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Netflix schockt Anleger mit Wachstumsprognose

Inhaltsverzeichnis

Netflix hat ein Problem. Der eigene Erfolg wird für den Streaming-Anbieter allmählich zum Dilemma.

In den zurückliegenden zwei Jahren hat Netflix – ohnehin schon zuvor von hohen und stets wachsenden Nutzerzahlen verwöhnt – einen zusätzlichen Schub erhalten. In Zeiten von Lockdowns und Quarantäne, geschlossenen Clubs und Gastronomiebetrieben hielten sich die Menschen rund um den Globus vermehrt in den eigenen vier Wänden auf – und streamten, was das Zeug hielt.

Streaming-Markt zunehmend gesättigt

Mit „Squid Game“ und der dritten Staffel „You“ konnte Netflix erst im Herbst neue Rekorde bei den Zuschauerzahlen aufstellen, weitere Erfolgsformate folgten bis Jahresende. Nun aber herrscht Winterflaute, viele gefragte Serien sollen erst im Frühlingsquartal eine Fortsetzung erhalten.

Was Anlegern im Zuge der Bilanzpräsentation gestern besonders auf den Magen geschlagen hat, sind jedoch die aktuellen Zahlen sowie vor allem die Prognose im Hinblick auf das Wachstum der Nutzerzahlen. Wer mit einem Netflix-Account geliebäugelt hat, hat ihn sich während der letzten zwei Jahre im Zuge der Pandemie vermutlich bereits zugelegt. Der Markt gilt als zunehmend gesättigt, Neukunden sind schwer zu akquirieren, zumal auch die coronabedingten Einschränkungen des alltäglichen Lebens nach und nach zurückgefahren werden.

Mehr Anbieter, mehr Konkurrenz

Zudem hat sich das Marktumfeld in den vergangenen Jahren stark verändert, immer mehr Anbieter strömten auf den Streaming-Markt und werben mit Eigenproduktionen oder spezifischen Zielgruppenkonzepten um die Nutzerschaft – und längst nicht alle Kunden sind bereit, etliche Abonnements parallel zu finanzieren.

Konkret verfehlte Netflix im zurückliegenden Schlussquartal sogar das eigene Wachstumsziel. Eigentlich hatte man mit 8,5 Millionen Neukunden gerechnet, erreicht wurden lediglich 8 Millionen – und das trotz einer Vielzahl an starken Angeboten im Programm. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent zu auf 7,7 Milliarden Dollar, der Quartalsgewinn kletterte um 12 Prozent auf 607 Millionen Dollar.

Netflix mit schwacher Wachstumsprognose – Aktie bricht ein

Mit Blick auf das Gesamtjahr 2021 zeigt sich der Sättigungseffekt vor allem in Nordamerika: Aus den Vereinigten Staaten und Kanada kamen im vergangenen Jahr lediglich 1 Million neue Nutzer hinzu, während Netflix in Asien und Europa jeweils rund 7 Millionen Neukunden für sich gewinnen konnte. Besonders erfolgreich sind neben skandinavischen auch zunehmend südkoreanische Produktionen, wie die Erfolgsserie „Squid Game“ im Herbst unter Beweis gestellt hat.

Schockiert reagierten Anleger auf die schwache Prognose für das laufende Quartal: Weil die meisten Premieren und Fortsetzungen von Erfolgsformaten erst für Q2 geplant sind, rechnet Netflix selbst für die Zeitspanne von Anfang Januar bis Ende März mit gerade einmal 2,5 Millionen Neukunden. Das ist weit weniger, als Analysten erwartet hatten.

Anleger reagierten sofort: Nachbörslich rauschte die Netflix Aktie um zeitweise rund 20 Prozent in den Keller und riss auch die Anteilsscheine anderer Streamingdienste mit in die Tiefe – das Problem mit der Marktsättigung trifft sie letztendlich alle.