Nebenwerte zum Schnäppchenpreis

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Keine Frage: 2023 war bislang das Jahr der Tech-Giganten. Index-Schwergewichte wie Apple, Amazon, Microsoft, Nvidia & Co haben sich hervorragend entwickelt und die Aktienindizes mit nach oben gezogen. Es fehlt allerdings die Marktbreite. Am Großteil der Aktien (vor allem an Nebenwerten, also Aktien kleinerer Unternehmen mit geringerem Börsenwert) ging der jüngste Aufschwung spurlos vorüber. Diese weisen immer noch deutliche Verluste gegenüber ihren Höchstständen aus dem Jahr 2021 auf.

Nebenwerte hinken den Schwergewichten weit hinterher

Sehr anschaulich zeigt sich der aktuelle Fokus auf die Schwergewichte im langfristigen Vergleich von Nasdaq 100 und Russell 2000 (enthält 2.000 Nebenwerte-Aktien, die nicht zu den 1.000 Werten mit dem höchsten Börsenwert in den USA zählen) .

Der Chart (Quelle: S&P Global Market Intelligence) gibt das Verhältnis beider Indizes im vergangenen Vierteljahrhundert an. Werte über 1 bedeuten, dass der Nasdaq-Index seit 1998 relativ zum Russell-Index zugelegt hat, bei Werten unter 1 hat der Russell-Index seit 1998 relativ an Wert gewonnen. Hier sehen Sie, dass sich der Nasdaq 100 im Vergleich zu den Nebenwerten auf dem höchsten Stand seit über 20 Jahren befindet. 

Wie lange hält die Schwäche im Nebenwertesegment noch an?

Gerade nach schwächeren Börsenphasen (wie 2022) ist es nicht ungewöhnlich, dass die Anleger erst einmal bei größeren Werten zugreifen. Je mehr das Vertrauen wächst, geraten dann auch die Nebenwerte wieder in den Fokus. In den nächsten Jahren sehe ich daher im Nebenwertebereich großes Nachholpotenzial.

Natürlich lässt sich nicht exakt prognostizieren, wann ein Umdenken bei den Anlegern stattfindet. Die relative Schwäche der Nebenwerte kann durchaus noch einige Monate oder sogar auch bis ins nächste Jahr anhalten.

Denken Sie doch mal über die Beimischung von Nebenwerten nach

Aber letztlich ist es nur eine Frage der Zeit, dass auch das Nebenwertesegment wieder in Schwung kommt. Falls Sie einen deutlichen Depotschwerpunkt bei den „Blue Chips“ haben, macht es daher auf jeden Fall Sinn, darüber nachzudenken, hier einen Teil der jüngsten Gewinne mitzunehmen und in Nebenwerte zu investieren.

Denken Sie aber daran, dass Nebenwerte in aller Regel spekulativer sind und daher lediglich als Depotbeimischung zum Einsatz kommen sollten. Falls Sie Ihre Sicherheit zusätzlich erhöhen möchten, beschränken Sie sich bei der Titelauswahl im Nebenwertesegment auf Aktien von Unternehmen, die entweder bereits Gewinne erwirtschaften oder unmittelbar vor dem Sprung in die Gewinnzone stehen. Diese Aktien sind bei einem möglichen Rücksetzer am Gesamtmarkt deutlich weniger anfällig für einen Kurseinbruch als Aktien von Unternehmen, die tief in den roten Zahlen stecken.