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Netflix: Top oder Flop nach diesen Zahlen?

Inhaltsverzeichnis

Das erste Pandemiejahr 2020 war für viele Unternehmen – die sog. Krisengewinner – natürlich ein großer Erfolg. So profitierte unter anderem der US-Streaming-Riese Netflix davon, dass die Menschen mehr Zeit in ihren eigenen vier Wänden verbrachten bzw. ja eher verbringen mussten und Filme oder Serien streamten. Über 36 Mio. Neuabonnent:innen kamen 2020 hinzu.

Abonnement-Rückgänge in Q1 und Q2

Doch mit Betrachtung des nun abgelaufenen zweiten Quartals des aktuellen Jahres verzeichnet Netflix indes einen Negativrekord. Im Zeitraum von Januar bis März (Quartal 2) gingen dem Konzern schon um die 200.000 Abonnent:innen flöten. Unter anderem bedingt durch die Einstellung des Streaming-Diensts in Russland aufgrund des Angriffskriegs in der Ukraine.

Im anschließenden zweiten Quartal hat der Streaming-Anbieter nun knapp 1 Mio. weitere Abos einbüßen müssen.

Kernmärkte am schwächsten

Die größten Verluste lagen dabei deutlich in den beiden Kernmärkten – USA und Kanada. Dort kehrten gut 1,3 Mio. Abonnent:innen Netflix den Rücken. Im EMEA-Raum lag der Verlust bei gut 800 Mio.

Schlimmeres ist lediglich verhindert worden, da man sich im asiatisch-pazifischen Raum über neue Abonnements freuen konnte. Dort schlossen 1,1 Mio. Kundinnen und Kunden ein Neuabo beim US-Konzern ab.

Den andauernden Rückgang führt Netflix aber nicht nur auf den Krieg in der Ukraine zurück, sondern auch auf die Erhöhung seiner Abo-Preise, auf immer mehr Konkurrenz innerhalb der Branche, beispielsweise durch Disney+, aber auch auf die schwierigere konjunkturelle Gesamtlage und die hohe Inflationsrate.

Prognose dennoch übertroffen – Erholung im dritten Quartal prognostiziert

Aber immerhin: Seine eigene Prognose toppte Netflix. Denn im Vergleich zum vorherigen ersten Quartal hatte man eigentlich mit weiteren 2 Mio. Kündigenden gerechnet.

Laut Unternehmensprognosen soll sich der Streaming-Dienst im dritten Geschäftsquartal des aktuellen Jahres trotz der ganzen negativen Schlagzeilen rund um Abonnentenschwund weiter erholen können.

Netflix schätzt, dass man wieder mit gut 1 Mio. neuen Abonnent:innen rechnen werden könne. Netflix will außerdem zu Beginn des nächsten Jahres ein kostengünstigeres,

werbefinanziertes Angebot auf den Markt zu bringen. Hierfür kooperiert man mit niemand geringerem als US-Gigant Microsoft. Außerdem ist geplant, dass Abonnenten für die gemeinsame Abo-Nutzung mit Familienmitgliedern oder Freunden, die nicht zu Hause wohnen, einen Aufpreis bezahlen müssen und somit das Passwort nicht mehr „kostenlos“ weiterreichen können.

Geduld könnte sich auszahlen

Den Kurssturz der Aktie im April dieses Jahres konnten die guten Aussichten auf Abonnentenwachstum zwar nicht aufgefangen.

Dennoch notierten die Netflix-Anteilsscheine nachbörslich bei gut 217 Dollar, was dem höchsten Wert entsprach seit der steilen Talfahrt vor knapp drei Monaten und liegen heute bei um die 218,51 Dollar (Stand 26.07., 13:24 Uhr).

Mit dem neuen Streaming-Modell kommen bald mehr zahlende Kunden hinzu. Außerdem besitzt Netflix auf langfristige Sicht mit seinen Millionen treuen Kunden weitere Monetarisierungsmöglichkeiten. Geduld könnte sich hier also bezahlt machen. Der aktuelle Kurs bietet jedenfalls günstige Einstiegsgelegenheiten mit Spekulation auf eine Kurserholung.