Alphabet und Microsoft: US-Tech-Giganten im Fokus

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Die Börsen spielen aktuell verrückt! Der Ausverkauf der Software-Aktien geht weiter. Zusätzlich geraten zunehmend auch andere Branchen unter Druck, die Investoren von Künstlicher Intelligenz potenziell bedroht sehen.

Die grundlegende Frage lautet: Verdrängen KI-Lösungen etablierte Unternehmen oder bauen diese Unternehmen die KI-Lösungen als neues Hilfsmittel in ihr eigenes Produktportfolio ein? Trifft der zweite Fall zu, profitieren sogar viele Unternehmen, die aktuell an der Börse unter Druck stehen, vom KI-Boom. Ich halte daher die pauschalen KI-Ängste für übertrieben und sehe dieser Tage eher Kauf-Chancen als Verkaufs-Kurse.

Blicken wir nun auf zwei Technologie-Schwergewichte aus den USA, die kürzlich frische Zahlen veröffentlicht haben und die meines Erachtens auch weiterhin zu den großen KI-Profiteuren zählen dürften.

Alphabet legt Top-Zahlen vor und reitet die KI-Welle

Der US-amerikanische Technologieriese Alphabet (das ist der Mutterkonzern u.a. von Google) hat vor wenigen Tagen Top-Zahlen veröffentlicht. Der Gewinn je Aktie stieg im zurückliegenden Quartal auf 2,82 US-Dollar. Erwartet wurden um Vorfeld lediglich 2,65 US-Dollar. Der Umsatz lag mit 113,8 Mrd. US-Dollar (+18%) ebenfalls über den erwarteten 111 Mrd. US-Dollar.

Ebenfalls positiv entwickelte sich die Zahl der monatlich aktiven Nutzer der Google-KI Gemini. Hier stieg die Zahl der App-Nutzer um 100 Millionen auf 750 Millionen. Warum rutschte die Aktie dann in der Folge zweitweise zweistellig ab?

Verantwortlich dafür war die Tatsache, dass der Konzern weiterhin massiv in KI investieren will. Alphabet erwartet hier Ausgaben in Höhe von 175 bis 185 Mrd. US-Dollar. Die Wall Street hatte nur mit knapp 120 Mrd. US-Dollar gerechnet. 

Microsoft: Starke Zahlen und hohe KI-Investitionen

Auch Microsoft legte gewohnt starke Zahlen vor und konnte bei Umsatz und Gewinn die Analystenprognosen übertreffen. Der Umsatz kletterte um 17% auf 81,27 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie legte sogar um 60% auf 5,16 US-Dollar zu. Wachstumstreiber bleibt der Cloud-Bereich. Hier konnte der Umsatz um 26% auf 51,5 Mrd. US-Dollar gesteigert werden.

Kritisiert wurde von einigen Marktbeobachtern jedoch, dass das Wachstum der Cloud- und KI-Plattform Azure mit 39% einen Prozentpunkt niedriger ausgefallen war als im Vorquartal. Darüber hinaus stießen die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur auf Kritik. Diese stiegen im abgelaufenen Jahr um knapp zwei Drittel auf 37,5 Mrd. US-Dollar.

Ich halte diese Investitionen weiterhin für gut begründet. Vieles spricht dafür, dass Microsoft auch in den kommenden Jahren zu den wichtigsten Gewinnern des KI-Booms zählen wird. Der Konzern hat den tiefgreifenden Wandel vom klassischen Softwareanbieter hin zu einem führenden Cloud-Unternehmen erfolgreich gemeistert – ein Beleg dafür, dass Microsoft in der Lage ist, große technologische Umbrüche umzusetzen.

Gut gewappnet für die nächste Transformationsstufe

Auch bei der nächsten Transformationsstufe, der breiten Einführung von Künstlicher Intelligenz, sind die Ausgangsbedingungen ausgesprochen günstig. Microsoft ist maßgeblich an OpenAI beteiligt, einem der derzeit innovativsten KI-Unternehmen weltweit.

Gleichzeitig verfügt der Konzern mit seinem etablierten Software- und Cloudgeschäft über äußerst stabile und hochprofitable Einnahmequellen. Diese Kombination aus Innovationskraft und finanzieller Stärke verschafft Microsoft eine hervorragende Ausgangsposition.

Fazit: Alphabet bleibt für mich nach der Zahlenvorlage eine gute Halteposition. Das Unternehmen dürfte weiterhin massiv von KI profitieren, ist aber derzeit nicht günstig bewertet. Anders sieht es bei Microsoft aus. Hier ist die Bewertung deutlich zurückgekommen, obwohl das Unternehmen gute Zahlen vorgelegt hat und in Sachen KI ebenfalls sehr gut aufgestellt ist.