Nike-Aktie vor dem Turnaround?

Detailansicht eines gelben Sneakers mit braunem Kunstfell und gesticktem Logo.
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Mehr als ein viertel Jahrhundert war Nike ein Wachstumswert par excellence. Seit nunmehr gut vier Jahren geht es jedoch mit dem Aktienkurs unter Schwankungen mehr oder minder stetig bergab.

Für Auftrieb sorgte zuletzt die Nachricht, dass Apple-Chef Tim Cook mit einem kräftigen Aktienkauf auf einen Turnaround setzt. Zu früh oder zum genau richtigen Zeitpunkt? Ich nehme die Nike-Aktie für Sie auch unter charttechnischen Aspekten unter die Lupe.

Nike-Aktie hat 70% ihres Werts verloren

Vom Allzeittief im Oktober 1984 bis zum bisherigen Rekordstand im November 2021 hatte der Aktienkurs von Nike um rund 173.000% zugelegt, bevor der imposante Aufwärtstrend sein jähes Ende fand. Seitdem hat die Aktie über 70% ihres Werts verloren. Gegenüber dem Tief im April 2025 bei 52 Dollar konnte sich der Kurs in den vergangenen Monaten zumindest stabilisieren.

Der Kursverfall war zu großen Teilen hausgemacht. Nach dem Pandemie-Boom enttäuschte das Umsatzwachstum, während der strategische Schwenk hin zum Direct-to-Consumer-Modell kurzfristig mehr Probleme als Vorteile brachte: geringere Reichweite, verärgerte Handelspartner und schwächerer Abverkauf.

Gleichzeitig verlor Nike in China, einem zentralen Wachstumsmarkt, deutlich an Dynamik – bedingt durch Konsumschwäche und starke lokale Konkurrenz. Hinzu kamen Margendruck durch hohe Lagerbestände, Rabattaktionen und gestiegene Kosten sowie eine Produkt- und Innovationsschwäche gegenüber Mitbewerbern.

Nike stellt sich neu auf

Das Ergebnis: sinkende Gewinnerwartungen, Vertrauensverlust am Kapitalmarkt und eine über Jahre laufende Neubewertung der Aktie nach unten. Die Zahlen, die Nike kurz vor Weihnachten vorlegte, sorgten nochmals für Kursabschläge. Zum einen belasteten US-Zölle die Margen. Für Enttäuschung sorgte aber insbesondere ein neuerlicher Umsatzrückgang um 17% in China.

Im laufenden Geschäftsjahr 2025/2026 (bis Ende Mai) dürfte das Ergebnis nochmals sinken. Ab dem kommenden Geschäftsjahr rechnen Analysten dann aber wieder mit steigenden Gewinnen.

Um den Turnaround zu schaffen, ordnet der Konzern seine Führungsebene neu. Im Rahmen der Strategie namens „Win Now“ installiert Nike einen neuen Chief Operating Officer (COO) und schafft dafür andere Positionen ab. Außerdem werden der gesamte Vertrieb und das Direct-to-Consumer-Geschäft unter Leitung des Finanzvorstands zusammengeführt.

Apple-Chef Tim Cook steigt ein

Während die aktuellen Zahlen den Kurs nochmals unter Druck gesetzt hatten, sorgte eine andere Nachricht für Rückenwind. An Heiligabend kaufte Apple-Chef Tim Cook 50.000 Aktien zum Kurs von 58,97 Dollar und investierte damit 2,95 Mio. Dollar in Nike-Aktien – zum ersten Mal seit 2005 übrigens. Der 65-Jährige sitzt im Verwaltungsrat von Nike.

Angesichts eines geschätzten Vermögens von 2,6 Mrd. Dollar ist die Investition für Cook nicht mehr als ein Klacks. Dennoch wurde der Insiderkauf am Markt als Vertrauensbeweis für Nikes Strategie aufgenommen. Nur wenige Tage später griff übrigens auch Nike-CEO Elliot Hill zu und erwarb Anteile im Wert von 1 Mio. Dollar.

Quelle: www.aktienscreener.com

Charttechnische Bodenbildung ist im Gange

Was sagt die Charttechnik? Die Nike-Aktie arbeitet seit Monaten an einer Bodenbildung und ist dabei auf einem guten Weg. Aus Sicht eines Trendfolgers ist es für einen Einstieg aber noch zu früh. In den vergangenen Tagen „kratzte“ der Kurs an der 200-Tage-Linie, an der die Notierung Mitte Dezember noch nach unten abgedreht hatte.

Zunächst gilt es, den gleitenden Durchschnitt zu überspringen. In diesem Fall könnte kurzfristig die 80-Dollar-Marke anvisiert werden. Wird diese überwunden, wäre eine langfristige Bodenbildung komplett und die charttechnischen Ampeln springen endgültig auf Grün.