Oracle: 550 Milliarden Gründe für Optimismus
Oracle hat gerade mit seinen Quartalszahlen überrascht. Was steckt dahinter? Es ist der schier unersättliche KI-Hunger der Tech-Giganten. Während alle Welt auf die Chip-Hersteller starrt, hat Oracle im Stillen das Fundament gegossen: Die Rechenzentren, in denen die künstliche Intelligenz von morgen trainiert wird. Dieser Boom katapultiert den Auftragsbestand in schwindelerregende Höhen.
Gigantischer Auftragsbestand
Der Cloud-Umsatz ist massiv gewachsen (IaaS-Wachstum um 84 %). Oracle sitzt auf Verträgen im Wert von über 550 Milliarden US-Dollar, getrieben durch die Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Das Unternehmen plant, bis zu 50 Milliarden US-Dollar in den Ausbau von Rechenzentren zu stecken, um die Partnerschaften mit Schwergewichten wie OpenAI und NVIDIA zu bedienen. Diese Unternehmen mieten bei Oracle riesige Mengen an Rechenleistung (Cloud-Infrastruktur), um ihre KI-Modelle zu trainieren.
Risiko der „Umwandlungs-Lücke“
Viele dieser KI-Verträge beinhalten Vorauszahlungen der Kunden. Damit kauft Oracle die teuren NVIDIA-Chips (GPUs), ohne sich massiv weiter verschulden zu müssen. In einigen Fällen stellen die Kunden sogar ihre eigenen Chips zur Verfügung und bezahlen Oracle nur für den Betrieb der Rechenzentren. Damit aus dem Auftrag Geld wird, muss Oracle aber erst die Rechenzentren fertigbauen. Die hohen Investitionskosten von rund 50 Milliarden US-Dollar belasten kurzfristig den Cashflow, was die Volatilität der Aktie hochhalten könnte.

Oracle im Wochenchart – ISIN: US68389X1054, Quelle: https://www.aktienscreener.com
Bewertung und charttechnischer Blick
Das erwartete KGV für das nächste Geschäftsjahr liegt bei attraktiven 20. Die großen Cloud-Konkurrenten spielen oft in einer deutlich höheren Liga. Im Chart sehen wir einen langfristigen Aufwärtstrend (gestrichelte grüne Linie), der jedoch zuletzt unter Druck geraten war. Besonders wichtig: Die Aktie hat mehrfach die 200-Wochenlinie getestet.
Da der Kurs aktuell wieder über diese Marke gesprungen ist, dient sie nun als solide Unterstützung. Ein Blick auf den RSI (Relative-Stärke-Index) zeigt ein spannendes Signal. Der Wert ist von der überverkauften Zone (nahe 30) nach oben gedreht. Das bedeutet: Der Verkaufsdruck lässt nach, und die Käufer kehren zurück.
Fazit
Lassen Sie sich von den jüngsten Kurskapriolen nicht verunsichern. Trotz der jüngsten Kursverluste lieferte Oracle zuletzt ein starkes Lebenszeichen. Die Kombination aus einer technischen Bodenbildung an der 200-Wochenlinie und dem gigantischen Auftragsbestand macht die Aktie für langfristige Anleger wieder interessant. Oracle baut gerade das Fundament für die nächste Wachstumsphase – und Sie können dabei sein.