Match Group-Aktie: Milliardär macht Tinder-Mutter Druck

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Kaum eine Dating-App verbreitete sich in den letzten Jahren so rasant wie Tinder. Einfach nach rechts wischen – viel mehr braucht es bei der Verkupplungs-App Tinder nicht für das nächste Date. Das machte sich auch in den Zahlen der Konzernmutter Match Group und vor allem auch in der Entwicklung des Aktienkurses lange Zeit positiv bemerkbar.

Doch damit ist schon länger Schluss. Seit dem Allzeithoch im Oktober 2021 bei 175 Dollar. ist die Luft aus den Papieren entwichen. Momentan ist eine Aktie für knapp 39 Dollar zu haben. Das wiederum ruft den Milliardär Elliott auf den Plan, der sich nun ein milliardenschweres Aktienpaket zugelegt hat und dem Management auf die Beine helfen will.

Match Group – der Platzhirsch unter den Dating-Apps

Platzhirsch unter den Online-Dating-Diensten ist Tinder, aber inzwischen ist die Anzahl der Dating-Apps rasant gewachsen. Ob OKCupid, Hinge, Plenty of Fish und Meetic (neu.de, LoveScout24) oder auf engere Zielgruppen fokussierte Apps wie OurTime (Singles >50 Jahre) oder BlackPeopleMeet (Afroamerikaner) oder Chispa (Latinos). Doch was viele wahrscheinlich nicht wissen. Hinter einem Großteil der Dienste (>40) steckt die Match Group aus Texas, die in den zurückliegenden Jahren auch viele Anbieter aufgekauft hat.

Umsatz zieht wieder an

Nach einer Wachstumsdelle in den letzten Quartalen konnte der US-Konzern im dritten Berichtsquartal wieder zulegen: Die Umsätze kletterten um 8,9% auf 882 Millionen Dollar. Zugleich lag die Wachstumsdynamik über dem zweiten Quartal, als der Umsatz um 4,4% gesteigert werden konnte. Den größten Umsatzbeitrag lieferte mit 57% die Tinder-App (+11% auf 508 Millionen Dollar), gefolgt von Hinge, die 12% zu den Konzernerlösen beisteuerte (+44% auf 107 Millionen Dollar).

Anzahl zahlender Tinder-Nutzer sinkt

Was den Anlegern nicht so gefallen haben dürfte, waren die Abo-Zahlen bei Tinder. Die Zahl der zahlenden Nutzer sank um rund 6% auf 10,4 Millionen. Dennoch stieg der konzernweite Umsatz pro zahlendem Nutzer auf Grund von Preisanpassungen um 15% auf 18,39 Dollar. Den höchsten Umsatz pro Nutzer erzielte der Konzern in Amerika mit 20,25 Dollar (+21%), gefolgt von Europa mit 18,37 Dollar (+19%) und der Region Asian Pazifik und Andere mit 14,60 Dollar (-4%).

Großinvestor wittert Kurchance

Die Analysten erwarten für 2024 einen Gewinn je Aktie von 3,14 Dollar (Quelle: Seeking Alpha). Damit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 12. Das erscheint auf den ersten Blick nicht allzu teuer. Davon geht offenbar auch der Milliardär Paul Singer aus, der sich laut Medienberichten gerade ein Match-Aktienpaket im Wert von 1 Milliarde Dollar zugelegt haben soll.

Wer hinter Paul Singer steckt

Paul Singer ist der Hedgefonds-Manager, der Argentinien in die Knie zwang. Die Karriere des 79-jährigen Apotheker-Sohns begann in den 70er Jahren. Singer machte zunächst einen Abschluss in Psychologie und erwarb anschließend einen Doctor juris an der Harvard Law School – eine offenbar gewinnbringende Kombination. Im Jahr 1977 startete Singer seinen eigenen Hedgefonds, die “Elliott Management Corporation” mit rund einer Million Dollar Startgeld. Zwischenzeitlich verwaltete er zum Teil über 30 Milliarden Dollar mit einer beeindruckenden Rendite. Laut der Financial Post fuhr Singer von1977 bis 2022 mit seinem Fonds eine durchschnittliche Rendite von rund 13% pro Jahr ein.

Match Group-Management kann sich warm anziehen

Laut dem Wall Street Journal will Paul Singer Match zu einer Verbesserung seiner Kursentwicklung bewegen. Konkrete Forderungen des Investors sind bislang noch nicht bekannt. Auch ist unklar, ob er beabsichtigt, eigene Kandidaten für das Board zu nominieren. Aber eins steht fest: Der Milliardär wird alles daran setzen, sein Investment gewinnbringend abzuschließen. Das wiederum dürfte ordentlich Druck für das Match Group-Management bedeuten.