Verknüpfungen von Computern und Gehirn. Ans Tageslicht befördert wurde die bislang geheim gehaltene Meldung über die Zwillingsgeburt über Gerichtsdokumente, mit denen beantragt wird, dass die Kinder den Nachnamen ihres Vaters tragen dürfen.

Good Governance sieht anders aus

Die Meldung ist gleich doppelt pikant. Zum einen könnte privat der Haussegen schief hängen – denn nur wenige Wochen nach der Geburt der Zwillinge wurde das zweite Kind Musks mit seiner Lebensgefährtin, der Musikerin Claire Boucher, von einer Leihmutter zur Welt gebracht. Demnach gab es offenbar zeitliche Überschneidungen zwischen der Familienplanung mit Boucher einerseits und der Affäre mit Zilis andererseits.

Hinzu kommt, dass US-Unternehmen ab einer gewissen Größe in der Regel Liebesbeziehungen zwischen Angestellten untersagen, deren Jobs mehr als zwei Hierarchiestufen auseinanderliegen. Doch um derartige Regularien schert sich der Tesla-Chef offenbar nicht. Stattdessen kommentierte er die erneute Vaterschaft mit dem ihm eigenen Humor auf Twitter: Er tue sein Bestes, um der Unterbevölkerung entgegenzuwirken. Tatsächlich hat Musk insgesamt zehn Kinder mit drei Frauen, wobei das Erstgeborene im Säuglingsalter verstarb.

Musk bricht Twitter-Übernahme ab

Doch auch abgesehen vom – zumindest für die Öffentlichkeit überraschenden – Familienzuwachs im Musk-Clan gibt es aufsehenerregende Neuigkeiten. Demnach gibt der umtriebige Unternehmer den Versuch auf, Twitter zu übernehmen.

Erst vor wenigen Monaten hatte Musk, selbst reger Nutzer des Kurznachrichtendienstes, angekündigt, das Unternehmen kaufen zu wollen – mit seinem Privatvermögen. Da dieses jedoch zu einem großen Teil auf Tesla Aktien beruht und diese im Wert sehr schwankungsanfällig sind, hatte der reichste Mann der Welt offenbar Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen.

Marktbewertung von Twitter deutlich unter Musks Kaufangebot

Also schürte er öffentlich Zweifel daran, ob Twitter nicht einen deutlich höheren Anteil an Fake Accounts aufweise als offiziell bekannt. Beobachter sahen darin vor allem einen Versuch, den Kaufpreis zu drücken. Den hatten Musk und Twitter auf 44 Milliarden US-Dollar festgelegt, Anleger sollten demnach 54,20 Dollar je Aktie erhalten.

Tatsächlich wird das Papier am Parkett deutlich geringer bewertet. Bereits vor der Meldung der geplatzten Übernahme war die Twitter Aktie keine 37 Dollar mehr wert. Als schließlich die Nachricht die Runde machte, dass Musk sich aus dem Vorhaben zurückziehen wolle, ging es noch einmal steil bergab. Die Aktie verlor am Freitag nachbörslich rund 5 Prozent.

Strafzahlung von 1 Milliarde Dollar vereinbart – es droht ein langer Rechtsstreit

Als Grund für seinen Rückzug wollen Musks Anwälte die angeblichen Unklarheiten über Fake Accounts geltend machen. Twitter habe seit fast zwei Monaten die für die Verifizierung notwendigen Daten nicht geliefert, was das Anwaltsteam als Vertragsbruch einstuft – und damit das Scheitern des Deals begründet.

Es droht eine langwierige juristische Auseinandersetzung, denn Twitter und Musk haben eine Strafe in Höhe von 1 Milliarde Dollar vereinbart, sollte sich eine Seite aus dem Deal zurückziehen. Das Management von Twitter hatte nach anfänglichen Vorbehalten zuletzt darauf gepocht, den Verkauf durchzuziehen. Das Verfahren könnte also länger dauern.

Tesla Aktionäre verärgert über Nebenschauplätze

Angesichts der immer neuen Schauplätze rund um Unternehmenschef Elon Musk machen sich unterdessen die Anleger von Tesla Sorgen, ob der CEO dem Elektroautobauer allmählich mehr schadet als nutzt. Obwohl die Quartalszahlen seit einiger Zeit eine beachtliche Steigerung bei Produktions- und Auslieferungszahlen belegen, neue Standorte eröffnet werden und Tesla endlich schwarze Zahlen schreibt, gerät die Aktie immer wieder in harsche Turbulenzen. Mit seinen zahlreichen schlagzeilenträchtigen Aktivitäten jenseits von Tesla tut Musk den Aktionären jedenfalls keinen Gefallen. Seit jeher unterliegt der Aktienkurs deutlich stärkerer Volatilität als der Gesamtmarkt.

Für das abgelaufene 2. Quartal wird das Unternehmen voraussichtlich am 20. Juli frische Zahlen vorlegen. Bereits bekannt sind die Auslieferungen, die mit 254.695 Fahrzeugen hinter denen des Auftaktquartals zurückbleiben, aber die vorab gesenkten Erwartungen dennoch erfüllen. Zur Begründung verweist Tesla auf den wochenlangen Lockdown in Shanghai, der zu Produktionsausfällen am dortigen Produktionsstandort geführt habe.

Rekordserie gebrochen – Analysten reagieren umgehend

Analysten reagierten prompt auf die rückläufige Zahl der an die Kunden übergebenen Fahrzeuge. Die Einschätzungen der Experten könnten kontroverser kaum ausfallen. So warnt JP Morgan vor einem Kurseinbruch und hat das Kursziel noch einmal von 395 auf 385 Dollar abgesenkt. Folgerichtig raten die Analysten der US-Großbank zum Verkauf der Tesla Aktie, die derzeit mit rund 750 Dollar noch fast das Doppelte wert ist. Auch Experten der britischen Barclays Bank und des Analysehauses Bernstein Research warnen vor einem Absturz der Tesla Aktie und versehen die Verkaufsempfehlung mit Kurszielen von 450 Dollar (Bernstein) beziehungsweise 370 Dollar (Barclays).

Etliche andere Analysten jedoch sehen Tesla weiterhin auf einem aufsteigenden Ast – und trauen der Aktie einen deutlichen Anstieg zu auf 1.000 Dollar und mehr. So haben etwa die Experten von Goldman Sachs zuletzt ihr Kursziel bei 1.000 Dollar bekräftigt, auch das Analysehaus Jefferies und die Schweizer UBS ließen ihre Kursziele unverändert bei 1.050 und 1.100 Dollar.