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Match Group-Aktie setzt Sinkflug nach den Zahlen fort

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Kaum eine Dating-App verbreitete sich in den letzten Jahren so rasant wie Tinder. Einfach nach rechts wischen – viel mehr braucht es bei der Verkupplungs-App Tinder nicht für das nächste Date. Das machte sich auch in den Zahlen der Konzernmutter Match Group und vor allem auch in der Entwicklung des Aktienkurses lange Zeit positiv bemerkbar.

Beim Börsengang in 2015 kam die Aktie zu 12 Dollar an den Markt und kletterte bis Oktober 2021 im Hoch bis auf 175 Dollar. Seither ist die Euphorie aber aus den Papieren entwichen. Zur Zeit notierten die Papiere nur noch bei 42 Dollar. Damit summieren sich die Verluste im Börsenjahr 2022 auf 68%.

Dating per App voll im Trend

Kontaktanzeigen in Zeitungen, das war gestern. Stattdessen laden sich Single heutzutage einfach eine Dating-App aufs Smartphone. Die Partnersuche im Netz boomt. Analysten schätzen, dass der weltweite Markt für Dating-Apps weiter rasant anwachsen wird.

Platzhirsch unter den Online-Dating-Diensten ist Tinder. Die seit 2012 auf iPhones und seit 2013 auch auf Android-Geräten verfügbare App hatte zuletzt über 75 Millionen Nutzer weltweit.

Match Group – der Platzhirsch unter den Dating-Apps

Inzwischen ist die Anzahl der Dating-Apps rasant gewachsen. Ob OKCupid, Hinge, Plenty of Fish und Meetic (neu.de, LoveScout24) oder auf engere Zielgruppen fokussierte Apps wie OurTime (Singles >50 Jahre) oder BlackPeopleMeet (Afroamerikaner) oder Chispa (Latinos). Doch was viele wahrscheinlich nicht wissen. Hinter einem Großteil der Dienste (>40) steckt die Match Group aus Texas, die in den zurückliegenden Jahren auch viele Anbieter aufgekauft hat.

Umsatz klettert „nur“ noch um 1% im dritten Quartal

Mit seiner Strategie und dem Fokus auf Onlinedating hatte die Match Group eine beeindruckende Erfolgsgeschichte hingelegt, die zuletzt aber leichte Risse bekam: Die Umsätze kletterten im dritten Quartal nur noch um 1% auf 809,55 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Im Vorquartal lag das Wachstum noch bei 12%. Aber Sie sollten im Hinterkopf behalten: Vor allem negative Währungsbewegungen sorgten für kräftigen Gegenwind. Wechselkursbereinigt legte der Umsatz um 10% zu. Die Analysten hatten mit Schlimmeren gerechnet, denn die Erwartungen der Wallstreet-Banker wurden beim Umsatz um 15,06 Millionen Dollar übertroffen.

Regional war die Entwicklung stark unterschiedlich: Amerika zeigte ein Umsatzplus von 5% auf 414 Millionen Dollar, Europa verschlechterte sich leicht um 1% auf 215 Millionen Dollar während es in der Regionen „Asien und Pazifik“ um 5% auf 167 Millionen Dollar nach unten ging. Je zahlendem Nutzer stagnierte der Umsatz bei 16,02 Dollar (währungsbereinigt: +9%).

Operative Gewinnmarge schwächer

Das operative Ergebnis der Match Group fiel unterdessen im Berichtsquartal um 5% zum Vorjahr auf 210,64 Millionen Dollar. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 128,27 Millionen Dollar (Vorjahr: 130,9 Millionen Dollar) in den Büchern des Konzerns.

Nachlassende Wachstumsdynamik verschreckt die Anleger

Für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres stellt der Dating-Konzern einen Umsatz von rund 780 bis 790 Millionen Dollar in Aussicht. Das entspricht einem leichten Rückgang zum Vorjahresquartal (806 Mio. Dollar). Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll zwischen 270 und 275 Millionen Dollar liegen, was einer Marge von rund 35% entspricht.

Dabei sorgen Wechselkurseffekte weiterhin für massiven Gegenwind. Während bei Tinder kaum nennenswertes Wachstum erwartet wird, sollten Marken wie Hinge, BLK und Chispa stark zulegen können. Bei Hinge geht Match von einer Umsatzsteigerung von rund 50% aus.

Fazit: Die Zahlen haben den Anlegern nicht geschmeckt. Vor allem die ehemals wachstumsstarken Regionen Amerika und Europa können nicht mehr an die früheren Zuwachsraten heranreichen. Zumal der starke Dollar weiterhin für enorme Bremsspuren sorgt. Gegensteuern will Match mit einer strikten Kostenkontrollen und neu eingeführten Funktion wie Livestreaming-Videos und ein neues Pricing. Ob das gelingt, werden aber erst die kommenden Quartalszahlen zeigen.