Tesla-Aktie: Nach Sinkflug neue geschäftliche Strategie

Inhaltsverzeichnis

Es war schon recht überraschend am vergangenen Freitag zu sehen, dass sämtliche Autobauer, ob VW, Mercedes oder auch BMW allesamt am DAX-Ende im Minusbereich zu finden waren. Das haben Sie als Aktionär einer oder mehrerer der Autobauer vielleicht mitbekommen.

Nachrichten der Rivalen zogen die Aktien mit runter

Direkte Nachrichten von den Unternehmen waren zudem Mangelware, also musste die Begründung irgendwo anders gesucht werden und natürlich wird dabei immer auf die sog. „Peergroup“, die Wettbewerber und Konkurrenten geschaut. 

Relativ schnell wurde ich da auch fündig, und zwar bei Tesla, dem Konzern von Elon Musk.

Denn erst jüngst hatte der US-Elektroautobauer bekanntgegeben, besonders für die wichtigen Modelle und Bestseller „Model 3“ und „Model Y“ Preissenkungen von 1% bis 17% je nach Konfiguration in Deutschland einzuräumen. In den USA soll es sogar einen Rabatt bis zu 20% geben.

Absatzziele nur noch schwer erreichbar

Die Begründung dabei liegt auf der Hand, Tesla tut sich schwer seine Absatzziele zu erreichen und versucht es jetzt über die Verbilligung seiner Topfahrzeuge.

So wurde zwar im Schlussquartal 2022 mal wieder ein neuer Rekord aufgestellt und 405.278 Autos verkauft, allerdings lag die Steigerung von 40% sowohl unter den Schätzungen der Analysten als auch dem selbstgesteckten Ziel von Elon Musk, mindestens 50% der E-Fahrzeuge auszuliefern.

Strikter Strategiewechsel nach Preiserhöhungen

Damit hat Musk jetzt einen neuen, sehr rigiden Strategiewechsel eingeläutet, denn noch bis zum vergangenen Jahr wurden die Preise eher erhöht als gesenkt.

Als dann aber im Q4/2022 die Analysteneinschätzungen über die Anzahl der ausgelieferten Fahrzeuge verfehlt wurden, musste ein neuer Plan auf den Tisch und der heißt jetzt Vergünstigung!

Verständlich, denn neben anhaltenden Logistikproblemen, einer sinkenden Nachfrage bedingt durch steigende Zinsen und Rezessionsängste, braucht der Konzern dringend neue Kunden und Bestellungen.

Im Reich der Mitte ging es schon vorher mit Preissenkungen los

Preisnachlässe gab es übrigens auch schon in China, Südkorea, Japan und Australien. Denn besonders in China, dem zweitgrößten Absatzmarkt für Tesla, kommt zudem noch die Problematik des Wettbewerbes auf. Dort muss sich der E-Auto Konzern gegen Unternehmen wie BYD, Xpeng oder Nio wehren, keine leichte Aufgabe also.

Zusätzlich räumt man mittlerweile auch den Käufern in Österreich, der Schweiz und Frankreich satte Vergünstigungen ein und senkt die Preise. Besonders charmant ist dabei das Angebot für die hauseigene US-Kundschaft, die zu den Preisnachlässen auch noch mit Zuschüssen durch die US-Regierung rechnen kann.

Tesla-Aktie im Sinkflug

Letztlich auch der Kurs der Aktie immer mehr auf Talfahrt geht. Ob nun nach den Zahlen oder auch durch die Eskapaden des Gründers Elon Musk selbst, durch den Zukauf und das folgende HickHack bei Twitter. Weiterhin Musk auch immer wieder selbst Druck auf die Papiere macht, indem er sich von großen Aktienbeständen trennt, um die Übernahme von Twitter auch finanzieren zu können.

Auf Jahressicht hat die Tesla Aktie weit über 60% verloren und ist von den Höchstständen im Jahr 2021 bei 347,85 Euro meilenweit entfernt und schloss am vergangenen Freitag gerade mal bei 113,02 Euro.

Ob die neue Strategie wirklich aufgehen wird?

Fraglich, ob die neue Strategie von Tesla auch tatsächlich aufgeht, denn nicht nur die chinesischen Autobauer setzen, wie Sie wissen, voll auf E-Mobilität, auch die europäischen Konzerne bieten immer mehr günstige Stromer an. Allen voran die großen deutschen Autobauer VW, Mercedes, BMW und auch Porsche sind mittlerweile relativ gut aufgestellt und versuchen Tesla immer mehr Marktanteile abzujagen. 

Aber wie heißt es so schön, Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und kommt letztlich vor allem den interessierten Kunden zugute. Eine Rabattschlacht dürfte dies noch weiter anheizen, bietet indes allerdings keinerlei Garantie, dass sich auch der Aktienkurs von Tesla wieder nachhaltig erholt.