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Starbucks: Aktie und Geschäft auf Erholungskurs?

Inhaltsverzeichnis

Habe ich diese Woche Montag noch einen Blick auf die Entwicklung chinesischer Aktien und deren Aussichten für das zweite Börsenhalbjahr geworfen, so habe ich mir heute einen US-Titel herausgesucht, der in diesem Jahr ordentlich unter die Räder kam, wie man im Chart gut erkennen kann:

Denn wie das Börsenjahr für die US-amerikanische Kaffeehauskette begann, so zog es sich weitestgehend weiter durch. Zumindest bis Mitte Juni. Der Aktienkurs verlor rund ein Drittel seines Wertes. Vergleichbar steil bergab ging es nur im Corona-Crash vor gut zwei Jahren – wenngleich es zum damaligen Zeitpunkt noch weiter runter ging – und zuvor im Jahr der Finanzkrise 2008.

Aber es gibt Hoffnung für den Konzern

Die Hoffnung für Starbucks ist ganz klar Howard Schultz. Er ist der Mann an der Unternehmensspitze, der Starbucks zu dem gemacht hat, was es heute ist, und der nun – zumindest vorübergehend – zurückgekehrt ist. Da sein Nachfolger Kevin Johnson überraschend zurücktritt. Bereits 2008, war Schultz zum Unternehmen zurückgekehrt – acht Jahre nach seinem ersten Abgang.

Howard Schultz kaufte Starbucks im Jahr 1987 und baute ein regional orientiertes Café an der Ecke zu einer internationalen Kaffeekette auf. An die Börse ging er mit Starbucks dann im Jahr 1992.

Die personellen Änderungen oder sollte man eher sagen die personelle Rückkehr, könnte auch dem Aktienkurs Rückenwind verleihen. Denn schon damals packte es Schultz, die Kosten drastisch zu senken, womit Starbucks die Rezession überstehen konnte. 2018 ging er erneut. Jetzt das nächste Comeback.

Und wieder steht er vor einem Berg aus Problemen:

Inflation und Konjunkturabschwächung haben die Kosten erhöht (für das aktuelle Gj. rund +30% wegen höherer Löhne und teurerer Kaffeebohnen). Auch mit dem konzerneigenen Bonusprogramm sowie der Gründung einer Gewerkschaft innerhalb der Filialen soll es Schwierigkeiten geben.

Neben den Kosten muss Schultz auch bei Investitionen auf die Tube drücken: Vor allem das Bonusprogramm muss noch stärker verbessert und erweitert werden: Denn Mitglieder des Programms geben allem Anschein nach jährlich zwei- bis dreimal mehr für geliebte Starbucks-Heiß- oder auch Kaltgetränke aus als Nichtmitglieder des Programms. Diese gilt es zu vermehren.

Erholung in Sicht

Aber neben der neuen alten Besetzung im Personalbereich und einigen Belastungsfaktoren, gibt es auch positive News – mitunter aus Fernost beispielsweise.

So scheint sich der Umsatz im wichtigen Absatzmarkt China, welcher zuletzt bei gut 12% des globalen Konzernumsatzes lag, wieder langsam, aber sicher zu erholen. Wie sollte hier auch groß Kaffee erworben werden, hielt China ja schließlich an seine Null-Covid-Politik mit harten Lockdowns fest. Diese werden aber Stück für Stück wieder gelockert. Setzt sich das so fort, könnte Starbucks im Reich der Mitte hinsichtlich des Umsatzes laut Analysten bereits im ersten Halbjahr des nächsten Jahres wieder sein Vor-Krisen-Niveau erlangen.

Die Kaffeekette besitzt Preissetzungsmacht

Auch in den USA dürfte die Erholung voranschreiten. Dort rechnet man für Starbucks mit einer anhaltenden Preissetzungsmacht, was dazu beiträgt, dass man die erhöhten Kosten bisher gut an seine Kunden weitergeben konnte. Es sieht also alles nur nach einer kurzfristigen Gewinndelle aus. Das ist ja aktuell auch nicht nur bei Starbucks der Fall.

Analysten rechnen für das aktuelle Geschäftsjahr für die Kaffeehauskette mit einem Gewinn je Aktie von 2,89 Dollar, was einem Rückgang von 11% entsprechen würde. 3,24 Dollar waren es im letzten Jahr. 2023 soll dann wieder ein Plus bei den Erträgen von 20% stehen, bei 3,47 Dollar pro Starbucks-Anteilsschein.

Das sind doch gute Aussichten… Gegessen und getrunken wird ja ohnehin sowieso immer. Auch in Krisenzeiten. Früher oder später wird das Kaffee-Geschäft wieder boomen.