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JPMorgan mit Gewinneinbruch –  hohe Vorsorge für Kreditausfälle

JPMorgan mit Gewinneinbruch –  hohe Vorsorge für Kreditausfälle
Eagle / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Als erste US-Bank legt JPMorgan Chase die Zahlen für das zweite Quartal vor. In einem Marktumfeld voller schlechter Nachrichten kann das New Yorker Geldhaus keine Trendwende einleiten und enttäuscht bei Umsatz und Gewinn.

Umsatz und Gewinn verfehlen die Erwartungen

Der Nettoumsatz der größten US-Bank blieb im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2022 gegenüber dem Vorquartal beinahe identisch bei gut 30,7 Milliarden US-Dollar.Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergab sich eine minimale Umsatzsteigerung um 1 Prozent. Das Nettoeinkommen brach derweil im Vergleich um 28 Prozent auf knapp 8,65 Milliarden Dollar ein. Dementsprechend sank der verwässerte Gewinn je Aktie klar von 3,78 Dollar auf 2,76 Dollar.

Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn hatten die Branchenanalysten etwas bessere Werte erwartet. Das Aktienrückkaufprogramm wird vorerst ausgesetzt, um möglichst flexibel auf das volatile Marktumfeld reagieren zu können.

Rückstellungen sorgen für Gewinneinbruch

Als hauptsächliche Erklärung für den Gewinneinbruch nennt das Management die Bildung von Rückstellungen im Wert von 428 Millionen Dollar, um auf mögliche Kreditausfälle zu reagieren. Hinzu kommen 657 Millionen Dollar an Nettoabschreibungen. In der Vorjahresbilanz konnten hingegen aufgrund der Erholung nach der Hochphase der Corona-Pandemie noch Rückstellungen im Wert von 3 Milliarden Dollar aufgelöst werden (bei Nettoabschreibungen in Höhe von 734 Millionen Dollar), was den damaligen Quartalsgewinn entsprechend in die Höhe trieb.

Geopolitische Lage sorgt für Unsicherheit, Aktie fällt

Unternehmenschef Jamie Dimon weist darauf hin, dass momentan zwei gegensätzliche Faktoren die Lage bestimmen. Eine trotz aller Schwierigkeiten weiterhin wachsende US-Wirtschaft trifft auf die bekannten Unsicherheitsfaktoren wie den Ukraine-Krieg, die hohe Inflation, steigende Zinsen, die sich hartnäckig haltende Corona-Pandemie und die teilweise auf dieser basierenden Lieferkettenprobleme. Dimon rechnet damit, dass sich die vielen ungünstigen Faktoren früher oder später negativ auf die Weltwirtschaft auswirken werden. Das durchschnittliche Kursziel der US-Analysten von 140 bis 145 Dollar ist nach wie vor recht weit entfernt.